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Hingeschaut – action medeor Blog Ein Jahr nach dem Hochwasser

Das Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands verwüstete ganze Orte. Wir blicken zurück: Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Ein Jahr ist es her, dass die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ganze Landstriche verwüstet hat. Kleine Flüsse wie Ahr, Erft oder Rur wurden zu reißenden Strömen, deren Fluten verheerende Schäden anrichteten und über 180 Menschen das Leben kosteten. 

Für action medeor war damals schnell klar: „Wir müssen helfen!“ Eine historische Entscheidung, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte action medeor nur außerhalb Deutschlands Hilfe geleistet. 

Heute, ein Jahr später, schauen wir zurück: Was konnte action medeor innerhalb des letzten Jahres bewirken? Was muss noch getan werden?

Erste Hilfe

Kurz nach der Katastrophe verteilte action medeor im Ahrtal erste Hilfsgüter und stattete ein medizinisches Übergangslager mit Wasserentkeimungstabletten, Ausrüstung und medizinischem Material aus. In den Dörfern Dernau und Rech wurden solarbetriebene Straßenbeleuchtungen installiert, um in den zerstörten Orten ein Mindestmaß an Sicherheit wiederherzustellen. 

Wiederaufbau 

Das Hochwasser zerstörte nicht nur Wohnhäuser, sondern traf unter anderem auch Gebäude von Apotheken, Arztpraxen und Sozialdiensten. Einrichtungen, die normalerweise anderen Menschen helfen, benötigten plötzlich selbst Hilfe. 

In Kalenborn hat action medeor zusammen mit Apotheker ohne Grenzen eine Containeranlage aufgebaut, in der die Arztpraxis von Dr. Stefanie Nacke und die Burg Apotheke aus Altenahr untergebracht wurden. Beide hatten ihre ursprünglichen Standorte durch das Hochwasser verloren. Durch die Unterbringung im Container konnte die hausärztliche und pharmazeutische Versorgung für viele tausend Menschen im Ahrtal nach der Flut schnell gesichert werden. 

In Hönningen wurde mit Containern ein Übergangs-Stützpunkt für die Sozialstation Adenau-Altenahr errichtet. Der vormalige Außenstützpunkt war gemeinsam mit mehreren Fahrzeugen den Fluten zum Opfer gefallen. Das erschwerte den Pflegerinnen, die teils selbst persönlich vom Hochwasser betroffen waren, die Arbeit zusätzlich, denn die Fahrtwege waren nun extrem lang. Durch den neuen Stützpunkt in Hönningen konnten die Fahrtzeiten verkürzt werden, zudem finanzierte action medeor ein neues Fahrzeug. 

Uwe Szymanski, der Leiter der Sozialstation Adenau-Altenahr, kann inzwischen mit Zahlen belegen, was die Hilfe ausmacht: „Wir verkürzen durch den Stützpunkt in Hönningen die Wege, die unsere Pflegerinnen auf der Straße zurücklegen. Inzwischen haben wir dadurch rund 45.000 Kilometer und über 1.000 Arbeitsstunden eingespart – Zeit, die wir statt im Auto bei den Patienten verbringen konnten.“ 

Hilfe für Kinder und Senior:innen

Vor einem Jahr wurde das Ahrtal mit einem mal zu einer einzigen großen Baustelle. Viele Menschen haben praktisch ihr ganzes Lebensumfeld verloren. Besonders hart trifft das Kinder und ältere Menschen. Aus diesem Grund hat action medeor Hilfsangebote entwickelt, die sich an diese Menschen richtet.

So werden beispielsweise die Seniorennachmittage des Maternus-Pflegedienstes in Rech unterstützt. Teilnehmen können Senior:innen mit und ohne Pflegegrad, Transport und Verpflegung werden durch action medeor finanziert. Für viele ältere Menschen in der Region sind die wöchentlichen Treffen inzwischen ein wichtiger sozialer Treffpunkt geworden, für manche sogar die einzige Möglichkeit, sich mit früheren Nachbarn und Freunden auszutauschen. 

Einen Lichtblick für die Kinder schafft Claudia Olef. Die ausgebildete Tanzpädagogin hat mit action medeor ein Angebot für Kinder von vier bis zwölf Jahren entwickelt, bei dem sie spielerisch ihre Fantasie einsetzen und so auch Erlebtes verarbeiten können. In den Tanzstunden verwandeln sie sich beispielsweise in kleine Feen, die die braune Farbe auf den Straßen wegzaubern. Das Ergebnis ist nicht nur Spaß, sondern auch eine physische und psychische Stabilisierung der Kinder. 



Helfen ist selbstverständlich

„Würden meine Familie und ich von einer Naturkatastrophe getroffen werden, würde ich mir auch wünschen, dass es Menschen gibt, die uns helfen. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, Menschen, die in Not geraten sind, zu unterstützen.”

Heike Wennmacher, Spenderin


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