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Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung für burundische Geflüchtete, IDPs und lokale Bevölkerung in der DR Kongo

Im Jahr 2015 führte eine innenpolitische Krise in Burundi zum Beginn einer großen Fluchtbewegung in angrenzende Staaten. Im Jahr 2019 leben in der DR Kongo bereits mehr als 40.000 burundische Geflüchtete, der Großteil von ihnen in der Region Süd-Kivu.

Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist groß

Unter den Ländern, die auf der Liste des Human Development Index (HDI) aufgeführt sind, liegt die Demokratische Republik Kongo auf Rang 176 und das Herkunftsland der Geflüchteten, Burundi, auf Platz 185 von insgesamt 189 Ländern. Laut UN OCHA benötigen in der DR Kongo rund 13.1 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Damit erlebt die DR Kongo nach wie vor eine der komplexesten und andauernden humanitären Krisen unserer Zeit.

Der Osten der DR Kongo und im speziellen die Region Süd-Kivu gehören zu den ärmsten und fragilsten Regionen in der DR Kongo: Die Gesundheits-, Wasser-, und Sanitärversorgung ist prekär. Binnenvertriebene aus anderen Regionen des Landes sowie burundische Geflüchtete belasten zusätzlich die ohnehin schwachen Kapazitäten der lokalen Strukturen in der Region.

Hohe Belastungen für das Gesundheitssystem

Die staatlichen Gesundheitsstrukturen in direkter Nachbarschaft zu den beiden Flüchtlingscamps sind durch das erhöhte Patientenaufkommen extrem überlastet und haben weder die finanziellen, personellen noch räumlichen Kapazitäten, um die Bevölkerung angemessen zu versorgen. Die marode Gesundheitsinfrastruktur im Land geht mit einer hohen Krankheits- und Sterblichkeitsrate einher. 80% der Bevölkerung Süd-Kivus hat derzeit keinen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung, da es an Materialien, Medikamenten und ausgebildetem Gesundheitspersonal fehlt. Die Folge: Malaria und Unterernährung zählen zu den Hauptursachen für Krankheit und Todesfälle in der Region Süd-Kivu und betreffen vor allem Frauen und Kinder. Hinzu kommen wiederkehrende Epidemien von Cholera und Masern.

Neben der schwachen Versorgung im Gesundheitsbereich ist auch die Infrastruktur im Bereich Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene in der Projektregion nicht ausreichend, um einen sicheren und ausreichenden Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Versorgung zu gewährleisten. Daraus resultieren erhöhte Krankheitszahlen im Bereich der wasserbedingten Krankheiten wie Cholera, Durchfall und Typhus. Aber auch vernachlässigte Krankheiten wie Bilharziose und Wurmerkrankungen können sich durch mangelhafte Wasser- und Sanitärversorgung ungehindert verbreiten.

Das Projekt: Gesundheits- und Hygieneversorgung für Geflüchtete und lokale Bevölkerung

Das gemeinsame Projekt von action medeor und der lokalen Partneroganisation AFPDE verfolgt das Ziel, eine Verbesserung des Zugangs zu Basisdienstleistungen in den Sektoren Gesundheit und WASH für burundische Geflüchtete, IDPs und der Lokalbevölkerung in zwei Gesundheitszonen der Provinz Süd-Kivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo herzustellen.

Besondere Berücksichtigung finden dabei die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, Überlebender sexualisierter Gewalt, HIV-Betroffener. Die Aktivitäten sehen vor, lokale Gesundheitseinrichtungen zu erweitern, Personal zu schulen und in ihrem Betrieb zu unterstützen. Zudem werden in den UNHCR Camps Familientoiletten errichtet, Wasserversorgungssysteme in Flüchtlingscamps und umliegenden Gemeinden rehabilitiert und/oder ausgeweitet.

In einem breiten Spektrum an Schulungen und Sensibilisierungsveranstaltungen soll Wissen rund um Zusammenhänge von Hygieneverhalten und Gesundheit vermittelt werden. Außerdem werden durch zusätzliche Maßnahmen in den Bereichen Inklusion und Schutz und Betreuung von Menschen, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt wurden, wichtige Querschnittsthemen abgedeckt.

Das aktuelle Projekt basiert auf den bereits erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekten zur Unterstützung für burundische Geflüchtete in den Bereichen Gesundheitsversorgung und WASH.

Aufklärung und Schutz vor gefährlichen Krankheiten

Als im Sommer 2019 vermehrt Fälle von Ebola in der Projektregion auftraten, wurde das laufende Projekt um notwendige Schutz- und Präventionsmaßnahmen erweitert: mit Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung und der Installation von 80 Handwascheinrichtungen wurde ein Beitrag geleistet, das Infektionsrisiko in den Flüchtlingscamps und den umliegenden Gemeinden zu reduzieren. Zudem wurden weitere Gesundheitshelfer*innen ausgebildet und Gesundheitseinrichtungen mit medizinischem Material und Schutzausrüstung ausgestattet.

Im März 2020 hat die Corona-Pandemie auch die Demokratische Republik Kongo erreicht. Die schlechte Sanitär- und Gesundheitsversorgung im Land bedeutet ein großes Risiko, dass sich das Virus schnell verbreitet. Um die Menschen im Projektgebiet vor dem Virus zu schützen, wurde das Projekt um weitere Maßnahmen ergänzt: medizinisches Personal und Gesundheitshelfer*innen werden über Prävention und Schutzmaßnahmen im Umgang mit Covid-19 geschult, um dieses Wissen an die Bevölkerung weiterzugeben und für den Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten vorbereitet zu sein. Zudem werden 20 Gesundheitseinrichtungen mit Schutz- und Hygienematerialien ausgestattet. Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus werden zudem ca. 100.000 wiederverwendbare Mund-Nase-Masken verteilt.

Um der Bevölkerung den Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen, werden in 20 Dörfern in den Gesundheitszonen Nundu, Fizi und Uvira Wasserchlorierungsstellen eingerichtet. Dazu werden Gemeindemitglieder im Umgang mit der richtigen Wasseraufbereitung mittels Chlor geschult. Diese Maßnahme ist sehr wichtig, da viele Menschen in der Region auf unbehandeltes Fluß- oder Seewasser für ihr Trinkwasser zurückgreifen müssen und dadurch einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt sind.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserter Zugang zu Basis- und Notfall Gesundheitsversorgung, (Trink-)wasser- und Sanitärversorgung für ca. 165.000 Burundische Geflüchtete, IDPs und vulnerablen Mitglieder der lokalen Bevölkerung in den Gesundheitszonen Nundu und Fizi, Süd-Kivu, DR Kongo.
Zielgruppe
Direkte Zielgruppe: ca. 165.000 (2.500 Haushalte erhalten Latrinen, 70 Menschen mit Behinderungen erhalten spezielle Hilfsmittel/Physiotherapie) Indirekte Zielgruppe: ca. 623.497 Menschen der Lokalbevölkerung
Projektgebiet
Flüchtlingscamps Lusenda (Nundu) und Mulongwe (Fizi), Osten der DRC
Projektbeschreibung
- Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals und der Gesundheitspromotor*innen (Mutter-Kindgesundheit, HIV/Aids, wasserbedingte Krankheiten, Ernährung etc.) - Sensibilisierung der Bevölkerung und der Geflüchteten zu den Themen: HIV / AIDS-Prävention und Hygiene, Community-based Nutrition, wasserbedingte Krankheiten, Prävention von sexualisierter Gewalt, Inklusion von Menschen mit Behinderung - Aufbau von 10 Selbsthilfegruppen für Menschen, die mit HIV/AIDS leben - Bereitstellung von Medikamenten, Verbrauchsmaterialien und medizinischen Hilfsgütern für 14 medizinische Einrichtungen - Bau, Rehabilitation und Ausstattung von 4 Gesundheitsstrukturen u. einer Leichenhalle - Ernährungsberatung und Bereitstellung therapeutischer Nahrung - Sicherstellung des Patiententransports durch die Instandhaltung/Ausstattung des vorhandenen Krankenwagens. - Bau/Rehabilitierung von 16Trinkwasserversorgungsstellen und Trinkwasseraufbereitung - Konstruktion von ca. 2.500 haushaltsnahen Toiletten - Bereitstellung von Hygienekits für Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter - Spezifische medizinische Betreuung und Unterstützung für Menschen mit körperlichen Behinderungen durch Bereitstellung von Prothesen und Physiotherapie - Sicherstellung der medizinischen Versorgung für spezifische Krankheitsbilder wie Augenerkrankungen - Einrichtung von 4 Beratungseinrichtungen für Menschen, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt wurden sowie medizinische, psychosoziale und juristische Begleitung und Schulung des dafür eingesetzten Personals. - Stärkung des lokalen Partners in Bezug auf humanitäre Logistik, Projektmanagement/ Monitoring und Evaluierung, Sphere Standards 2018, Inklusion in der HH, Personalsicherheit, Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle von Medikamenten - Ausbau, Umbau und behindertengerechte Sanierung der Büroräume von AFPDE sowie des Medikamentenlagers und des Lagers für Hilfsmaterialien; Anschaffung von zwei Fahrzeugen. - Errichtung einer Zwischenlagerungsmöglichkeit für Hilfsgüter in Mboko und eines Verbindungsbüros in Baraka.
Projektlaufzeit
Juli 2019 - Dezember 2021
Projektvolumen
3.350.962,88 Euro
Partner
L’Association des femmes pour la Promotion et le Développement Endogène (AFPDE)
Projektförderer
Auswärtiges Amt
Projektnummer
6100149
Verantwortlich für
das Projekt
Emmanuel Limi



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