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Spezialnahrung

Kinder erhalten Spezialnahrung über ein Ernährungsprogramm in Haiti.

Kinder erhalten Spezialnahrung über ein Ernährungsprogramm in Haiti. © action medeor

Zur Behandlung und Vorbeugung von schwerer und moderater akuter Mangelernährung bieten wir verschiedene therapeutische Nahrung an.

Mangelernährung ist ein ernster medizinischer Zustand, der durch einen Mangel an essentiellen Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralien in einer Diät verursacht wird. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder, insbesondere in benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Ursachen für Mangelernährung sind schlechte Ernährung oder schwere und wiederholte Infektionen. Auch Katastrophen und Konflikte können zu Hunger und Mangelernährung bei Betroffenen und Vertriebenen führen.

Laut WHO sind fast ein Drittel der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf die Folgen von Mangelernährung zurückzuführen. Schlechte Ernährung kann das Immunsystem eines Kindes erheblich beeinträchtigen und macht es anfälliger für Infektionskrankheiten wie Malaria, Durchfall und Atemwegsinfektionen.

Aus diesem Grund ist ein angemessenes Management der schweren und moderat akuten Mangelernährung unerlässlich, um die Überlebenschancen des Kindes zu verbessern und Infekte zu verringern. Therapeutische Fertignahrung (RUTFs) und ergänzende Fertignahrung (RUSFs) haben sich als Schlüssel zum Erfolg erwiesen.

Formen der therapeutischen Nahrung

RUTFs (Ready to Use Therapeutic Food) sind aufgrund ihres hohen Nährstoff- und Proteingehaltes ein hervorragender Energielieferant und ermöglichen so eine rasche Erholung. Sie werden bei der Behandlung von Kindern über sechs Monaten mit schwerer akuter Mangelernährung mit Appetit und ohne medizinische Komplikationen eingesetzt. Diese hochenergetische Fertignahrung ist mit wichtigen Zusatzstoffen wie Vitaminen und Mineralien angereichert und als Paste oder Riegel erhältlich. Da sie kein Wasser enthält, verringert sich das Risiko der Bakterienübertragung. Die Produkte sind sicher und einfach ohne medizinische Aufsicht anzuwenden und können in Kombination mit Stillen und anderen empfohlenen Methoden für die Ernährung von Kleinkindern genutzt werden. Daher sind RUTFs die erste Wahl bei der ambulanten Behandlung.

RUSFs (Ready to Use Supplementary Food) sind vergleichbar wie RUTFs, liefern allerdings nur einen Teil des täglichen Energie- und Nährstoffbedarfs. Sie werden erfolgreich bei der Behandlung von mäßiger akuter Mangelernährung eingesetzt (MAM).

action medeor bietet die folgende Spezialnahrung an:

BP-100 RUTF

Anwendung in der Behandlungs- bzw. Rehabilitationsphase von stark mangelernährten Kindern ab sechs Monaten und Erwachsenen.

pdfProduktbeschreibung BP-100 (104 KB)

pdfDatenblatt BP-100 (98 KB)

eeZeeBAR RUSF

Anwendung zur Behandlung von moderater akuter Mangelernährung von Kindern ab 6 Monaten.

pdfProduktbeschreibung eeZeeBAR (121 KB)

pdfDatenblatt eeZeeBAR (127 KB)

BP-5 RUTF

Anwendung in der ersten Phase der Katastrophenhilfe, besonders auch bei Flüchtlingen, die keinen Zugang zu einer Basisration haben. Es ist für alle Personen ab 6 Monaten geeignet.

pdfProduktbeschreibung BP-5 (113 KB)

pdfDatenblatt BP-5 (135 KB)

Alle Produkte können sowohl in Gesundheitsstationen und Krankenhäusern, als auch ambulant verwendet werden. Nach einer Einweisung durch ausgebildetes medizinisches Personal sind sie auch für den Verzehr in den Familien geeignet. Die therapeutische Fertignahrung ist für den unmittelbaren Verzehr geeignet, kann aber auch mit Wasser zu Brei verrührt werden.

Formen der Mangelernährung

Akute Mangelernährung: tritt über eine kurze Zeitspanne auf, Symptome sind extreme Gewichtsabnahme (Auszehrung) oder das Vorhandensein von Ödemen. Mit Hilfe der Indikatoren Gewicht/Größe, MUAC (mid-upper arm circumference) und Level der Ödeme kann Mangelernährung in moderate akute Mangelernährung (MAM) und schwere akute Mangelernährung (SAM) unterschieden werden.

Moderate akute Mangelernährung (MAM): bezieht sich auf die Phase in der der Körper alarmierend unterernährt wird und die ersten Anzeichen wie Gewichtsverlust und ein erhöhtes Risiko von Infektionen auftreten. Eine frühzeitige Behandlung von MAM ist wichtig, um eine Verschlimmerung des Zustands und das damit verbundene Auftreten von schwerer akuter Mangelernährung zu verhindern.

Schwere akute Mangelernährung (SAM): in diesem Stadium steigt das Infektionsrisiko aufgrund eines beeinträchtigten Immunsystems stark an, bestehende Infektionen nehmen zu. Körpereigene Abwehrprozesse funktionieren nicht mehr und das Sterberisiko steigt. Für die Genesung sind eine intensive medizinische Behandlung und der Einsatz spezieller therapeutischer Nahrung dringend angeraten.

Globale akute Mangelernährung (GAM): diese Kategorie beinhaltet alle Fälle von MAM und SAM. Die WHO definiert, dass ein kritischer Notfall eintritt, wenn mehr als 15% (oder 10% bei zugrunde liegenden erschwerenden Faktoren) aller Kinder an GAM leiden.

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