Eine jüngere und eine ältere Frau, die ein Medikament in den Händen hält, lachen zusammen.
Das Team von PCST begleitet schwerkranke Menschen wie Belita auf ihrer letzten Lebensreise und ermöglicht ihnen, diese würdevoll und schmerzfrei zu erleben. Dabei geht es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch psychologische Unterstützung. Foto: action medeor/Markus Bremers

Wie ein Projekt in Malawi Schwerkranken Hoffnung schenkt

Die Diagnose zu erhalten, dass einem medizinisch nicht mehr geholfen werden kann, kann vielen Erkrankten den Boden unter den Füßen wegreißen. Das Team unseres Partners Palliative Care Support Trust (PCST) in Malawi hilft Schwerkranken dabei, in Würde und ohne Schmerzen ihren letzten Lebensabschnitt zu bestreiten.

Sie haben sich immer vergessen und alleine gelassen gefühlt, so bekommen sie ein wenig Hoffnung, in Würde zu sterben, beschreibt Precious Kamange das Projekt in Malawi, das hier zusammen mit action medeor umgesetzt wird. Er arbeitet als Direktor des Palliative Care Support Trusts und hat dabei schon viele bewegende Schicksale erlebt, die für die Betroffenen und Angehörigen hoffnungslos erschienen. 

„Vergessenen Patient:innen“ neue Hoffnung schenken 

Die gemeinnützige Stiftung unterstützt Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen wie HIV, Krebs, etc., die nicht mehr mobil sind und aus eigener Kraft kein Krankenhaus mehr aufsuchen können. Das Team von PCST besucht die Patient:innen zu Hause und das in zum Teil abgelegenen Gegenden, die noch nicht mal mit einem Fahrrad, geschweige denn mit dem Auto erreichbar sind. Zu Fuß machen sich die Mitarbeitenden der gemeinnützigen Stiftung mit einem vollgepackten Rucksack teils kilometerweit auf den Weg, um Patient:innen auf ihrem letzten Lebensabschnitt mit notwendigen Medikamenten, aber auch Nahrung zu versorgen.

Außerdem schulen sie die Angehörigen bzw. Betreuungspersonen in der richtigen Schmerztherapie und dem richtigen Umgang mit den Erkrankten, damit sich ihr Zustand in ihrer letzten Lebensphase nicht unnötig verschlechtert.  

Rucksack-Pilot-Projekt gemeinsam mit PCST

action medeor hat zusammen mit PCST ein Rucksack-Pilot-Projekt gestartet und das Team vor Ort in Malawi mit Rucksäcken, gefüllt mit Medikamenten und medizinischem Equipment, ausgestattet. Dabei werden die Inhalte der Rucksäcke nicht zufällig gewählt: Jede einzelne Dosis wird von einer qualifizierten medizinischen Fachkraft vorab genehmigt, eindeutig für einzelne Patient:innen gekennzeichnet und in Registern erfasst. Damit können Menschen, die unter unheilbaren Krankheiten leiden, auch in abgelegenen Dörfern in Malawi zu Hause palliativ versorgt werden, damit sie auf ihrem letzten Lebensabschnitt keine Schmerzen erleiden müssen.

Lebensverändernde Projektarbeit über den Tod hinaus

Das Team von PCST erreicht mit unserer Hilfe mittlerweile 300 Patient:innen in drei Distrikten Malawis. Dabei liefern sie deutlich mehr als nur schmerzlindernde Medizin. Die Projekt-Mitarbeiter leisten dabei auch spirituelle Unterstützung und schenken den Betroffenen neue Hoffnung, Mitgefühl, Würde und die Gewissheit, dass sie auf ihrer letzten Lebensreise nicht alleine sind.

Doch die Arbeit endet nicht immer mit dem Tod der Patient:innen. Auch darüber hinaus unterstützt PCST Angehörige, ihren Alltag wieder aufzunehmen, die oftmals sagen: Alleine hätte ich es nicht geschafft. So konnte auch bereits zurückgebliebenen Kindern dabei geholfen werden, eine Pflegestelle bzw. ein neues Zuhause zu finden und damit eine neue Perspektive in einem ansonsten düsteren Lebensabschnitt zu gewinnen.

Wir machen weiter, weil wir jeden Tag sehen, wie sich die Gesichter der Menschen erhellen.

Precious Kamange

Direktor Palliative Care Support Trust, Malawi

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