Viele Menschen in Malawi können sich eine medizinische Versorgung nach wie vor nicht leisten. Foto: action medeor/Markus Bremers Info Viele Menschen in Malawi können sich eine medizinische Versorgung nach wie vor nicht leisten. Foto: action medeor/Markus Bremers Malawi Malawi: Wo Armut über Gesundheit entscheidet Mittendrin 03. August 2026 Unsere action medeor-Mitarbeitenden Nele Johannsen und Markus Bremers waren vor Ort an unserem Standort in Malawi und haben konkret gesehen, was Ihre Spenden bewirken. Als Dr. Happy frühmorgens seine erste Patientin empfängt, ahnt er noch nicht, dass er sie unbehandelt wieder gehen lassen muss - obwohl die junge Frau dringend auf eine Diagnostik angewiesen ist. Ihr blasses Gesicht und ihr schneller unregelmäßiger Puls lassen das Schlimmste erahnen und deuten auf Herzprobleme hin. Mit Gewissheit, kann der leitende Arzt am St. Luke's Hospital in Zomba, Malawi, das allerdings nicht sagen. Denn um eine definite Diagnose zu stellen, müsste er ein EKG, einen Ultraschall und ein Blutbild machen - notwendige Mittel, die sich die Patientin allerdings nicht leisten kann. Auch den Weg zu einer anderen Klinik mit kostenloser Diagnostik wird sie wohl nicht meistern können, denn wie Dr. Happy vermutet, bleibt der Frau Mitte dreißig nicht mehr viel Zeit. „Man weiß genau, was zu tun wäre, aber man kann es nicht umsetzen. Das ist sehr belastend.“ Dr. Happy Leitender Arzt am St. Luke's Hospital in Zomba, Malawi Was darf ein Leben kosten? Dr. Happy ist einer von wenigen Ärzten, die in Malawi behandeln. Das Gesundheitssystem ist im Land im Südosten Afrikas überlastet; auf eine Ärztin oder einen Arzt kommen 10.000 Menschen, die auf eine medizinische Versorgung dringend angewiesen sind. Auch wenn die Mitarbeitenden um jedes Leben kämpfen, können sie oft nicht jedes retten. Einerseits bestimmt immer noch die Armut der Bevölkerung, ob sie eine Diagnostik oder Behandlung in Anspruch nehmen können. Andererseits, ist das St. Luke's Hospital noch immer eines von wenigen Krankenhäusern in Malawi, dass über die richtigen Medikamente, medizinischen Geräte und das notwendige Fachwissen verfügt - danke der Hilfe von action medeor. So stoßen im überwiegenden Teil des Landes medizinische Fachkräfte nach wie vor nicht aufgrund von fehlendem Wissen immer wieder an ihre Grenzen, sondern, weil die notwendigen Mittel nicht verfügbar sind. Diese bittere Erkenntnis holt auch Dr. Happy tagtäglich bei der Behandlung von rund 100 Patientinnen und Patienten ein. Denn auch wenn er wüsste, was bei der morgendlichen Patientin zu tun wäre, kann er sich nur auf Verdacht behandeln. Doch die Behandlung schlägt nicht an. Ohne die richtige Diagnose, könnte die junge Frau sterben, weiß auch der leitende Arzt. Ohne richtige Diagnose, keine Heilung Auch Sarah arbeitet am St. Luke's Hospital in Malawi und hat erlebt, was die Hilfe von action medeor konkret bewirkt hat. Früher musste die Labortechnikerin aufwendige Auswertungen von Blutproben unter dem Mikroskop machen. Nicht nur war dieser Vorgang fehleranfällig, sondern auch höchst ineffizient. Weniger als zehn Blutbilder konnte die junge Krankenhausmitarbeiterin pro Tag auswerten - bis durch die konkrete Hilfe aus Tönisvorst ein Wendepunkt eintrat. Die "Notapotheke der Welt", wie action medeor auch genannt wird, hat ans St. Luke's Hospital ein Blutanalyse-Gerät geliefert. Dank dieses Geräts erfährt Sarah in nur wenigen Minuten, was den Patientinnen und Patienten fehlt und kann das Ergebnis an die Ärztinnen und Ärzte des Krankenhauses weitergeben, damit sie die richtigen Medikamente für eine erfolgreiche Behandlung verschreiben können. Durch unsere Hilfe, erhalten zehn mal mehr Menschen eine gesicherte Diagnose und bekommen die Möglichkeit, geheilt zu werden. Nele Johannsen (ganz links) und Markus Bremers (hintere Reihe rechts) haben sich in Gesprächen mit dem Team von action medeor Malawi und Afrika-Direktor Christoph Bonsmann (hintere Reihe Mitte) einen Eindruck von unseren Projekten in Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäusern verschafft. Foto: action medeor Dr. Happy ist leitender Arzt am St. Luke‘s Hospital in Zomba. Er behandelt täglich rund 100 Patientinnen und Patienten. Foto: action medeor Labortechnikerin Sarah freut sich über das von action medeor gelieferte Blutanalyse-Gerät, mit dem sie für die Auswertung eines Blutbilds nur noch wenige Minuten braucht. Foto: action medeor 1 2 3 Hilfe in einem der ärmsten Länder der Welt Doch Positivbeispiele wie dieses sind in Malawi immer noch die Ausnahme. Auch wenn action medeor Krankenhäuser und Gesundheitsstationen im ganzen Land mit bezahlbaren Medikamenten, medzinischen Geräten und Trainings zur Verankerung von Wissen versorgt, zählt es immer noch zu einem der ärmsten Länder der Welt. Einer von fünf Menschen ist in Malawi chronisch unterernährt; die Müttersterblichkeit ist doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Viele Menschen sterben tagtäglich an Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, Cholera und HIV. Wie unterstützt action medeor konkret in Malawi? Seit 2015 ist die "Notapotheke der Welt" vor Ort und hat hier einen eigenen Standort mit Lagern im Norden und Süden des Landes geschaffen. Ein 13-köpfiges Team aus Fachkräften für Pharmazie, Medizintechnik und Logistik versorgt vor Ort Krankenhäuser und Gesundheitsstationen im ganzen Land. Von unserem Standort in Tönisvorst aus liefern wir Arzneimitteln, Geräte und Fachwissen um Strukturen zu schaffen, die dauerhaft tragen. Und die Wirkung ist messbar: Früher konnten im Magomero Health Center beispielsweise nur bis zu 150 Patient:innen versorgt werden, dank der Hilfe von aciton medeor sind es heute 400 - und das an einem einzigen Vormittag. Um noch mehr Menschen in Malawi helfen zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Hilfe kann Gesundheit für noch mehr Menschen bezahlbar gemacht werden, damit kein Mensch in Malawi mehr an einer behandelbaren oder vermeidbaren Krankheit sterben muss. Dank Ihrer Spenden können wir liefern, was Leben rettet.