Zwei Hände halten zwei Malaria-Tests in der Hand. action medeor klärt über Übertragung, Diagnose und Therapie der Tropenkrankheit auf.
© action medeor / B. Breuer

Malaria: 12 Fakten zur Tropenkrankheit

Seit Jahrzehten setzt sich action medeor gegen die Bekämpfung von Malaria ein. Doch ist die lebensgefährliche Tropenkrankheit ansteckend von Mensch zu Mensch? Wie äußern sich die Malaria-Symptome, und ist die Krankheit heilbar? Dieser Artikel klärt über Übertragung, Verbreitung, Diagnose und Behandlung auf.

1. Allgemeine Informationen über Malaria

Was ist Malaria und was sind Malaria-Erreger?

Malaria wird auch Fieberkrankheit genannt und bildet eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt, die bei Betroffenen - bei Infektion - immer medikamentös behandelt werden muss. Man  unterscheidet dabei zwischen Malaria tropica und Malaria tertiana.

Malaria wird dabei über verschiedene Erreger übertragen. Bei den Erregern handelt es sich um einzelligen Parasiten, den sogenannten Plasmodien. Fünf Plasmodienarten können bei Menschen zum Ausbruch von Malaria führen: Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax gelten als die gefährlichsten Malaria-Parasiten; Plasmodium knowlesi, Plasmodium malariae und Plasmodium ovale.

Ist Malaria ansteckend?

Nein, Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, außer in seltenen Fällen wie: Bluttransfusionen oder kontaminierte Nadeln, von der Mutter auf das ungeborene Kind oder Organtransplantationen.

Wie wird Malaria übertragen?

Die Hauptübertragung von Plasmodium falciparum, Plasmodium vivax gelten, Plasmodium knowlesi, Plasmodium malariae und Plasmodium ovale erfolgt durch den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke, die den Malaria-Erreger (Plasmodium) in den Blutkreislauf abgibt. Die Mücken sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv.

2. Malaria-Symptome

Wie schnell treten nach einer Malaria-Infektion die ersten Symptome auf?

Die Malaria-Symptome treten meist 7 bis 30 Tage nach der Infektion auf, können sich aber auch erst Monate später zeigen.

Was sind typische Symptome für eine Ansteckung mit Malaria?

Die Tropenkrankheit wird gerade in der Anfangszeit häufig mit einer Grippe oder einer Ansteckung mit dem Noro-Virus verwechselt, sind die Beschwerden wie Schüttelfrost, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwächegefühl, Müdigkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall ihnen sehr ähnlich. Doch anders als eine Grippe oder ein Magen-Darm-Virus kann Malaria - je nach Plasmodium - bereits innerhalb der ersten 24 Stunden mit Komplikationen wie Krampfanfällen, Nierenversagen, Kreislaufzusammenbrüchen und Anämie verbunden sein, die unbehandelt sogar tödlich enden können.

Grundsätzlich gilt: Wer mit einem der genannten Plasmodien in Kontakt gekommen ist, ist für eine Infektion mit Malaria gefährdet.

action medeor versorgt die Gesundheitsstationen in der DR Kongo mit essenziellen Malaria-Tests, damit die Bevölkerung auf die gefährliche Erkrankung getestet werden kann. Archiv-Foto: AEO/CNA

Können sich Malaria-Symptome auch erst nach Jahren zeigen?

Ja, tatsächlich ist es möglich, dass sich Symptome einer Malaria-Erkrankung erst Jahre nach der eigentlichen Erstinfektion zeigen. Dafür sind sogenannte Hypnozoiten verantwortlich, eine besondere Parasitenform in der Leber, die erst nach einiger Zeit aktiv wird und typische Malaria-Symptome auslöst.

3. Verbreitung und Risikogruppen

In welchen Ländern ist die Ansteckung mit Malaria besonders hoch?

Malaria ist vor allem in tropischen und subtropischen Ländern weit verbreitet. Am meisten sind afrikanische Länder wie der Kongo, Malawi, etc. von der Krankheit betroffen, gefolgt von Asien und Südamerika. Immer wieder bringen Reisende die Erkrankung aber in europäische Länder und sogar nach Deutschland mit.

Wer ist besonders für eine Ansteckung gefährdet?

Besonders Kinder und Schwangere sind für eine Malaria-Infektion gefährdet.

Weshalb stecken sich vor allem arme Menschen mit Malaria an?

Malaria zählt neben Aids, Tuberkulose und Cholera zu einer der sogenannten Armutskrankheiten. Die Erkrankung tritt vor allem in solchen Ländern auf, in denen es kaum adäquate Hygienebedingungen und kaum Zugang zu medizinischer Versorgung und Aufklärung gibt. Die Kosten für die Anreise zu Gesundheitszentren und Krankenhäusern sowie die Diagnostik und Behandlung übersteigen gerade in vielen Subsahara-Ländern nach wie vor die Möglichkeiten vieler Menschen, die oft kaum genug Geld für die eigene, geschweige denn familiäre Versorgung aufbringen können. Hier setzt die Arbeit von action medeor - der "Notapotheke der Welt" an

Eine Frau mit ihrem Baby.
Schwangere Frauen und Kinder gehören zu den Risikogruppen bei einer Malaria-Infektion. Archiv-Foto: Fabrice Mbonankira/action medeor/Fairpicture

4. Prophylaxe und Behandlung

Wie kann ich mich vor einer Infektion mit dem Malaria-Erreger schützen?

Wer eine Reise in ein tropisches oder subtropisches Land plant, ist besonders für eine Infektion mit den Malaria-Erregern gefährdet. Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax gelten innerhalb und außerhalb Afrikas zu den tödlichsten Parasiten-Arten. Deshalb sollte bei der Planung einer Reise in afrikanische, indische und südamerikanische Länder dringend ein lokales Tropeninstitut aufgesucht werden, das auf die Tropenmedizin spezialisiert ist. Hier bekommt man Unterstützung bei der medikamentösen Vorbeugung und besten Reisemedizin, denn vor allem präventiv können Medikamente eingenommen werden, die die Ansteckungsgefahr mit einem Malaria-Erreger minimieren.

In Ergänzung der medikamentösen Prophylaxe ist eine sogenannte Expositionsprophylaxe unerlässlich. So sollten vor allem Schlafräume moskito- und mückensicher mit Fliegengittern und Moskitonetzen gemacht werden. Auch können Mückenabwehrsprays helfen, die man am besten erst lokal kauft. Zusätzlich kann das Tragen von hellen und langen Kleidungsstücken vor Moskito- und Mückenstichen schützen.

Malaria-Tests
Malaria kann mit ersten Tests nachweislich diagnostiziert werden. Einen Impfstoff gegen die lebensgefährliche Krankheit gibt es nach wie vor nicht. Archiv-Foto: action medeor>

Gibt es einen Impfstoff gegen Malaria?

Nein, bislang gibt es noch keinen offiziellen Impfstoff gegen die Tropenkrankheit. Tropeninstitute arbeiten allerdings schon seit Jahren an einem Impfstoff.

Ist Malaria heilbar?

Ja, Malaria ist heilbar, wenn es rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Bei Verdacht sollte sofort ein Arzt, im besten Fall ein Facharzt für Tropenmedizin, aufgesucht werden. Schnelltests können bei einer ersten Diagnostik helfen.

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie umfasst

  • Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACT) bei Plasmodium falciparum (der gefährlichsten Malaria-Art)

  • Chloroquin in Regionen, wo der Erreger noch empfindlich darauf reagiert

  • Prophylaxe-Medikamente für Reisende in Risikogebiete

5. Welche Maßnahmen setzt action medeor gegen Malaria um?

Dass kein Mensch mehr an einer behandelbaren oder vermeidbaren Krankheit leiden oder sterben muss, ist die Grundvision von action medeor. Dazu zählt auch Malaria. Unser Tönisvorster Hilfswerk liefert alles, was es braucht - von Moskitonetzen über Malaria-Schnelltests bis hin zu Medikamenten zur Behandlung - genau dort hin, wo Menschen es am dringendsten benötigen. D.h. vor allem an Gesundheitsstationen und Krankenhäuser. Darüber hinaus leistet action medeor in betroffenen Regionen wichtige Aufklärungsarbeit und sensibilisiert für die Tropenkrankheit.

Ein Apotheker gibt einer Frau mit Baby Medikamente.
action medeor versorgt Gesundheitsstationen, Krankenhäuser und Apotheken in Afrika mit Medikamenten, die gegen die Malaria-Erreger wirken. Archiv-Foto: action medeor>

Welche Projekte von action medeor gibt es konkret zu Malaria?

action medeor - die Notapotheke der Welt - leistet weltweit seit Jahrzehnten wichtige Hilfe in Tropen- und Subtropenländern und hat bereits Projekte wie dieses zur Behandlung von Malaria in der DR Kongo umgesetzt. Dabei stellen wir die notwendige Medizin, medizinische Geräte und Fachwissen. Krankheiten wie Malaria vermeidbar und behandelbar zu machen, ist unsere Vision.

Doch dabei sind wir auf Unterstützung angewiesen. Helfen Sie uns, um lebensrettende Medikamente in entlegene Regionen zu bringen und den Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen!

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