Eine Apothekerin umarmt eine ältere Frau.
Ohne die Hilfe von Apothekerin Yuliia würde Patientin Olha von der Außenwelt abgeschnitten bleiben und auf lebenswichtige Medikamente verzichten müssen.

Ukraine: Starke Frauen auf lebensrettender Mission

Nach vier Jahren Krieg gegen Russland liegt hinter der Ukraine ein besonders harter Winter. Mutige Frauen wie Yuliia, Mariia und Viktoria brachten nicht nur in dieser Zeit lebenswichtige Medikamente auch in frontnahen Dörfern bis ans Krankenbett. Doch die Mittel dafür werden immer knapper.

Schon vor dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine war es nicht üblich, dass Hausärztinnen und -ärzte regelmäßig auf die Dörfer zur Visite fuhren. Vielleicht alle ein bis zwei Monate konnten die Menschen auf medizinische Hilfe hoffen – wenn es dann nicht schon längst zu spät war. Mit der alltäglichen Gefahr von Drohnenangriffen und Stromausfällen hat sich die Lage weiter verschärft.

 

Yuliia, Mariia und Viktoria gehen Risiken ein

Apothekerin Yuliia, Ärztin Mariia und Krankenschwester Viktoria wollen das nicht hinnehmen. Was sie eint und besonders beeindruckt, ist ihre Beharrlichkeit, auch dann kranken Menschen zu helfen, wenn sie sich dabei selbst in Gefahr bringen müssen.

„Als Vertriebene weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn dein Leben nicht mehr dir selbst gehört. Ich bin dankbar, dass ich diese Arbeit machen darf. Ich sehe hier, dass die Hilfe ankommt.“  

Yuliia
Chefapothekerin in der Sozialapotheke unseres Partners Your City, Odessa

Einzige Hoffnung nach hartem Winter

Der lange Kriegswinter mit seinen Stromausfällen hat viele chronische Erkrankungen verschlimmert“, alarmiert die junge Ärztin Mariia. Sie und ihre Kolleginnen werden inmitten des Ukraine-Krieges für viele zur letzten Verbindung zur Außenwelt, wie im Falle von Olha. Der alten Dame mussten beide Beine amputiert werden. Aus eigener Kraft zum Arzt, geschweige denn lebensnotwendige Medikamente besorgen – für die bettlägerige Frau unmöglich. Allein im Flur zurückgelassen, ist ihre einzige Hoffnung Apothekerin Yuliia, die ihr die Medikamente bis ans Krankenbett bringt.

Sozialapotheke unseres Partners Your City: Rettungsanker im Kriegsgebiet

Der internationale Wohltätigkeitsfond Your City ist ein Partner von action medeor in der Ukraine. Ein medizinisches Fachkräfte-Team, bestehend aus Ärzt:innen, Apotheker:innen wie Yuliia und freiwilligen Helfern leistet inmitten des Krieges medizinische, medikamentöse und psychologische Hilfe für ukrainische Zivilist:innen. Your City betreibt eine Sozialapotheke in Odessa in der Südukraine. Hier erhalten die Menschen kostenlos notwendige Medikamente, erfahren nach traumatischen Erlebnissen aber auch psychologische Unterstützung. action medeor beliefert die Sozialapotheke regelmäßig mit Medikamenten aus dem Lager in Tönisvorst.

Mangel an Medikamenten, Laboruntersuchungen und mobilen Arztpraxen

Die drei Ukrainerinnen sind da, wenn es drauf ankommt und treffen täglich Menschen, die ihren Besuch sehnlich erwarten. Viele davon wissen dabei oft noch nicht mal, dass sie bereits in akuter Gefahr sind und bereits an gefährlichen Krankheiten leiden. Ohne die richtigen Medikamente, Laboruntersuchungen und mobile Arztpraxen können diese lebensbedrohlich enden.

„Situation verschlechtert sich von Monat zu Monat weiter“

Auch wenn sich schon einiges in der Ukraine dank Ihrer Hilfe getan hat, sind die Menschen vor Ort weiterhin dringend auf Ihre Spenden angewiesen. „Inzwischen sind alle erschöpft und konzentrieren sich darauf, grundlegende menschliche Bedürfnisse zu sichern, ohne eine klare Vorstellung von der nahen Zukunft“, macht Mariia deutlich.

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