Venezuela

Die anhaltende humanitäre und wirtschaftliche Krise in Venezuela hat Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen - oft in Ermangelung von Nahrung, medizinischer Versorgung und sicheren Lebensperspektiven.

Verlust der Lebensgrundlage für viele Venezolaner:innen

Die humanitäre Lage in Venezuela bleibt äußerst kritisch und wird von internationalen Organisationen weiterhin als komplexe humanitäre Notlage eingestuft. Trotz einer leichten wirtschaftlichen Erholung in einzelnen Sektoren lebt ein Großteil der Bevölkerung weiterhin in Armut. Ernährungsunsicherheit, unzuverlässige Trinkwasserversorgung und der weitgehende Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen prägen den Alltag vieler Menschen. Millionen Haushalte sind gezwungen, Mahlzeiten auszulassen oder auf minderwertige Lebensmittel zurückzugreifen.

Das Gesundheitssystem ist nach wie vor massiv überlastet. Viele Krankenhäuser verfügen weder über ausreichend Personal noch über Medikamente, medizinische Geräte oder eine stabile Strom‑ und Wasserversorgung. Die langjährige Inflation und niedrige Löhne haben zu einer Abwanderung zehntausender Ärzt:innen, Pflegekräfte und anderer Fachkräfte geführt. Infolge dessen erhalten viele Menschen keine angemessene medizinische Versorgung, selbst bei behandelbaren Krankheiten.
Aufgrund dieser anhaltenden Krise haben Millionen Venezolaner:innen ihr Land verlassen. Der Großteil der Geflüchteten lebt in Lateinamerika und der Karibik, insbesondere in Kolumbien, aber auch in Peru, Brasilien, Chile und Ecuador. Venezuela gilt inzwischen als eines der Länder mit der größten Fluchtbewegung weltweit.

In Zahlen: Die Situation in Venezuela

  • Über 70% der Haushalte leben in Armut, rund 30% in extremer Armut
  • Mindestens 7,6 Mio. Menschen snd seit 2015 aus Venezuela geflohen - darunter mehrere Millionen Kinder und Jugendliche
  • Rund 7 Millionen Menschen gelten offiziell als auf humanitäre Hilfe angewiesen; einige Analysen gehen sogar von bis zu 70% der Bevölkerung aus, die Unterstützung benötigen

Medikamentenversorgung und Verbesserung der Ernährungssituation

action medeor engagiert sich mit vielfältigen Maßnahmen, um die Menschen in Venezuela und auch in den Nachbarländern zu unterstützen: Mit Medikamentenlieferungen unterstützen wir die Versorgung von Patienten in abgelegenen Regionen des Landes. Seit 2023 setzt action medeor zudem ein Programm mit drei lokalen Partnerorganisationen um, das die Nahrungsmittelversorgung mit lokal bewährten Methoden sichern und das Wissen um diese Methoden in der Bevölkerung verbreiten soll. Neben diesen Maßnahmen im Land selbst unterstützt action medeor außerdem Geflüchtete aus Venezuela im Nachbarland Kolumbien.

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