Aktuelle Seite:

Freunde besuchen Mariam Amewonou leistet Malariaprävention in Togo

Mariam Amewonou ist Mitglied eines Dorfkomitees im Kampf gegen Malaria und Aids in Tovegan im Süden von Togo. Im Interview berichtet sie von ihrer Arbeit als Gesundheitspromotorin und wie sie selbst zu dieser Aufgabe gekommen ist.

Frau Amewonou, Sie arbeiten als Multiplikatorin für die Organisation 2AD in der Malariaprävention. Wie kam es dazu?

Schon als ich klein war, haben mich die Arbeit von Krankenschwestern und Ärzten sehr fasziniert. Leider reichte meine Schuldbildung aber nicht aus, um einen solchen Beruf zu erlernen. Als ich dann die Möglichkeit erhalten habe, eine Gesundheitspromotorin zu werden, habe ich mich sehr gefreut. Ich habe 2010 an einer Schulung in der Hauptstadt Lomé teilgenommen, seitdem bin ich Mitglied im Dorfkomitee. Ich spreche vor der Dorfgemeinschaft über Malaria und Aids und ich bin mir sicher, helfen zu können, wenn jemand erkrankt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Früh  beginne ich mit der Hausarbeit und mache meine Kinder fertig für die Schule. Danach besuche ich einige Haushalte in dem Viertel, dass ich als Gesundheitspromotorin betreue. Ich komme immer sehr früh zu den Menschen, damit die Frauen noch nicht aufs Feld oder zum Markt gegangen sind. Gemeinsam schauen wir das Haus und den Hof an und sprechen über Hygiene und Sauberkeit. Wenn mir etwas auffällt, das eine Brutstätte für Mücken sein könnte, weise ich die Frauen darauf hin. Danach lasse ich mir noch die Schlafplätze der Familie zeigen und schaue, ob es für jeden ein imprägniertes Moskitonetz gibt. Während meinem Besuch spreche ich mit den Frauen über Malaria und Aids und beantworte ihre Fragen.

Sie haben in Ihrem Projekt schon tolle Fortschritte in der Bekämpfung der Malaria erzielt. Woran erinnern Sie sich besonders gerne?

Vielleicht ist diese Geschichte ein schönes Beispiel: während meiner Arbeit sah ein Kind, das Anzeichen einer schweren Malaria zeigte. Die Mutter erzählte mir aber, dass ihr Mann das Kind zu einem Scharlatan bringen wollte, weil das Kind im Schlaf sprach und den Namen bestimmter Personen nannte. Daraufhin erklärte ich ihr nochmals, dass die Malaria einen Zustand des Deliriums hervorrufen kann und Kranke deswegen wirre Dinge sprechen. Endlich konnte ich die Frau überzeugen, ihr Kind in eine Gesundheitseinrichtung zu bringen. Es wurde in das Krankenhaus von Kévé überwiesen und geheilt. Ich erzähle diese Geschichte oft bei Hausbesuchen, um den Müttern zu zeigen, dass man nicht immer an diese Ammenmärchen glauben darf.

 Foto: B. Breuer