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Verbesserung der Lebensbedingungen und Gesundheit von Frauen und ihren Familien in Togo

© action medeor / PSAS

Der stetige Anstieg von Armut und zunehmende Urbanisierung in Togo treiben besonders Mädchen und junge Frauen zunehmend in Not und Perspektivlosigkeit.

Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nehmen sie in der Hauptstadt Lomé eine bezahlte Beschäftigung auf, beispielsweise als Haushaltshilfe. Die jungen Frauen, die ihre Heimatorte verlassen, verfügen häufig über keine schulische Bildung oder berufliche Qualifikation und unterliegen daher einem besonders hohen Risiko in die Abhängigkeit von ausbeuterischen Dienstherren zu geraten. Diese prekären Umstände sowie der Mangel an alternativen Einkommensquellen führen mitunter dazu, dass sie in die Prostitution abrutschen. Was sich oberflächlich für sie zunächst als Ausweg aus Not und Armut zeigt, erweist sich später als Fehlschluss, denn sie bringen sich in gesundheitliche Gefahr.

Schätzungen zufolge arbeiten im Großraum Lomé ca. 27.000 Sexarbeiterinnen, ein großer Anteil unter ihnen ist unter 18 Jahren alt. In Togo ist Prostitution unter Strafe gestellt, die Frauen üben die Sexarbeit meist unabhängig und je nach ihrem finanziellen Bedarf aus, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Dabei spielen finanzielle Nöte und ein Mangel an alternativen Einkommensquellen in der Regel eine große Rolle.

Die jungen Frauen leben in slum-ähnlichen Gebieten in Lomé unter unhygienischen Zuständen und sind der Gefahr früher Schwangerschaft oder gesundheitlicher Schäden durch sexuell übertragbare Erkrankungen ausgesetzt. Insbesondere HIV/Aids stellt in Togo trotz Bemühungen seitens der Regierung weiterhin eine große gesellschaftliche Herausforderung dar. Die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung lag 2018 bei 2,27%. Unter Sexarbeiterinnen ist die Rate mit 13,2% wesentlich höher.

Durch die starke Stigmatisierung von Prostitution in Togo haben die jungen Sexarbeiterinnen Hemmungen, sich aus Angst vor Diskriminierung in Gesundheitseinrichtungen behandeln zu lassen. Hier setzt das gemeinsame Projekt von action medeor und der lokalen Partnerorganisation PSAS an. Mit dem Ziel, den Zugang zu Basishygiene und Gesundheit für die jungen Frauen zu verbessern, werden sie im Rahmen des Projektes gezielt über Hygiene aufgeklärt, Verhütungsmethoden, HIV-Prävention sowie Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten angeboten. Außerdem erhalten die Frauen Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und ihren Rechten.

Eine weitere wichtige Komponente des Projektes besteht darin, den jungen Frauen durch Schulungen zu Einkommensalternativen perspektivisch den Ausstieg aus der Prostitution zu ermöglichen.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der Lebensbedingungen und der Gesundheit von vulnerablen Mädchen und jungen Frauen und ihren Familien
Zielgruppe
Direkt: 150 junge Frauen und Mädchen, die als Sexarbeiterinnen tätig sind und ihre Lebenspartner (ca. 50); 450 gesellschaftliche Akteure, 150 Manager*innen von Hotels und Herbergen Indirekt: ca. 60 Kinder der jungen Sexarbeiterinnen; 300 Bewohner*innen an den Wohnorten der direkten Zielgruppe; 800.000 Personen durch breit angelgete Aufklärungsmaßnahmen
Projektgebiet
Lomé, Togo
Projektbeschreibung
• Schulung der jungen Frauen und Mädchen und ihrer Partner zu Spar- und Kreditgruppen sowie zur Entwicklung und Durchführung einkommensschaffender Tätigkeiten • Ausbildung von vulnerablen Jugendlichen zu Multiplikator*innen und Durchführung von Aufklärungsveranstaltungen zur Stärkung von life skill-Kompetenzen • Hygienepromotion und-aufklärung • Aufklärungsveranstaltungen und Gruppensensibilisierungen zur sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte • Veranstaltungen zur Prävention von Jugendprostitution
Projektlaufzeit
Oktober 2020 – September 2023
Projektvolumen
500.000 Euro
Partner
Petite Soeur à Soeur (PSAS)
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projektnummer
6000214
Verantwortlich für
das Projekt
Renate Staudenmeyer



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