Mädchen und eine Frau in einem Zelt.
Ein neues Projekt mit dem Auswärtigen Amt soll Überlebenden geschlechtsbasierter Gewalt neue Hoffnung schenken. Foto: Fairpicture

Nothilfe für Gesundheit, Unterstützung von GBV-Überlebenden, akute Unterernährung, WASH (Choleraprävention) in Süd-Kivu

Extreme Gewalt, massenhafte Vertreibung, zerstörte Infrastruktur, Epidemien und der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung prägen die Konfliktregion Süd-Kivus und machen das Leben für die Bevölkerung kaum ertragbar.

Fast die Hälfte der Menschen in Süd-Kivu kämpft ums Überleben und befinden sich in einer ernährungstechnischen Krise beziehungsweise Notlage; fast 75 Prozent der Haushalte haben einen unzureichenden oder grenzwertigen Lebensmittelkonsum. Besonder Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere oder stillende Frauen sind davon akut betroffen und leiden unter Mangelernährung.

Gepaart mit einem gefährlichen Zusammenspiel aus sexualisierter Gewalt, Vertreibung, Epidemien und zerstörter Gesundheitsversorgung, befindet sich die Region in einer dauerhaften humanitären Notlage, die sich immer weiter verschärft. Über 70 Gesundheitseinrichtungen in der Region Süd-Kivu wurden zerstört, weitere beschädigt. Der Mangel an Personal, Medikamenten, Impfungen und funktionierenden Kliniken erhöht selbst bei behandelbaren Krankheiten wie Malaria, Cholera, Masern und Mpox die Sterblichkeitsrate immens. Die Ebola-Epidemie hat das noch weiter verschärft.

Hygienebedingungen für Bevölkerung verbessern

Unsichere Wege, Minen und Angriffe auf die Infrastruktur haben zur Folge, dass humanitäre Hilfe nur eingeschränkt möglich ist. action medeor will im Rahmen eines neuen Projekts die lokalen Gesundheitseinrichtungen in ausgewählten Regionen mit Medikamenten, medizinischer Ausstattung, Sanitäranlagen und fachlicher Begleitung unterstützen, um die Versorgung in dieser akuten Notlage zu stabilisieren.

Unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung ist ein entscheidender Faktor für den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten. Aus diesem Grund umfasst das Projekt vielfältige Maßnahmen, um die Trinkwasser- und Sanitärversorgung in der Projektregion zu verbessern.

Gezielt sollen im Rahmen des Projekts Überlebende von sexualisierter Gewalt, darunter häufig Kinder und Frauen, sowie ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit Behinderungen Zugang zu Hilfsmitteln, humanitären Maßnahmen und medizinischer Versorgung erhalten. 

Projektbeschreibung

  • Projektziel: Verminderung der Morbidität und Mortalität in den Konfliktregionen Süd Kivus durch eine Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsdiensten (Outcome 1), durch einen effektiven Schutz und Unterstützung für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt (Outcome 2) sowie durch Prävention und Kontrolle von Krankheiten mit epidemischem Potential (Outcome 3).
  • Projektfokus: Gesundheit, WASH
  • Zielgruppe: Die Ernährungslage ist alarmierend: Von einer Gesamtbevölkerung von rund 971.000 Menschen befinden sich über 445.000 Personen in IPC-Phase 3 und 4 (Krise und Notlage). 74 % der Haushalte weisen einen unzureichenden oder grenzwertigen Lebensmittelkonsum auf. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren (17 %) sowie schwangere und stillende Frauen (6 %), die unter akuter Mangelernährung leiden. Frauen und Mädchen sind in besonderem Maße sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Zwischen Januar und März 2026 wurden 2.905 neue Fälle von Vergewaltigung dokumentiert. Nur ein geringer Teil der Betroffenen erhielt Zugang zu medizinischer Soforthilfe, psychosozialer Betreuung oder rechtlicher Unterstützung. Viele Überlebende sind zusätzlich von sozialer Ausgrenzung, extremer Armut und psychischen Traumata betroffen. Menschen mit Behinderungen sind häufig mehrfach diskriminiert, haben kaum Zugang zu Hilfsmitteln, Gesundheitsversorgung oder Schutzdiensten und sind von humanitären Maßnahmen oft ausgeschlossen.
  • Projektgebiet: Gesundheitszonen Uvira, Ruzizi, Lemera und Nyantende DR Kongo
  • Aktivitäten:
    • Quantitative und qualitative Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung für gefährdete Bevölkerungsgruppen: durch die Unterstützung lokaler Gesundheitseinrichtungen, durch quantitative und qualitative Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung für gefährdete Bevölkerungsgruppen und durch die Unterstützung lokaler Gesundheitseinrichtungen
    • Gewährleistung medizinischer Versorgung von Überlebenden sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt in ausgewählten Gesundheitseinrichtungen durch Versorgung mit Post‑Expositionsprophylaxe‑Kits (PEP) zur medizinischen Notfallversorgung von Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt.
    • Verbesserte Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen gegen wasserinduzierte Krankheiten, sowie gegen damit verbundene Epidemien (insbesondere Cholera im Zusammenhang mit dem Tanganjikasee und dem Fluss Ruzizi) durch Sanierung/Bau von Sanitäranlagen in medizinischen Einrichtungen (Duschen, Latrinen, Abfallbereiche einschließlich Einfriedungen) zur Sicherstellung hygienischer und sicherer Versorgungsbedingungen.
  • Laufzeit: 01.07.2026 – 30.06.2028 (24 Monate)
  • Finanzvolumen: 5.871.495,24 Mio. €
  • Projektpartner: Association des Femmes pour la Promotion et le Développement Endogène - AFPDE asbl und Assistance aux Enfants Abandonnés et Orphelins / Centre nutritionnel et alimentaire (AEO/CNA)
  • Förderung: Auswärtiges Amt
  • Projektnummer: 6100226

Ihr Ansprechpartner

Emmanuel Limi

Emmanuel Limi
Leitungsteam Programme

Tel.: 02156 9788-197

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