Zyklon Idai

Im März 2019 traf Zyklon Idai auf Mosambik und hinterließ schwere Schäden und großes menschliches Leid im Südosten Afrikas.

Zyklon Idai bringt Zerstörung

Im März 2019 wurde der Südosten Afrikas von Zyklon Idai getroffen. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde und schwere Regenfälle verursachten laut Angaben der Weltorganisation für Meteorologie eine der schlimmsten durch Wetter verursachten Katastrophen, die jemals die Südhalbkugel getroffen haben. Nur einige Wochen später wurde die Region erneut von einem schweren Sturm getroffen: im Norden von Mosambik traf Zyklon Kenneth auf Land.

Drei Millionen Menschen waren in Folge von Überschwemmungen, Zerstörung und Krankheit betroffen.

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Die Kollegen aus der action medeor-Niederlassung in Malawis Hautstadt Lilongwe berichten von den Auswirkungen: „Lilongwe selber war vom Sturm Idai nicht betroffen, hier gab es nur leichte Überschwemmungen. Anders war die Lage in den Gebieten im Süden, an der Grenze zu Mosambik.  Brücken wurden weggespült, Straßen waren nicht passierbar“, berichtet Landesdirektorin Susann Held.

Im Süden Malawis war der Bedarf an Hilfe groß: „Flüchtlinge aus Mosambik haben sich nach dem Sturm im Süden von Malawi aufgehalten. Entsprechende Camps wurden dort eingerichtet, diese waren allerdings sehr überfüllt. Manche Gebiete waren zeitweise nur per Helikopter, Drohne oder Jeep zu erreichen. Mit kleineren Autos hatte man keine Chance.“

Neben Malawi waren aber auch Mosambik und Simbabwe von den Auswirkungen des Zyklons betroffen. Insbesondere die Hafenstadt Beira in Mosambik wurde fast vollständig durch die Überschwemmungen zerstört.

März 2019: die Nothilfe von action medeor läuft an

Um die Arbeit der Gesundheitseinrichtungen und medizinischen Teams im Katastrophengebiet zu unterstützen, begann action medeor unmittelbar nach der Katastrophe, medizinische Hilfsgüter und Medikamente sowohl aus dem Medikamentenlager in Tönisvorst, als auch aus den Niederlassungen in Malawi und Tansania zu liefern.

Aus dem Medikamentenlager in Lilongwe, Malawi, wurden in den Wochen nach Zyklon Idai Medikamente und medizinisches Material im Wert von circa 50.000 Euro an Gesundheitseinrichtungen im Süden des Landes geliefert. Schwerpunkte der Hilfslieferungen waren unter anderem Medikamente wie beispielsweise Antibiotika sowie auch Injektionen und weiteres Material.

Anfang April 2019 reiste action medeor-Mitarbeiterin Mareike Illing nach Malawi, um gemeinsam mit den Kollegen der action medeor-Niederlassung in Lilongwe die Nothilfe für die betroffenen Gebiete zu organisieren. 

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Mareike Illing gemeinsam mit der malawischen Kollegin Lonely Jenala im Medikamentenlager von action medeor in Lilongwe. © action medeor

Im Katastrophengebiet machte sie sich ein Bild von der Lage und dem Bedarf an medizinischer Versorgung. „In der akuten Phase nach den Überschwemmungen stellten sowohl die Versorgung der Menschen in den teilweise schwer erreichbaren Camps als auch die Prävention von Seuchen wie der Cholera die größten Herausforderungen dar“, berichtet sie nach der Reise. „Besonders auch in den Camps, in denen sich Bewohner der überschwemmten Dörfer in Sicherheit gebracht hatten, wurde die Not der Menschen deutlich. Medikamente waren an vielen Stellen knapp, so dass Patienten oft nicht ausreichend versorgt werden konnten – häufig musste die Versorgung auf Kinder unter fünf Jahren reduziert werden.“

Aus dem Medikamentenlager von action medeor Malawi konnten in den Wochen nach dem Zyklon mehrere Einsätze von mobilen Kliniken unterstützt werden, die die Bewohner von Camps und betroffenen Dörfern medizinisch versorgt haben.

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Die mobilen Kliniken von DREAM versorgen Patienten in Dörfen und Camps, die von Zyklon Idai betroffen sind. © Sant’Egidio e.V.

In Simbabwe versorgte action medeor sechs Gesundheitseinrichtungen in der von Idai betroffenen Region. Ein weiterer wichtiger Fokus der Hilfslieferungen lag zudem auf der Versorgung von Krankenhäusern außerhalb des Katastrophengebietes: da ein Großteil der im Land verfügbaren Hilfsgüter nach der Katastrophe an den betroffenen Norden und Osten des Landes verteilt wurden, wurde die ohnehin häufig schwierige Versorgungssituation der übrigen Gesundheitseinrichtungen weiter verschärft. Hier versuchte action medeor, die drängendsten Engpässe mit Hilfslieferungen aufzufangen.

Auch nach Beira in Mosambik lieferte action medeor in der akuten Nothilfephase Medikamente: sowohl aus dem Medikamentenlager in Tansania als auch über einen gemeinsamen Hilfsflug mehrerer deutscher Organisationen erreichten medizinische Hilfsgüter die Stadt.

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Medizinische Hilfsgüter von action medeor erreichen den Flughafen in Beira, Mosambik. © Aktion Deutschland Hilft / Eva Beyer

August 2019: 5 Monate nach Idai – wie geht es den Menschen heute?

Auch fünf Monate nach dem Zyklon sind die Auswirkungen noch immer überall in der Region spürbar. „Die Menschen haben ihre ganze Ernte verloren und mussten alles erneut anpflanzen“, berichtet action medeor-Vorstand Christoph Bonsmann, der im August die von Idai betroffene Region in Malawi besuchte. Überschwemmungen und Zerstörungen haben die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen weiter verschärft.

Auf seiner Reise besuchte er auch das Montfort Hospital im Süden Malawis, das bereits unmittelbar nach dem Zyklon mit Lieferungen von action medeor unterstützt wurde. „Hier hat Idai die gesamte Umgebung überflutet“, berichtet er. „Das Montfort Krankenhaus ist sehr arm und hilft so gut es kann. Das Einzugsgebiet umfasst rund 190.000 Menschen, aber zum Beispiel der Operationssaal ist in einem schrecklichen Zustand und muss dringend erneuert werden.“

Die meisten Patienten im Umland des Montfort Hospitals können sich kaum eine Behandlung leisten. Durch die Flut haben viele Tausende das Wenige auch noch verloren. Mit der Unterstützung von action medeor konnten die Betroffenen kostenlos medizinische Hilfe erhalten.

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Im Monfort Hospital in Malawi erhalten Patienten Hilfe, die durch Zyklon Idai alles verloren haben. © action medeor

Auch in Simbabwe ist die Hilfe Monate nach der Katastrophe weiterhin notwendig: insbesondere Medikamente für die Behandlung von chronischen Krankheiten sind knapp. action medeor arbeitet mit vielen Partnern zusammen und versucht Krankenhäuser und Gesundheitsstationen im ganzen Land zu unterstützen. Daher sind weitere Medikamentenlieferungen bereits bei action medeor in Tönisvorst in Vorbereitung: „Noch Anfang August ist eine Lieferung in der Katastrophenregion angekommen, eine weitere hat den Flughafen in der Landeshauptstadt erreicht“, berichtet Mareike Illing über den aktuellen Stand der Hilfe.

Auch bei action medeor in Malawi geht die Unterstützung weiter: die Krankenhäuser im Süden sollen weiter mit Medikamenten versorgt werden, so unter anderem auch das Montfort Hospital. Weitere Hilfe ist außerdem für die Region um den Malawisee im Norden geplant, die von Sturm Kenneth getroffen wurde.

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