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Stärkung des Gesundheitssystems in Somalia

Das Gesundheitssystem in Somalia ist durch den jahrzehntelangen Konflikt sehr schwach. So gehört die Müttersterblichkeit mit 692 Sterbefällen pro 100.000 Lebendgeburten zu einer der höchsten der Welt. Dies gilt ebenso für die Rate der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren mit 137 pro 1.000 Lebendgeburten. Frauen, Binnenvertriebene, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung weisen die höchste Vulnerabilität und geringste Widerstandsfähigkeit auf. Nur 27% der Menschen aus diesen Gruppen haben Zugang zu notwendigen Gesundheitsdienstleistungen.

Die Corona-Pandemie erhöht den Bedarf für qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zusätzlich. Hinzu kommt eine zunehmende Nahrungsmittelunsicherheit aufgrund der fortschreitenden Dürre und weiteren Naturkatastrophen in der Region.

Das gemeinsame Projekt von action medeor und der lokalen Partnerorganisation WARDI beinhaltet mehrere Komponenten, um die Gesundheitsversorgung dieser Bevölkerungsgruppen zu verbessern: staatliche Strukturen des Gesundheitsministeriums (sogenannte District Health Management Teams) werden durch Fortbildungen und regelmäßigen Austausch zwischen den Distrikten sowie durch die Förderung abgestimmter Maßnahmen zur Qualitätssicherung in den vorhandenen Gesundheitseinrichtungen unterstützt. Die sechs Teams (DHMTs) erhalten verbesserte Arbeitsplätze und ein kontinuierliches Mentoring zum Aufbau ihrer Kompetenzen und Stärkung ihrer Koordinations- und Qualitätssicherungsfunktionen. Dies trägt unmittelbar zur Verbesserung der Gesundheitsdienstleistungen in allen Gesundheitseinrichtungen der sechs Distrikte bei.

Weiterhin gehört der Neubau und die Ausstattung des Gesundheitszentrums Kalkal als wichtige Komponente zum Projekt. Die Einrichtung wird nach dem nationalen Standard essentielle Gesundheitsdienstleistungen kostenfrei anbieten. Fortbildungen von Gesundheitspersonal und der Betrieb der neuen Klinik leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung von rund 88.000 Menschen.

Als weitere zentrale Projektkomponente werden die Kapazitäten des Personals der Gesundheitseinrichtung, der Managementteams und von WARDI im Bereich geschlechter- und inklusionsgerechter Programmarbeit und -umsetzung ausgebaut.

Projektinformationen

Projektinhalt
Stärkung des Gesundheitssystems und Aufbau einer hochwertigen Gesundheitsversorgung
Zielgruppe
88.000 besonders vulnerable Personen profitieren direkt von einer verbesserten Basisgesundheitsversorgung im Distrikt Kahda. Weitere Zielgruppe: das Gesundheitsmanagement in sechs Distrikten Somalias.
Projektgebiet
Somalia, Region Banadir
Projektbeschreibung
• Neubau und Anschubfinanzierung für das Gesundheitszentrum Kalkal
• Ausbildung von Gesundheitshelfer:innen
• Fortbildung von Gesundheitspersonal
• Auf- und Ausbau der operationalen Kapazitäten von 6 Management Teams des Gesundheitsministeriums
• Schulung und Beratung im Fachbereich sexueller und genderbasierter Gewalt
• Ausbau der Kommunikations- und Fundraising Kompetenzen bei WARDI
• Pharmazeutische Schulungen durch action medeor
Projektlaufzeit
November 2021 – Oktober 2024
Projektvolumen
2.078.000 Euro
Partner
WARDI Relief and Development Initiatives
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Fürsorge-​ und Bildungsstiftung
Projektnummer
6000221
Verantwortlich für
das Projekt
Charlotte Sielicki