Ein Mann mit einem action medeor-T-Shirt wäscht sich die Hände.
action medeor liefert alles, was es in der DR Kongo braucht, um während der Ebola-Epidemie Leben zu retten. Foto: AFPDE/action medeor

Ebola 2026: Soziale Krise im Schatten der Weltöffentlichkeit

Die Zahl der Ebola-Infizierten und -Toten  steigen in der DR Kongo immer weiter. Die Epidemie entwickelt sich immer mehr zu einer sozialen Krise. 

Ebola in der DR Kongo: Ihre Hilfe schützt Leben

Es ist der 18. Mai, als die Notapotheke der Welt die Nachricht vom Ebola-Ausbruch erreicht. Sie weckt sofort Erinnerungen an die Epidemie von 2014 bis 2016, die tausende Menschen das Leben kostete. Auch 2026 trifft es mit der DR Kongo ein Projektland von action medeor, in dem unser Tönisvorster Hilfswerk seit über 20 Jahren aktiv ist. 

"Diese Epidemie ist nicht nur ein medizinischer Notfall, sondern auch eine menschliche und soziale Krise", berichtet Dr. Joseph Kasanda. Er koordiniert in der Demokratischen Republik Kongo die Hilfsmaßnahmen gegen das Ebola-Virus von action medeor. "Vor Ort zeigt sich, dass die Krise nicht nur medizinische Ursachen hat, sondern durch soziale Spannungen, Ängste und schwache Strukturen verstärkt wird - und genau das erschwert die Bekämpfung erheblich."

Neue Virusvariante erschwert Eindämmung

Der Ausbruch der Ebola-Epidemie 2026 wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht - einen Erreger, gegen den es bislang keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Er wird über Kontakte mit Speichel, Blut, Erbrochenem, Urin, Schweiß, Muttermilch und Sperma übertragen. Besonders die Beisetzung von Verstorbenen bildet eines der höchsten Ansteckungsrisiken, da die Körper selbst nach dem Tod noch hohe Virusmengen enthalten. Umso wichtiger sind Schutzmaßnahmen, schnelle Diagnosen und die Unterbrechung von Infektionsketten.

Hinter jeder Infiziertenzahl steht ein Mensch

So etwa eine Mutter wie Eunice*. Als sie erfährt, dass sie sich mit Ebola infiziert hat, kann sie es zunächst nicht glauben. Dann verliert sie ihren Mann und ihre Kinder an die Krankheit. Eunice entscheidet sich trotz ihrer anfänglichen Skepsis für die Behandlung und überlebt als Einzige ihrer Familie. 

Heute kümmert sie sich vor dem Behandlungszentrum in Rwampara um Kinder von Ebola-Patientinnen und -Patienten. Dort begegnet sie auch der sechsjährigen Imani*. Das Mädchen hat fast seine gesamte Familie an das Virus verloren. Nur ihr Bruder lebt noch, doch sein Schicksal ist ungewiss. Sie wartet vor dem Behandlungszentrum darauf, dass er - hoffentlich genesen - die Einrichtung verlassen kann. 

Ein Mann und eine Frau vor einer Gesundheitseinrichtung.
action medeor-Mitarbeiter Emmanuel Limi (links) traf auf seiner Reise in der DR Kongo eine Frau, die ihre komplette Familie an das Ebola-Virus verloren hatte. Foto: action medeor

Es fehlt weiterhin an lebenswichtiger Hilfe

Unser Kollege Emmanuel Limi traf Eunice und Imani während seiner Reise in das Epidemiegebiet. Die beiden stehen stellvertretend für viele Familien, deren Leben durch Ebola erschüttert wurde.

„Ich bin vor Ort auf große Dankbarkeit gestoßen. Aber es fehlt immer noch an vielen Dingen.“

Emmanuel Limi

Teamleitung Programme und Verantwortlicher für die action medeor-Projekte in der DR Kongo 

Die Epidemie ist noch nicht überwunden. Damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet und die Menschen vor einer Ansteckung geschützt werden können, wird dringend medizinisches Schutzmaterial benötigt. action medeor hat mit Stand von Mitte Oktober drei Hilfslieferungen mit Schutzmaterial in die betroffene Region nach Ituri geschickt. Doch die Epidemie ist noch nicht eingedämmt. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt täglich weiter. 

Jetzt zählt jede Hilfe!

Jede Lieferung, Schulung und Schutzmaske hilft dabei, das medizinische Personal zu schützen, Menschenleben zu retten und Menschen in der DR Kongo neue Hoffnung zu schenken.

*Name zum Schutz geändert

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