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Hochwasser in Deutschland

action medeor-Mitarbeiterin Charlotte Sielicki verschafft sich in Dernau einen Überblick über die Situation.

action medeor-Mitarbeiterin Charlotte Sielicki verschafft sich in Dernau einen Überblick über die Situation. © action medeor

Ausnahmesituation in NRW und Rheinlandpfalz: Nach den verheerenden Überschwemmungen leistet action medeor Nothilfe.

Im Juli 2021 haben starke Regenfälle flutartige Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausgelöst. Die Auswirkungen sind fürchterlich: Häuser und Straßen brechen unter der Last des Wassers zusammen, ganze Städte sind zerstört, Menschen verlieren ihr Hab und Gut.

Einsatz in Deutschland

In diesem Ausnahmefall leistet action medeor auch in Deutschland Nothilfe: Mitarbeiterinnen von action medeor verschaffen sich direkt vor Ort einen Überblick über die Lage, um zu prüfen wie action medeor am besten helfen kann.

Kein Strom: Licht durch Solarlampen

Schon am nächsten Tag verlässt ein Transporter mit Verbandsmaterialien und Solarlampen das Lager in Tönisvorst in Richtung Dernau an der Ahr. In vielen Orten gibt es auch Wochen nach den Überschwemmungen keinen Strom. Die Solarlampen sollen die Aufräumarbeiten in Kellerräumen erleichtern und den Menschen auch nachts eine Lichtquelle bieten. Um nächtlichen Plünderungen und Übergriffen vorzubeugen organisiert action medeor außerdem Solar-Straßenlaternen, die in Rech und Dernau installiert wurden, und die Straßen in den Orten nachts beleuchten.

Infektionsgefahr: Verbandsmaterial benötigt

Auch Wochen nach den Überschwemmungen sind Helferinnen und Helfer täglich damit beschäftigt Schutt und Schlamm bei Seite zu schaffen. Verletzungen und Schnittwunden sind dabei keine Seltenheit, denn in dem Schlamm verstecken sich Scherben von eingedrückten Fenstern und zertrümmerten Glasflaschen. Durch den verseuchten Schlamm besteht bei offenen Wunden eine hohe Infektionsgefahr – Verbandsmaterial, Alkoholtupfer und Desinfektionsmittel werden dringend benötigt.

action medeor versorgt das zentrale Logistiklager an der Ahr mit 34 Paletten medizinischer Hilfsgüter. Von hier aus werden die Hilfsmittel weiter an die betroffenen Gemeinden verteilt. Gleichzeitig erhalten Hausarztpraxen in der Region Impfdosen gegen Tetanus und Hepatitis A, um Infektionen vorzubeugen.

Multifunktionscontainer

Zwischen Dernau und Rech hat action medeor zudem gemeinsam mit Apotheker ohne Grenzen einen Multifunktions-Container errichtet. Dort wurde eine Rezept-Sammelstelle der umliegenden Apotheken eingerichtet und sollen weitere Gesundheitsdienste wie psychosoziale Betreuung für traumatisierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten werden. Zudem bietet der Container Platz für den örtlichen Krisenstab und für die Ortsgemeinde Rech, deren Verwaltungsgebäude der Flut zum Opfer gefallen sind.

Weitere Hilfsmaßnahmen geplant

Ebenfalls gemeinsam werden action medeor und Apotheker ohne Grenzen in den nächsten Wochen einen Ersatz für zwei zerstörte Arztpraxen in Ahrweiler schaffen. Auch hier ist eine Containerlösung geplant, in der neben den beiden Hausärzten auch eine Apotheke Platz finden soll. Damit wollen die beiden Hilfsorganisationen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung für die vom Hochwasser betroffene Bevölkerung leisten.

Finanziert wurden diese und andere Maßnahmen mit Spendengeldern der Aktion Deutschland Hilft, in der action medeor Mitglied ist.


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