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Pressemitteilungen Weltflüchtlingstag

Die Angst vor Gewalt und Unruhen hat diese Familie aus ihrem Dorf in der De-mokratischen Republik Kongo vertrieben. Wo ihre anderen Familienmitglieder sind, wissen sie nicht.

Die Angst vor Gewalt und Unruhen hat diese Familie aus ihrem Dorf in der De-mokratischen Republik Kongo vertrieben. Wo ihre anderen Familienmitglieder sind, wissen sie nicht. © action medeor / AFPDE

Millionen Menschen müssen jedes Jahr ihre Heimat verlassen, weil sie vor Krieg, Verfolgung und Gewalt flüchten.

Die meisten von ihnen kommen jedoch niemals in Westeuropa an, sondern schaffen es höchstens bis ins Nachbarland. Sie werden dann von diesen Ländern, die oft selbst zu den ärmsten der Welt gehören, als Flüchtlinge aufgenommen und in Camps untergebracht. „Diese Menschen werden mit einem Mal zu den Ärmsten unter den Armen“, berichtet Bernd Pastors. Er weiß, wovon er spricht, denn er ist Vorstandssprecher von action medeor, Europas größtem Medikamentenhilfswerk, das viele dieser Flüchtlinge in Entwicklungsländern betreut. Fast 17.000 Hilfspakete hat action medeor im letzten Jahr von seiner Zentrale im niederrheinischen Tönisvorst in die ärmsten Regionen der Welt versandt – so viele wie seit Jahren nicht.

„Die Flüchtlingsströme haben in den vergangenen Jahren zugenommen, und die Entwicklung ist auch aktuell leider nicht rückläufig“, so Pastors. Weltweit waren 2018 mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht, berichtet er, „und die meisten von Ihnen – circa 85 Prozent – werden von Entwicklungsländern aufgenommen. Das bedeutet für diese Länder einen ungeheuren Kraftakt“, so Pastors.

Ein Beispiel dafür ist die Demokratische Republik Kongo. Das zentralafrikanische Land ist selbst seit Jahren krisengeschüttelt – jetzt muss es auch noch Flüchtlinge aus dem benachbarten Burundi aufnehmen, wo die Lage seit 2015 noch schlimmer ist und die Menschen in Scharen vor der Gewalt fliehen. „Wir betreuen im Kongo diese Geflüchteten, die oft nichts mehr besitzen und in einem elenden gesundheitlichen Zustand sind“, so Pastors. Gemeinsam mit Partnern vor Ort hat action medeor am Rande eines Flüchtlingslagers ein dringend benötigtes Gesundheitszentrum errichtet, mit dem nun wenigstens die Basisversorgung der geflüchteten Familien gewährleistet werden kann.

Afrika ist aber nicht die einzige Region, in der es große Flüchtlingsströme gibt. „Wir müssen uns mit diesem Thema an allen Ecken der Welt auseinandersetzen“, erläutert Bernd Pastors. So ist action medeor beispielsweise auch in Kolumbien aktiv. Durch den dortigen bewaffneten Konflikt zwischen der Regierung und Guerillagruppen wurden 16 Prozent der kolumbianischen Bevölkerung, das sind fast 8 Millionen Menschen, aus ihren Häusern, Dörfern oder Regionen vertrieben. In der Folge betreut action medeor in dem südamerikanischen Land vorwiegend Binnenvertriebene. Aber es kommt noch schlimmer: „Seitdem die Situation im benachbarten Venezuela eskaliert ist, stranden immer mehr venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien – das stellt das ohnehin traumatisierte Land auf eine schwere Belastungsprobe“, so Pastors.

Kongo, Kolumbien, Venezuela, Sudan, Somalia, Syrien, Irak – die Liste der Länder, in denen Menschen durch Flucht in ihrer Existenz bedroht sind, ist lang. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2019 machen Hilfsorganisationen wie action medeor daher auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam. „Diese Menschen brauchen uns, denn viele von ihnen würden ohne die internationale Hilfe, auch aus Deutschland, ihr Leben verlieren“, mahnt Bernd Pastors. Wer den Weltflüchtlingstag zum Anlass nehmen will, zu helfen, kann dies gerne tun. „Aber man kann auch dauerhaft und nachhaltig helfen, zum Beispiel mit einer Dauerspende“, betont Pastors.






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