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Prävention und Intervention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen

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    Auch traditionelle indigene Autoritäten befassen sich mit dem Thema Gewalt im Kontext ihrer Gemeinden.
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    Mitarbeiter aus Gesundheitseinrichtungen bilden sich zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen fort.
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    Auch Männergruppen werden in das Projekt mit einbezogen.

Gewalt ist in Guatemala allgegenwärtig. Dies betrifft insbesondere Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Allein im Jahr 2015 registrierte die guatemaltekische Generalstaatsanwaltschaft landesweit 58.000 Anzeigen zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen, etwa 10.000 davon Fälle von sexualisierter Gewalt. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung der lokalen Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen weitaus höher. Sehr häufig sind minderjährige junge Frauen und Mädchen betroffen.

Die Folgen der Gewalt beeinträchtigt die physische und psychische Gesundheit der Mädchen und Frauen enorm. Sie führt häufig zur Traumatisierung und sozialen Stigmatisierung, wirkt sich negativ auf die Ausübung von Ausbildung und Beruf aus, zerstört das Selbstbewusstsein sowie die Grundlagen des Zusammenlebens und das Vertrauen innerhalb der Gemeinden. Insbesondere indigene Frauen und Mädchen sind überproportional von geschlechtsbasierter Gewalt betroffen. Sie sind sich ihrer Rechte auf ein Leben frei von Gewalt zumeist nicht bewusst und haben keinen Zugang zu dringend benötigten unterstützenden Dienstleistungen. Öffentliche und auch privat finanzierte Hilfsangebote und Anlaufstellen im Bereich Gewaltprävention und -Intervention sind in Guatemala kaum vorhanden und zumeist unterfinanziert. Zudem begünstigen Risikofaktoren wie hohe Kriminalitätsraten, soziale Akzeptanz und Normalisierung von Gewalt, patriarchalische gesellschaftliche Normen und einhergehende Geschlechterungerechtigkeit den Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Land.

Zusammen mit den Partnerorganisationen ASOGEN und PIES de Occidente möchte action medeor e.V. die Situation der Frauen und Mädchen in sechs am meisten betroffenen Gemeindebezirken der Departments Chimaltenango und Totonicapán langfristig verbessern. Zwei lokale, guatemaltekische Partnerorganisationen, die über langjährige Erfahrung mit Projekten zu Gewaltprävention und Frauenrechten verfügen, führen das Programm vor Ort aus.

Mit dem Ziel, die Menschen in der Region mehr zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu sensibilisieren, die Normalisierung von Gewalt zu bekämpfen und mögliche Hilfsangebote aufzugzeigen, findet im Rahmen des Programms eine regionale Sensibilisierungskampagne zum Thema Gewaltprävention und Frauenrechte statt. Teil der Kampagne ist u.a. die Ausstrahlung von thematischen Radio- und Fernsehspots. Zudem finden Fortbildungen mit Vertreterinnen und Vertretern von zivilgesellschaftlichen Netzwerken, öffentlichen Gesundheits- und Justizbehörden auf Departement- und kommunaler Ebene zum Thema Gewaltprävention und Intervention statt. Darüber hinaus wird gezielt mit Männern und Jungen zum Thema gewaltfreie Männlichkeit gearbeitet sowie Selbsthilfegruppen und Netzwerke zur Unterstützung von betroffenen Frauen und Mädchen gestärkt und ausgebaut.

Projektinformationen

Projektinhalt
Prävention von geschlechtsbasierter Gewalt durch Aufklärungs- und Lobby-Arbeit, sowie Unterstützung Betroffener in Guatemala
Zielgruppe
Etwa 520.000 EinwohnerInnen der sechs ausgewählten Gemeindebezirke der Departments Chimaltenango und Totonicapán in Guatemala, sowie ausgewählte VertreterInnen von Gemeinde-, Justiz- und Gesundheitsbehörden und Zivilgesellschaft, Jugendliche-, Frauen-, Mädchen- und Männer-Gruppen aus Chimaltenango und Totonicapán
Projektgebiet
Guatemala; Departments Totonicapán und Chimaltenango; Gemeindebezirke San Francisco El Alto, Momostenango und Totonicapán, sowie die Gemeindebezirke San Martin Jilotepeque, Tecpán Guatemala y San José Poaquil
Projektbeschreibung
Informationskampagne zu Gewaltprävention und Frauenrechte in Chimaltenango und Totonicapán
Psychosoziale, rechtliche und medizinische Beratung für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen
Aufbau von Selbsthilfegruppen für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen
Aufklärungs- und Fortbildungsprogramm über Prävention und Intervention im Kontext geschlechtsbasierter Gewalt für Angestellte aus dem Justiz- und Gesundheitssektor sowie RepräsentantInnen indigener Gemeinden
Aufbau von kommunalen Netzwerken zur Prävention von geschlechtsbasierter Gewalt
Informationsworkshops für Jugendliche, Männer, Frauen und Mädchen Gruppen zum Thema geschlechtsbasierte Gewalt
Aufbau eines Männernetzwerks für Gewaltprävention auf Department- und nationaler Ebene
Lobby- und Advocacy-Arbeit mit für den Bereich Gewaltprävention und -Intervention zuständige staatlichen Behörden auf nationaler und departamentaler Ebene
Austausch- und Vernetzungstreffen mit dem nationalen Netzwerk der Frauenberatungszentren (CAIMUS)
Fachliche Fortbildung zum Themen der Gewaltprävention und Intervention für die MitarbeiterInnen des Frauenberatungszentrum von Chimaltenango
Projektlaufzeit
November 2017 – Oktober 2020
Projektvolumen
622.710 €
Partner
Asociación Pies de Occidente (PIES) und Asociación Generando Equidad, Liderazgo y Oportunidades (ASOGEN)
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projektnummer
6000192
Projektverantwortlicher
Lea Ferno





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