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Hingeschaut Ein Rückblick auf 2015

Zwei nepalesische Jungen schauen in die Ferne

Zwei nepalesische Jungen schauen in die Ferne

Im Rückblick auf das Jahr 2015 gibt es zwei Ereignisse, die die Arbeit von action medeor besonders bestimmt haben: die Erdbeben in Nepal und die Flucht von immer mehr Syrern bis nach Europa.

Es gab weitere Katastrophen abseits der Medien und der Öffentlichkeit, bei denen action medeor Hilfe geleistet hat und auch durch die Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit konnten wir viel für Menschen erreichen, die keinen Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung haben. Mit einem kurzen Jahresrückblick wollen wir die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2015 Revue passieren lassen.

Der Einsatz gegen Ebola begann für action medeor im Juli 2014 mit einem Hilferuf der Gerlib-Klinik aus Monrovia/Liberia. Ein Mitarbeiter war positiv auf Ebola getestet worden, fand dann keinen Platz in einer Isolierstation und starb nach wenigen Tagen in der Klinik. In Liberia und allen anderen betroffenen Gebieten fehlte Schutzausrüstung für die Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen. Außerdem gab es keine ausreichenden Bettenkapazitäten, um Patienten mit Verdacht auf Ebola sicher isolieren und behandeln zu können. Daraufhin hatte action medeor eine Isolierstation mit 44 Betten aufgebaut und in den folgenden Monaten Gesundheitsstationen und Krankenhäuser mit Schutzkleidung und Medikamenten versorgt. Die Epidemie gilt zwar als beendet, dennoch meldete das liberianische Gesundheitsministerium im November 2015 erneut drei Fälle einer bestätigten Ebolainfektion.

Am 25. April erschütterte ein Erdbeben Nepal und die gesamte Himalayaregion. Es folgten mehrere, zum Teil starke, Nachbeben bis in den Mai. Fast 9.000 Menschen starben, über 20.000 wurden verletzt. Schon vor der Katastrophe war die Gesundheitsversorgung in Nepal unzureichend. Medizinische Hilfe aus dem Ausland war somit besonders dringend nötig. Im Rahmen eines sechswöchigen Nothilfeeinsatzes brachte action medeor Hilfslieferungen mit Medikamenten auf den Weg und richtete eine temporäre Medikamentenverteilstelle ein, die von action medeor-Mitarbeitern betrieben wurde. Jetzt beteiligt sich action medeor am Wiederaufbau der Gesundheitsinfrastruktur in Nepal.

Eine Katastrophe, deren Ende noch immer nicht abzusehen ist, ereignet sich seit Jahren im Nahen Osten. Bereits seit 2012 sendet action medeor Hilfslieferungen zu Krankenhäusern nach Syrien, dem vom Bürgerkrieg zunehmend zerstörten Land. 2015 hat sich die Lage weiter zugespitzt und die Menschen fliehen nicht mehr nur in die Nachbarländer, sondern bis nach Europa. action medeor verschickte deshalb große Hilfslieferungen für Flüchtlingslager in der Türkei und dem Nord-Irak. Außerdem wurden Hilfslieferungen nach Griechenland, zu den ostägäischen Inseln, gesendet.

Doch nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Ostafrika setzt sich action medeor für Flüchtlinge ein, wo etwa 220.000 Burundier vor Ausschreitungen in die benachbarten Länder geflohen sind. Die Situation in den Flüchtlingslagern im Kongo war besonders zu Beginn katastrophal, als die Flüchtlinge in selbstgebauten Strohhütten hausten. action medeor setzte sich unter anderem für die Einrichtung einer mobilen Klinik ein, um den Menschen zu helfen. Im kommenden Jahr werden wir uns weiterhin für Burundis Flüchtlinge stark machen und die Hilfe ausweiten.

Im November besuchte der amerikanische Arzt Dr. Tom Catena die Zentrale von action medeor, um über seine Arbeit im Mother of Mercy-Hospital in den Nuba-Bergen zu berichten. Die Nuba-Berge zählen geographisch und politisch zum Sudan, kulturell und ethnisch fühlen sich die Menschen jedoch dem seit 2011 unabhängigen Südsudan zugehörig. Immer wieder bombardiert die Regierung des Sudan die Region, um Aufstände zu verhindern und verletzt dabei zahlreiche Zivilisten. Dr. Catena ist der einzige Arzt für die etwa 750.000 Menschen in dieser Region. action medeor unterstützt das Krankenhaus seit vielen Jahren und auch jetzt steht eine neue Hilfslieferung bereit. Da die sudanesische Regierung keine Hilfslieferungen in die Nuba-Berge erlaubt, müssen die Hilfsgüter nach Kenia gesendet und ab da mit dem Lastwagen auf einer schlecht ausgebauten Piste bis zum Krankenhaus transportiert werden. Eine aufwändige, gefährliche und auch sehr teure Prozedur, aber nur so können wir den Menschen helfen.

Neben der Not- und Katastrophenhilfe setzt action medeor nachhaltige Gesundheitsprojekte um. Dies geschieht immer in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen vor Ort als Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei geht es oft um Basisgesundheitsversorgung, Mutter-Kind-Gesundheit und auch Katastrophenvorsorge. Als Medikamentenhilfswerk verfügen wir außerdem über ein ausgeprägtes pharmazeutisches Knowhow, das wir im Rahmen der pharmazeutischen Fachberatung weitergeben.

Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertigen Medikamenten ist der Aufbau einer neuen action medeor-Niederlassung in Malawi. Diese wird nach dem Vorbild der Niederlassung in Tansania aufgebaut, die gerade ihr zehnjähriges Jubiläum feierte.

Gesundheitsprojekte sowie schnelle Hilfe im Katastrophenfall sind nicht ohne die Spender und Unterstützer von action medeor möglich. Dafür ein großes Dankeschön!

Das action medeor-Team wünscht Ihnen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr.