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Nothilfe für burundische Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in der DR Kongo

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Die Region der Großen Seen in Zentralafrika ist seit über zwei Jahrzenten von Bürgerkrieg und komplexen gewaltsamen Konflikten geprägt. Aufgrund der verfassungswidrigen Wiederwahl des burundischen Präsidenten Pierre Nkurunziza im Juni 2015 entwickelte sich ein andauernder landesweiter politischer Konflikt mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsarmee und bewaffneten Gruppen.

Seit April 2015 flüchteten etwa 33.700 Menschen in die Demokratische Republik Kongo, laut Prognosen des UNHCR wird diese Zahl weiter auf etwa 50.000 ansteigen. Fast alle Geflüchteten befinden sich in Süd-Kivu, im Osten der DR Kongo, der Großteil im UNHCR-Camp. Zunächst nur für 12.000 Menschen ausgelegt, beherbergt das Camp derzeit etwa 26.000 Menschen. Eine baldige Beendigung des Konflikts und die Rückkehr der Geflüchteten sind nicht absehbar. Da ein Zustrom an Flüchtlingen eine große Belastung für die Bevölkerung im Aufnahmegebiet darstellt, ist diese ebenso auf Hilfe angewiesen wie die Flüchtlinge.

Bereits seit Juni 2015 ist action medeor gemeinsam mit lokalen Partnern in der Nothilfe für burundische Flüchtlinge und ihrer Gastgemeinden in der DR Kongo aktiv. Auf Grund des wei-ter bestehenden hohen Bedarfes und des prognostizierten weiteren Anstiegs der Flücht-lingszahlen setzt action medeor die Nothilfe in einem weiteren durch das Auswärtige Amt finanzierte Anschlussprojekt fort.

Das Projekt bietet allen burundischen Flüchtlingen mit Fokus auf schwangere Frauen, Kinder unter fünf Jahren und andern vulnerablen Menschen aus der lokalen Bevölkerung eine kostenlose beziehungsweise kostenreduzierte Basisgesundheitsversorgung an. Für diese Versorgung werden neun Gesundheitseinrichtungen um Umfeld des UNHCR Flüchtlingslagers mit Medikamenten ausgestattet.

Zudem wurden die Kapazitäten von fünf Gesundheitseirichtungen durch kleinere Bauarbeiten erhöht. Unter anderem wurde in der Einrichtung Kaboke II eine Entbindungsstation mit Behandlungszimmer gebaut und in Lusenda und Kaboke II zudem jeweils ein Warteraum mit einer Kapazität für circa 50 Personen errichtet.

Die drei Gesundheitszentren in Lusenda, Kaboke II und Mboko sowie das Referenzkranken-haus in Nundu wurden außerdem mit medizinischem Equipment ausgestattet – unter anderem mit Kranken- und Entbindungsbetten sowie mit Waagen und Höhen- bzw. Längenmess-brettern. Für die Versorgung besonders vulnerabler Menschen wurde in der Gesundheitszone Nundu eine mobile Klinik von zwei Krankenpflegern sowie einer psychosozialen Beraterin betrieben und war fünf Tage in der Woche in den Dörfern im Einsatz.

Die Mobile Klinik sowie die Gesundheitszentren in Lusenda, Kaboke und Mboko wurden mit Testutensilien für HIV/Aids ausgestattet. In diesen Einrichtungen findet nun unter anderem eine freiwillige HIV-Beratung und das Testen auf HIV/Aids statt. HIV-positive Menschen werden von hier aus zur weiteren Behandlung an begünstigte Gesundheitseinrichtungen wie das Referenzkrankehnhaus Nundu überwiesen. Das Überweisungssystem an das Krankenhaus in Nundu wird im Rahmen des Projektes durch den Kauf und die Inbetriebnahme eines zusätzli-chen Krankenwagens gestärkt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Erhöhung der Zahl des Gesundheitspersonals und deren Aus- bzw. Fortbildung in den Bereichen Mutter-Kind-Gesundheit, Familien-planung und Prävention der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind sowie die Behandlung von psychischen Traumata. Lokale Gesundheitspromotoren und Animateure wer-den unter anderem in Prävention von HIV/Aids und zum freiwilligen HIV-Testen und Beraten aus- und weitergebildet und begleiten HIV-positive Mütter vor, während und nach der Geburt zur Vermeidung der Übertragung des HIV-Virus auf das Kind.

Ein weiteres Ziel des Projektes besteht in der Verbesserung der Hygiene - und Trinkwasser-bedingungen in dem Gebiet Lusenda/Kaboke /Mboko. Dafür wurden verschiedene Bau- und Reparaturarbeiten an den Wasserquellen und Handpumpenbrunnen durchgeführt. Die Rehabilitierung der Trinkwassersysteme in Mboko und Nundu dient dazu, die Trinkwasserversorgung für eine weiterhin steigende Anzahl an Flüchtlingen und für die Lokalbevölkerung im ganzen Projektgebiet zu sichern. Für das Flüchtlingscamp in Lusenda wird Natriumhypochlorit zur Reinigung des Trinkwassers bereitgestellt. Insgesamt wurden bisher vier Wasserquellen erschlossen oder rehabilitiert, zwei Wassertanks gebaut und über 30 Wasserhähne wieder in Stand gesetzt.

Die primäre Trinkwasserversorgung im neuen Camp Mulongwe wird durch das Bereitstellen zweier Wassertanks mit einer Speicherkapazität von 95m3 und dem Errichten eines Wasserbohrlochs gewährleistet. Insbesondere Frauen und Mädchen profitieren von den Maßnahmen, da sie nun kürzere Wege zurücklegen müssen. Außerdem verringert sich durch die Maßnahmen die Zahl der Rivalitäten um Wasser. Um den sicheren und geregelten Zugang zu Wasser auch zukünftig zu gewährleisten, wurde in jedem der Dörfer ein Wasserkomitee gebildet.

Zur weiteren Verbesserung der hygienischen und sanitären Bedingungen werden außerdem 60 „ventilated improved pit“ (VIP)-Latrinen in den Flüchtlingscamps Lusenda und Mulongwe gebaut sowie weitere 10.000 Hygienekits (3.125 Kits wurden in Dezember 2016 bereits verteilt) verteilt, begleitet von Aufklärungsveranstaltungen zu Hygiene und Gesundheit.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der Medizinischen und Trinkwasserversorgung der burundischen Flüchtlinge und lokale Bevölkerung im Osten der DR Kongo
Zielgruppe
Burundische Flüchtlinge und lokale Bevölkerung im Osten der DR Kongo
Projektgebiet
Lusenda, Nundu, Mboko, Kaboke (Fizi), Süd-Kivu (DR Kongo)
Projektbeschreibung
Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Hygiene
Rehabilitierungs- und Bauarbeiten an fünf Gesundheitseinrichtungen und deren Ausstattung mit medizinischem Equipment und Medikamenten
Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal und ehrenamtlichen PromotorInnen
Stärkung des Überweisungssystems durch Bereitstellung eines Krankenwagens und Durchführung von Aufklärungsveranstaltungen zu HIV und Hygiene
Betrieb einer mobilen medizinischen Einheit (mobile Klinik) zur Versorgung besonders vulnerabler Menschen und freiwillige HIV-Beratung und Testen
Stärkung der Trinkwasserversorgung
Rehabilitierung des Trinkwassersystems innerhalb und außerhalb des Flüchtlingscamps (Erneuerung von ca. 20km Wasserleitung, Rehabilitierung von 4 Wasserquellen und ca. 50 Wasserhähne, Bereitstellung von 2 Wassertanks (je 95m³) und Erneuerung von 5 Wassertanks (je 70m³))
Bereitstellung von Natriumhypochlorit zur Reinigung des Trinkwassers im Flüchtlingscamp
Bau von insgesamt 60 Latrinen in den Flüchtlingscamps
Verteilung von 10.000 Hygienekits
Projektlaufzeit
März 2017 – Dezember 2018
Projektvolumen
1.524.505 Euro
Partner
Association des Femmes pour la Promotion et le Développement Endogène (AFPDE) asbl
Projektförderer
Auswärtiges Amt (AA); Fürsorge- und Bildungsstiftung
Projektnummer
6100132
Projektverantwortlicher
Emmanuel Limi
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