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Hingeschaut Wir müssen an die Menschen in Burundi denken

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    Im offiziellen Flüchtlingslager in Lusenda sind 12.500 Menschen untergebracht.
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    action medeor-Mitarbeiter Emmanuel Limi im Flüchtlingslager von Lusenda.
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    Der mit Lepra infizierte Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht, um ihm die Chance auf eine Behandlung zu geben.

Emmanuel Limi ist bei action medeor verantwortlich für Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in Zentral- und Westafrika. Seit 2015 organisiert er die medizinische Nothilfe für Flüchtlinge aus Burundi.

Medizinische Nothilfe für burundische Flüchtlinge

Eine junge Mutter ist mit ihrem dreijährigen Kind aus der burundischen Hauptstadt Bujumbura über die Grenze in den benachbarten Kongo geflüchtet. In Todesangst hat sie sich mit vielen anderen Familien auf den Weg gemacht, weil Milizen der Regierung Jagd auf jeden machen, der mutmaßlich gegen den burundischen Präsidenten ist.

Nun befindet sie sich mit mehr als 12.000 anderen Burundiern in einem Zeltlager nahe der Grenze in Lusenda, das der UNHCR errichtet hat. Eigentlich wären die beiden jetzt in Sicherheit und es würde ihnen besser gehen, als in dem provisorischen Strohhüttenlager, wo die Flüchtlinge noch vor wenigen Monaten überleben mussten. Doch das dreijährige Kind erkrankt an Malaria und schwebt in Lebensgefahr. Die Krankheitserreger zerstören die roten Blutkörperchen, das Fieber ist auf 39 Grad angestiegen und die Atmung wird immer schlechter.

action medeor-Mitarbeiter Emmanuel Limi, der die medizinische Nothilfe für die burundischen Flüchtlinge koordiniert, hat dafür gesorgt, dass das Kind in das nächste Krankenhaus gebracht wurde, wo es über mehrere Tage Bluttransfusionen erhielt und so gerettet werden konnte.

Den Krankenhausaufenthalt hat action medeor durch Spenden ermöglicht – genau so, wie den Betrieb und den Bedarf der mobilen Klinik im Flüchtlingslager Lusenda, die jeden Tag rund 180 Patienten versorgt.

Emmanuel Limi berichtet nach seiner letzten Projektreise

„Als ich letzten Juni ein action medeor-Projekt in der DR Kongo besuchte, habe ich auch einen Abstecher von Bukavu zum 70 Kilometer südlich gelegenen Luvungi gemacht. Der Ort liegt ganz nah an der Grenze zu Ruanda und Burundi. Dort war damals ein provisorisches Flüchtlingslager, in dem vor allem Frauen und Kinder aus Burundi in selbst gebauten Strohhütten hausten. Es gab dort praktisch nichts – nicht ausreichend zu essen, kein sauberes Wasser, keine Toiletten. Zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation AFPDE haben wir sofort ein Nothilfeprogramm gestartet und kümmern uns seitdem um die medizinische Versorgung dieser Menschen.

Inzwischen wurde in Lusenda, noch einmal 125 Kilometer weiter nach Süden, ein offizielles Flüchtlingslager mit Zelten aufgebaut, in dem 12.500 Menschen untergebracht sind. Dorthin wurden die meisten Flüchtlinge aus dem provisorischen Lager umgesiedelt. action medeor unterstützt jetzt in Lusenda die mobile Klinik, vor der jeden Tag bis zu 180 Menschen Schlange stehen. Malaria, Durchfall und Atemwegserkrankungen sind häufig der Grund.

Einmal kam ein siebenjähriger Junge, bei dem Lepra festgestellt wurde. Lepra ist nur schwach ansteckend, aber mangelnde Hygiene und Unterernährung können die Anfälligkeit erhöhen. Wir haben sofort die lokale Gesundheitsbehörde eingeschaltet und den Jungen in ein Krankenhaus gebracht, um ihm die Chance auf eine Behandlung zu geben.

Ein anderes Mal brachte eine Mutter ihr Dreijähriges, das unter einer schweren Malaria litt und vor kurzem schon eine Blutspende von der Mutter erhalten hatte. Das Kind war sehr schwach und atmete mit großer Mühe. Ohne eine weitere Bluttransfusion wäre es nicht zu retten gewesen, also haben wir es in ein Krankenhaus gebracht und action medeor hat die Kosten für die Transfusion und den Aufenthalt dort übernommen. Die Weiterversorgung war dann in der mobilen Klinik in Lusenda möglich und jetzt geht es dem Kind zum Glück wieder gut."

Warum die Menschen aus Burundi fliehen

Seit 11 Monaten herrschen in Burundi Unruhen aufgrund des Protests gegen den Präsidenten Pierre Nkurunziza, der sich 2015 entgegen der Verfassung zum dritten Mal wählen ließ. Die Regierung geht mit Gewalt gegen mutmaßliche Anhänger der Opposition vor, bis jetzt sind 240.000 Menschen in die Nachbarländer geflüchtet. Der Konflikt zwischen Tutsi und Hutu spielt dabei, genau wie schon 1994 in Ruanda, eine wesentliche Rolle.

Aus Burundi sind inzwischen 240.000 Menschen geflohen.
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