Irak

Ein Staat zerbricht und leidet zunehmend unter den Folgen des Syrienkonfliktes

Der Irak ist tief gespalten

action medeo KarteIrakAm nordöstlichen Rand der arabischen Halbinsel liegt die Republik Irak. Obwohl der Irak eigentlich kein klassisches Entwicklungsland ist, befindet sich der Staat nach der Militärintervention der Vereinigten Staaten 2003 und dem anhaltenden Syrienkonflikt in einer Notlage. Politisch, konfessionell und territorial ist das Land gespalten: Das Zentrum und der Süden der Republik Irak wird von der Zentralregierung in Bagdad gesteuert. Die Region im Norden wird von Kurden dominiert. Der sogenannte islamische Staat gilt im Irak zwar seit 2017 als besiegt, dennoch kommt es immer wieder zu Anschlägen und Kämpfen zwischen Terroristen und Sicherheitskräften.

Diese Spaltung spiegelt sich auch im politischen und wirtschaftlichen System wider. Staatliche Strukturen sind weitgehend aufgelöst und die auf Gas- und Ölexport basierte Wirtschaft befindet sich im Niedergang. Dies wiederum ist nicht nur auf die fallenden Weltmarktpreise, sondern auch auf die angespannte, politische Lage und den anhaltenden Konflikt zurückzuführen. In der Folge sind besonders junge Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht, ein Viertel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Laut dem Human Development Index liegt der Irak nur noch auf Platz 123 von 189 im Ländervergleich.

Flüchtlingsstrom wächst

In vielen Ländern kam es in der Vergangenheit zu großen Flüchtlingsströmen. Mindestens 15 neue Konflikte sind alleine in den letzten fünf Jahren entstanden oder wieder entflammt. Dadurch befinden sich aktuell weltweit etwa 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Neben der innerstaatlichen Krise wird auch der Irak mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert. Binnenflüchtlinge sowie Flüchtlinge aus Syrien suchen in Teilen des Iraks Schutz und einen Ausweg vor Gewalt und Terror. Derzeit sind etwa 1,4 Millionen Irakerinnen und Iraker innerhalb ihres Landes auf der Flucht. Zusätzlich hat der Irak bisher über 250.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen, die sich vor dem Krieg in Sicherheit bringen möchten. Vor allem Christen, Jesiden und Schiiten aus dem Gebiet rund um die Stadt Mossul werden aus ihrer Heimat vertrieben. Hinzu kommen fast vier Millionen zurückgekehrte Flüchtlinge. Oft leben die Rückkehrer in Bauruinen, zerstörten Häusern oder ganz auf der Straße. Ihnen fehlt nach ihrer Rückkehr meist jegliche Lebensgrundlage. Sie können keine Arbeit finden und selbst ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung kann nicht gewährleist werden.

In der Konsequenz ist der Staat im hohen Maße auf internationale Hilfe, insbesondere in den aufnehmenden Gemeinden im Nord- und Zentralirak, angewiesen. Familien kommen häufig ausgezehrt und traumatisiert in den Flüchtlingslagern an. Hilfsmaßnahmen, wie beispielsweise eine medizinische Versorgung der irakischen Flüchtlinge, werden von Hilfsorganisationen wie action medeor direkt vor Ort unterstützt.

Medikamente von action medeor für Flüchtlinge im Irak

Seit 2014 kümmert sich action medeor um die medizinische Versorgung im Nordirak und unterstützt die Flüchtlinge vor Ort. Bisher wurden rund 61 Tonnen Medikamente und medizinisches Equipment im Wert von 1.150.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den bereitgestellten Hilfslieferungen haben die Helfer und Ärzte in den Camps die Möglichkeit, die Geflüchteten zu versorgen und die Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern, besonders für die vielen Kinder, nachhaltig zu verbessern.

action medeor-Mitarbeiterin Eva Greitemann stellte nach Ihrer letzten Reise in den Irak fest, dass die Versorgung der Inlandsflüchtlinge durch Containerkliniken und Ärzte recht gut organisiert ist. Allerdings fehlen Medikamente für Verletzte und besonders für chronisch Kranke. Genau dort setzt die Hilfe von action medeor an.

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