Ein Selfie des Rentnerpaars Mykola und Liudmyla, aufgenommen in ihrer Wohnung in Odessa. Foto: privat Info Ein Selfie des Rentnerpaars Mykola und Liudmyla, aufgenommen in ihrer Wohnung in Odessa. Foto: privat Ukraine Ukraine: Sie teilten sich ein Medikament – bis es nicht mehr ging Mittendrin 09. September 2025 Liudmyla und Mykola waren ein Rentnerpaar, das die Sozialapotheke in Odessa besuchte. Unser Pressesprecher Markus Bremers lernte Liudmyla auf seiner letzten Reise kennen – und war tief getroffen von ihrer Geschichte. „In der Ukraine treffe ich jedes Mal Menschen, für die Ihre Hilfe die Welt bedeutet. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der Bedarf an medizinischer Behandlung ist viel größer als die uns zur Verfügung stehenden Mittel. Dadurch können wir bisher nicht alle versorgen. Liudmyla erzählte mir, was das für sie und ihren Mann bedeutete.“ Markus BremersPressesprecher action medeor Genug für einen, zu wenig für zwei Liudmyla und Mykola waren herzkrank, sie brauchten das gleiche Herzmedikament. Mykola bekam es kostenlos, für Liudmyla reichten die Vorräte nicht. Also teilte sich das Paar seine Dosis, in der Hoffnung, es würde für beide reichen. Doch Mykola ging es immer schlechter. Als er auf die Intensivstation kam, war es schon zu spät: Er starb an Herzversagen. Von der gemeinsamen Wohnung der beiden in Odessa lief Liudmyla regelmäßig zur Sozialapotheke unseres Partners Your City, um das Herzmedikament zu holen. Mykola war wegen einer Gehbehinderung nicht gut zu Fuß, deswegen übernahm sie das gerne. Die beiden waren froh, dass wenigstens Mykola das Medikament kostenlos erhielt – Hartkapseln mit 150 mg Dabigatran. „Wir teilten die Freude dieses Medikaments“, sagte Liudmyla Denn eine monatliche Ration kostet 31 Euro – und beide lebten von insgesamt 126 Euro Rente. Das reicht schon kaum für Wohnkosten und Lebensmittel. Ohne die Sozialapotheke wäre das Medikament für sie unbezahlbar. Doch noch reichen die Spenden nicht, um alle zu versorgen – ein Dilemma, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialapotheke täglich vor extreme Entscheidungen stellt. Als Mykola stirbt, hätte er gerade wieder eine Ration des Medikaments erhalten können. Die Mitarbeiterin der Sozialapotheke hilft Liudmyla dabei, Mykolas Anspruch auf sie zu übertragen. Foto: action medeor/Your City Als sich Mykolas Zustand verschlechterte, wich Liudmyla nicht von seiner Seite. Selbst als die Nachbarn beim Flugalarm in die Schutzräume liefen, blieb sie an seinem Bett sitzen. „Ich hätte ihn nie allein lassen können. Wir waren 54 Jahre immer zusammen“, erzählt sie mit Tränen in den Augen. Bis zu dem Tag, als er auf der Intensivstation verstarb. Der Schmerz sitzt noch tief. Liudmyla erhält von unserem Partner Your City psychologische Betreuung. Und sie erhält weiterhin Mykolas Herzmedikament. „Liudmyla ist eine starke Frau. Sie möchte, dass wir die Geschichte ihres Mannes erzählen. Weil sie vielleicht hilft, dass dem nächsten Menschen in einer ähnlichen Situation geholfen werden kann. Schon ein Euro am Tag kann das ermöglichen.“ Markus Bremers Foto: action medeor/Your City Ihre Spende macht den Unterschied! Kein Mensch sollte sterben müssen, nur weil ein Medikament fehlt. Das ist es, was uns antreibt. Ihre Spende kann für einen Menschen in Not den entscheidenden Unterschied machen. 10 Euro kosten z.B. Antibiotika, um bakterielle Infektionen zu behandeln. 31 Euro kostet z.B. die nebenwirkungsärmere Herzmedikation, die eine herzkranke Patientin wie Liudmyla benötigt. 100 Euro helfen z.B., einer vom Krieg traumatisierten Person psychologische Betreuung zu ermöglichen. Spenden Sie Gesundheit Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns, Menschen in Krisen- und Katastrophenregionen medizinisch zu versorgen. Jetzt spenden