Ein Mitarbeiter von action medeor in einer Sozialapotheke in der Ukraine überreicht Medikamente an eine bedürftige Person.

Ukraine

Der Krieg in der Ukraine hat seit 2022 Millionen Menschen ihrer Heimat beraubt, das Gesundheitssystem schwer beschädigt und eine anhaltende humanitäre Notlage von europäischem Ausmaß geschaffen.

Ein Land im Ausnahmezustand

Seit Beginn des Angriffskriegs  im Februar 2022 sind unzählige Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. In vielen Regionen – insbesondere in Front‑ und Grenzgebieten – herrscht ein akuter Mangel an medizinischer Versorgung, Personal und medizinischem Equipment. Krankenhäuser und Gesundheitszentren sind überlastet oder beschädigt, zugleich nehmen Verletzungen, chronische Erkrankungen und psychische Belastungen deutlich zu. Besonders Kinder sind massiv betroffen und leiden häufig unter psychischen Traumata, Angststörungen und Entwicklungsbeeinträchtigungen.

Durch systematische Angriffe auf Energie‑, Wasser‑ und Gesundheitsinfrastruktur fehlt es in vielen Landesteilen weiterhin an Strom und fließendem Trinkwasser. Diese Versorgungsengpässe beeinträchtigen nicht nur den Alltag, sondern stellen auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Ohne sauberes Wasser steigt die Gefahr von Durchfall‑ und Infektionskrankheiten, darunter auch Cholera‑ähnliche Ausbrüche, insbesondere in Notunterkünften und dicht besiedelten Gebieten.

In Zahlen: Die Situation in der Ukraine

  • Mehr als 10,8 Mio. Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • Mindestens 3,7 Mio. sind Binnen-Geflüchtete innerhalb der Ukraine
  • Mindestens 5,9 Mio. Menschen sind in benachbarte Länder und andere europäische Staaten geflohen
  • Über 2.800 Angriffe auf Einrichtungen des ukrainischen Gesundheitssystems wurden seit Kriegsbeginn dokumentiert; Krankenhäuser, Gesundheitszentren, Ambulanzen und medizinische Lager wurden direkt oder indirekt beschädigt oder zerstört
  • Schätzungen zufolge ist rund ein Viertel der Bevölkerung – bei Kindern und Menschen in Frontgebieten deutlich mehr – gefährdet, langfristige psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen zu entwickeln

Medikamente, Wasser, Wärme – und ein paar Lichtblicke im Krieg

Bereits zwei Tage vor der Eskalation des Krieges, am 22. Februar 2022, erhielt action medeor den Hilferuf eines ukrainischen Krankenhauses, dem wichtige Medikamente ausgingen. Es war der Beginn der bislang größten Hilfsaktion unseres Hilfswerks. Vom Medikamentenlager in Tönisvorst aus wurden tonnenweise lebenswichtige Arzneien und medizinisches Equipment in die Ukraine gebracht, von mobilen Röntgengeräten bis hin zu ganzen Krankenwagen. Bis heute beliefern wir rund 200 Krankenhäuser im ganzen Land mit lebensnotwendigen Medikamenten, insbesondere zur Versorgung chronisch kranker Menschen.

Im Süden der Ukraine hat action medeor darüber hinaus verschiedene humanitäre Projekte gestartet, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen lokalen Partnerorganisationen durchgeführt werden. In der Region rund um die Städte Odessa, Mykolajiw und Cherson versorgen wir geflüchtete, alte, kranke und bedürftige Menschen mit kostenfreien Medikamenten, Trinkwasser, warmen Mahlzeiten, Heizmaterial für den Winter und psychosozialer Betreuung. Mit mobilen Teams erreichen wir dabei auch die entlegenen Dörfer nahe der Front, in denen es keine Apotheken mehr gibt. Für die Kinder und Familien dort organisieren wir Spielenachmittage – und spenden ihnen so ein paar Lichtblicke mitten im Krieg.

„Bei den Spielenachmittagen findet nicht einfach nur ein Kinderprogramm statt, sondern es geschieht etwas sehr Wichtiges: Die Kinder dürfen für einen kurzen Zeitraum einfach nur Kinder sein. Sie bekommen für einen Moment ihre Unbeschwertheit zurück. Man sieht es in ihren Augen, wie sehr sie das lieben. Und wie sehr sie das brauchen.“

Markus Bremers
Pressesprecher action medeor

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