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Katastrophenvorsorge

Hunderte Millionen Menschen sind durch Naturkatastrophen bedroht - besonders in afrikanischen und ostasiatischen Ländern.

Das Ausmaß von Katastrophen wird einerseits durch die Gefährdung eines Landes, beispielsweise durch Nähe zu Vulkanen, wetter- oder klimabedingte Phänomene und geophysikalische Bedingungen in der Region, durch die Anfälligkeit des Landes, dazu zählen insbesondere Infrastruktur, ökonomische Rahmenbedingungen oder die Qualität des Gesundheitssystems, und durch die Bewältigungskapazitäten bestimmt. Letztere sind besonders unter der armen Bevölkerung  aufgrund fehlender sozialer und finanzieller Absicherung kaum ausgeprägt, wodurch die Menschen besonders verwundbar gegenüber Naturereignissen sind.

Mithilfe von Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge setzt sich action medeor zusammen mit lokalen Partnerorganisationen für die Stärkung der Bewältigungskapazitäten und Reduzierung der Verwundbarkeit der Menschen ein, um Verluste und Schäden zukünftiger Ereignisse zu reduzieren. Mit dem Aufbau von Dorfstrukturen und der Durchführung von Trainings und Fortbildungen werden die Menschen bei der Entwicklung eigener Vorsorge- und Schutzsysteme begleitet. Um die fehlende Absicherung auszugleichen, lernen die Menschen, die eigenen Verwundbarkeit, Gefährdung und Kapazitäten zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln.

Unterschieden wird dabei insbesondere zwischen Vorsorge- und Vorbereitungsmaßnahmen. Während Vorsorgemaßnahmen längerfristig zum Beispiel im Rahmen von Wiederaufbauaktivitäten nach einer Katastrophe mit eingeplant und umgesetzt werden, zielt die Vorbereitung auf kurzfristige, lebensrettende Maßnahmen direkt vor Eintritt des Naturereignisses ab.

Zu Vorsorgemaßnahmen zählen unter anderem Aufklärung und Trainingsmaßnahmen, der Bau von flutsicheren Unterkünften, Sanitäranlagen und Gesundheitseinrichtungen oder auch die Einrichtung von sicheren Lagerflächen zum Schutz der Lebensgrundlagen (z.B. Saatgut). Vorbereitende Maßnahmen dagegen sind beispielsweise die Aufklärung zu Verhalten im Katastrophenfall in Schulen und Dorfgemeinschaften, die Durchführung von Evakuierungsübungen oder das Anlegen von Vorräten für den Katastrophenfall.

Darüber hinaus setzt sich action medeor verstärkt für die Stärkung der Bewältigungsfähigkeiten in der Bevölkerung ein. Die Betroffenen selbst zählen im Katastrophenfall immer zu den ersten Helfern (so genannte „first responder“) vor Ort. Ihre Fähigkeiten sind daher besonders wichtig, um schnelle Rettungsmaßnahmen durchführen zu können. Besonders in schwer erreichbaren Gebieten ist die Bevölkerung häufig mehrere Tage auf sich allein gestellt bis externe Hilfe ankommt. Vermehrt werden daher nun Ausbildungen in der Ersten Hilfe und im Rettungswesen angeboten, die die Menschen in die Lage versetzt, schnell einzugreifen und selbstständig lebensrettende Maßnahmen durchzuführen.

Katastrophenvorsorge trägt dazu bei, rechtzeitig Maßnahmen zum Schutz von Leben, Minimierung von Schäden und besserer Vorbereitung und Bewältigung zu ergreifen und stärkt die Widerstandsfähigkeiten der Gemeinden.