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Pressemitteilungen Freier humanitärer Zugang für Menschen in Syrien gefordert

Unter dem Motto „Uns sind die Hände gebunden“ versammelten sich mehr als 100 humanitäre Helfer vor dem Bundestag.

Unter dem Motto „Uns sind die Hände gebunden“ versammelten sich mehr als 100 humanitäre Helfer vor dem Bundestag. © Mike Auerbach

Im Vorfeld des 6. Jahrestages der Syrienkrise machten heute mehr als 20 Organisationen auf die Lage in Syrien aufmerksam.

Etwa fünf Millionen Menschen harren weiterhin in 13 belagerten und schwer erreichbaren Gebieten aus. Unter dem Motto „Uns sind die Hände gebunden“ versammelten sich heute mehr als 100 humanitäre Helfer vor dem Bundestag. „Wir appellieren an die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft, alles dafür zu tun, den humanitären Zugang sicherzustellen und das Völkerrecht zu wahren. Aleppo ist bis heute Inbegriff des Grauens, das Menschen erleben, die ständig beschossen werden und komplett eingeschlossen sind. In Syrien gibt es jedoch insgesamt 13 Orte wie Aleppo“, so die Hilfsorganisationen.

Bei der Aktion standen Mitarbeiter der Hilfsorganisationen nebeneinander, ihre Hände mit rotem Seil verbunden. Gleichzeitig wurden Schlagzeilen von Pressemeldungen und Statements vorgelesen, die die Organisationen in den letzten sechs Jahren Krieg verschickt haben – eine Chronologie des Horrors und der größten humanitären Krise unserer Zeit. „Wir haben über die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen der Gewalt vielfach informiert. Trotz gebrochener Waffenruhen und vieler Gefahren für unsere lokalen Helfer sichern wir mit Partnern notleidenden Menschen aus allen Regionen Syriens das Überleben. Ein Aufgeben ist für uns nicht denkbar. Wenn es um den humanitären Zugang zu Millionen von Menschen in schwer erreichbaren und belagerten Gebieten geht sind uns jedoch die Hände gebunden“, so die Organisationen.

action medeor versorgt seit Beginn des Krieges in Syrien Gesundheitsstationen und Krankenhäuser mit Medikamenten und medizinischen Verbrauchsmaterialien. „Die humanitäre Logistik in das Kriegsgebiet ist im Verlauf der Jahre deutlich komplizierter geworden und aktuell nur unter Lebensgefahr möglich“, sagt Dirk Angemeer, Bereichsleiter von action medeor und verantwortlich für die Medikamentenhilfe. „Nur durch die Kooperation mit einem lokalen Partner können wir bedingt Hilfe leisten. Ein sicherer humanitärer Korridor würde es uns ermöglichen, wesentlich mehr Menschen mit den lebenswichtigen Medikamenten versorgen zu können.“

action medeor hat bisher 232 Tonnen Medikamente und medizinische Verbrauchsmaterialien im Wert von 2,5 Millionen Euro an Gesundheitseinrichtungen in Syrien geliefert. Inzwischen benötigen 13,5 Millionen Syrer humanitäre Hilfe, fast die Hälfte davon sind Kinder.

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