Eine Ärztin steht vor einer Frau mit einem Neugeborenen in den Armen.
Die Müttersterblichkeit ist in Somalia die fünfthöchste der Welt. Foto: action medeor/WARDI

Somalia: Sicheres Netz für Mutter-Kind-Gesundheit knüpfen

In Somalia stirbt jede 18. Frau während einer Schwangerschaft oder Geburt an vermeidbaren Komplikationen; fast jede somalische Mutter hat bereits ein Baby oder Kleinkind verloren. Diese Zahlen zeigen einen großen Handlungsbedarf.

Wenn in Deutschland eine Frau in ihrer Schwangerschaft Komplikationen erfährt, ist ein Notarzt oder das nächste Krankenhaus in der Regel nicht weit entfernt. In Somalia ist es immer noch die Realität, dass werdende Mütter teils hunderte von Kilometern zurücklegen müssen, wenn die Wehen einsetzen.

Mariams Geschichte ist nur eine von vielen

So auch bei Mariam*. Die gerade mal 20-jährige Frau stand vor ihrer ersten Geburt. Doch kurz nach dem Einsetzen der Wehen stockte die Geburt plötzlich und die werdende Mutter geriet in Panik. Schnell war klar, dass ihr in ihrer Heimatstadt Cadale niemand helfen kann.

Das Problem: Die nächste Hilfe lag rund 200 Kilometer entfernt im Shingani Referral Hospital. Mariams Ehemann und ihre Mutter verloren keine Zeit und brachten sie in die somalische Hauptstadt Mogadishu. Als die 20-Jährige hier eintraf, waren sie und ihr ungeborenes Kind bereits in einem kritischen Zustand.

Nur dank eines Notkaiserschnittes konnten ihrer beider Leben gerettet werden. Doch dass dieser Notfalleingriff überhaupt durchgeführt werden konnte, war laut des behandelden Chirurgen Dr. Abdirashid nicht selbstverständlich, denn: 

„Ohne funktionierenden Operationssaal und die richtigen Medikamente hätten Mariam und ihr Baby nicht überlebt.“

Dr. Abdirashid Mohamed

Arzt im Shingani Referral Hospital

Aber noch immer erhalten in Somalia nicht alle Frauen wie Mariam rechtzeitig Zugang zu medizinischer Hilfe. 

Die Verletztlichsten trifft es zuerst

Konflikte, Vertreibungen und wiederkehrende Naturkatastrophen sind für die Menschen in Somalia die Realität; das Gesundheitswesen zeigt massive Lücken. Es fehlt in vielen Regionen nicht nur an Medikamenten und medzinischen Geräten, sondern auch an geschultem Fachpersonal. Gerade die Verletzlichsten, das heßt schwangere Frauen, Mütter und kleine Kinder, trifft die krisengeprägte Lage zuerst.

So ist die Müttersterblichkeit in Somalia die fünfthöchste der Welt. Nur bei rund einem Drittel der Geburten im Land ist eine medizinische Fachkraft anwesend.

Helfen Sie mit, ein verlässliches Netz zu knüpfen

Damit die Geburt des eigenen Kindes für Frauen in Somalia ein Moment des Glücks anstatt der Angst ist, braucht es zuverlässige medizinische Unterstützung - in der Schwangerschaft, bei der Geburt selbst und danach. Schwangere, Mütter und Neugeborene sollen die Arzneimittel, die Versorgung durch medizinisches Fachpersonal und den Krankentransport erhalten, den sie brauchen, wenn sie ihn brauchen.

Helfen Sie uns dabei, in Somalia sichere Gesundheitsstrukturen aufzubauen, damit keine Frau und kein Neugeborenes mehr bei der Geburt sterben muss, sondern beide von Anfang an einen guten Start erleben. 

*Name zum Schutz geändert

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