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Beratungszentrum in Guatemala

Beratung auf Augenhöhe: Im Beratungszentrum erhalten von Gewalt betroffene Frauen Hilfe.

Beratung auf Augenhöhe: Im Beratungszentrum erhalten von Gewalt betroffene Frauen Hilfe. © action medeor

Im Frauenberatungszetrum finden Frauen neue Perspektiven für ein Leben ohne Unterdrückung und Gewalt.

Guatemala verzeichnet eine der höchsten Raten an Gewalt gegen Frauen weltweit. Sie ist ein normalisierter Bestandteil der Gesellschaft, selten kommt es zu strafrechtlicher Verfolgung. Besonders indigene Frauen auf dem Land sind betroffen, Corona hat die Situation noch verschlechtert.

Benachteiligung indigener Völker

In Totonicapán im zentralen Hochland im Südwesten Guatemalas sprechen fast alle Menschen Maya-K’iche, viele von ihnen sprechen nur wenig Spanisch. Obwohl die Maya in Guatemala die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, werden sie strukturell benachteiligt, ein Drittel ist von extremer Armut betroffen. Vor allem indigene Frauen werden mehrfach diskriminiert und erfahren überproportional häufig sexualisierte Gewalt. Darunter leidet die Gesundheit und die Psyche der Frauen stark. Dieser Gewalt zu entkommen ist schwer, denn sehr häufig müssen die Frauen und Mädchen mit dem Menschen zusammenleben, der ihnen Gewalt antut. Oftmals wissen die Frauen auch nicht um ihre Rechte. 

Wege aus der Not

Um ihnen einen Weg aus der Gewaltspirale zu bieten, hat action medeor mit der lokalen Partnerorganisation PIES de Occidente ein multidisziplinäres Beratungszentrum mit dem Namen CAIMUS (Centro de Apoyo Integral para Mujeres) eingerichtet. Es bietet psychosoziale und rechtliche Unterstützung, aber auch gesundheitliche Versorgung an. Insgesamt 122 Frauen haben sich im letzten Jahr an das Beratungszentrum gewendet, wo sie von den Mitarbeiterinnen verständnisvoll und in ihrer eigenen Sprache K’iche beraten und entsprechend begleitet wurden. Die Frauen konnten sich öffnen und brauchten keine Diskriminierung zu befürchten. Auch die Sprachbarriere wurde nicht zum Hinderungsgrund, rechtliche Schritte einzuleiten.

Hilfe auch in Corona-Zeiten

Covid-19 hat auch die Arbeit des Zentrums eingeschränkt. Um die Frauen weiterhin zu betreuen, setzten die Mitarbeiterinnen auf Telefonseelsorge und strahlten Aufklärungssendungen im Radio aus. Mit Erfolg: Eine dieser Sendungen ermutigte eine Nutzerin des CAIMUS, sich nach 17 Jahren Gewalt in der Partnerschaft endlich Hilfe zu suchen. Doch auch die finanzielle Abhängigkeit von Frauen hat sich verschlechtert. Daher bot das Zentrum im zweiten Halbjahr Workshops an, die vermittelten, wie sich durch Nähen oder Seifenherstellung eine Einnahmequelle schaffen lässt. 

Gemeinsam für Frauen-Rechte 

Das CAIMUS in Totonicapán ist mit seiner Arbeit nicht alleine. In Chimaltenango unterstützt action medeor seit mehreren Jahren das CAIMUS-Zentrum der Partnerorganisation ASOGEN. In beiden Zentren wird auf enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, der Justiz und den indigenen Gremien gesetzt. Ziel ist es auf lange Sicht, dass diese Beratungszentren in Guatemala mit öffentlichen Mitteln finanziert und integraler Bestandteil der staatlichen Anlaufstellen werden.




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