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Hungerkrise in Afrika 2017

Eine anhaltende Dürre bringt Hunger und Krankheiten zu den Menschen in Ostafrika.

Eine anhaltende Dürre bringt Hunger und Krankheiten zu den Menschen in Ostafrika. © action medeor

Dürre und kriegerische Auseinandersetzungen haben von der Sahelzone bis zum Horn von Afrika zu Hunger geführt.

Bereits im vergangenen Jahr gab es - unter anderem auf Grund des Klimaphänomens El Niño - wenig Regen, was die Ernten erheblich schmälerte und Nahrungsmittelpreise in die Höhe schießen ließ. Besonders akut vom Hunger betroffen sind die Länder Südsudan, Somalia, Nigeria, Kenia sowie der Jemen.

Insgesamt sind über 25 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, in Teilen des Südsudans wurde im Februar 2017 eine Hungersnot ausgerufen. Krankheiten – verursacht durch einen Mangel an sauberem Trinkwasser und Nahrung – verschärfen die Situation zusätzlich.

Südsudan

action medeor karte suedsudan sIm Südsudan verschärfen die aktuellen klimatischen Bedingungen eine durch seit Jahren anhaltende Gewalt und politische Unruhen angespannte Situation. Seit Beginn der Kämpfe im Dezember 2013 hat die Gewalt im Südsudan tausende Opfer gefordert und Millionen Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben.

Der anhaltende Konflikt führt dazu, dass Menschen ihre Felder nicht mehr bestellen können, aus ihren Heimatorten fliehen müssen und außerdem Hilfsorganisationen der Zugang zu den Menschen in Not erschwert wird. Alle diese Faktoren tragen zur aktuellen Hungerkrise bei.

Am 20. Februar 2017 riefen die Vereinten Nationen für Teile des Südsudans eine Hungersnot aus. Insgesamt sind 7,5 Millionen Südsudanesen auf humanitäre Hilfe angewiesen, 5,5 Millionen Menschen leben in schwerer Ernährungsunsicherheit.

Eine schlechte medizinische Versorgung, Nahrungsmittelknappheit und schlechter Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung sind außerdem ein Nährboden für die Ausbreitung von Krankheiten. In immer weiteren Regionen des Südsudans breitet sich die Cholera aus, besonders in den Städten und Dörfern entlang des Nils. Bis Mai 2017 verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation bereits 7.700 Fälle und 246 Todesfälle.

Seit 2011 arbeitet action medeor mit verschiedenen Partnerorganisationen im Südsudan zusammen und versorgt die Bevölkerung über die Gesundheitseinrichtungen der Partner mit Medikamenten.

Somalia

action medeor karte somalia sBereits seit 2015 leiden die Menschen in Somalia unter Trockenheit. Das bereits zweimalige Wegfallen der Regenzeit hat zu einer enormen Wasserknappheit sowie Ernteausfällen geführt. Anfang Juni haben die ersten Regenfälle begonnen, allerdings in unterdurchschnittlichen Mengen.

Folglich sind die Lebensmittelpreise ins Unermessliche gestiegen. Diese anhaltend schlechte Ernährungssituation hat vor allem für die Kinder schlimme Auswirkungen. Im Mai 2017 wird die Ernährungssituation von 700.000 Menschen in Somalia als „Notfall” eingestuft (Stufe 4 von 5), 2,5 Millionen Menschen befinden sich in einer Hungerkrise (Stufe 3). Mehr als sechs Millionen Menschen – 50% der Bevölkerung – sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Durch die weit verbreitete Wasser- und Nahrungsmittelknappheit werden viele Menschen gezwungen, ihre Heimatdörfer in Richtung der städtischen Regionen oder Nachbarländern Somalias zu verlassen.

Die schlechte Versorgung mit sauberem Trinkwasser und ausreichend Nahrungsmitteln sorgen zudem für eine Ausbreitung von Krankheiten, unter anderem von Cholera. Von Januar bis Ende Mai 2017 wurden bereits mehr als 45.000 Cholera-Fälle im Land registriert, außerdem über 8.000 Masern-Fälle.

Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation WARDI führt action medeor aktuell ein medizinisches Nothilfeprojekt mit zwei mobilen Kliniken außerhalb von der Hauptstadt Mogadischu durch.

Um der bereits seit Jahren angespannten Ernährungssituation zu begegnen, engagieren sich action medeor und WARDI seit Januar 2016 außerdem in einem Projekt im Bereich Ernährungssicherung.

Kenia

action medeor karte kenia sIm Februar 2017 hat die kenianische Regierung in 23 von 47 Bezirken des Landes den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Die Bevölkerung leidet unter akuter Wasserknappheit und Ernteausfällen. Die schlechte Versorgungssituation führt auch in Kenia dazu, dass immer mehr Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

Im Februar 2017 waren bereits 2,7 Millionen Kenianer von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Nach Angaben der kenianischen Regierung könnte diese Zahl bis April 2017 auf bis zu vier Millionen Menschen ansteigen.