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Vorbeugung von Infektionen und Verbesserung der Krankenhaushygiene in sechs kirchlichen Krankenhäusern in Sierra Leone

Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt deutlich, wie anfällig selbst die besten Gesundheitssysteme in Bezug auf Infektionskrankheiten sein können. Die Prävention von Infektionskrankheiten (IPC) ist daher ein wesentliches Element zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf allen Ebenen und in allen Teilen der Welt.

Krankenhauskeime: eine Bedrohung für Patient*innen und Gesundheitspersonal

Unabhängig von der aktuellen Gefahr durch Covid-19 stellen Infektionen ausgelöst durch Krankenhauskeime weltweit eine permanente Bedrohung für Patient*innen und Gesundheitspersonal dar. Weltweit sind einer von zehn Patient*innen von Krankenhauskeimen betroffen und erkranken in Folge eines Krankenhausaufenthalts an einer Infektion. Einrichtungen in ärmeren Regionen sind aufgrund von mangelhafter Wasser- und Sanitärversorgung sowie fehlender Ausstattung besonders stark betroffen. Die Folgen sind eine längere Aufenthaltsdauer in Krankenhäusern, bis hin zu Todesfällen, höhere Behandlungskosten für die Patient*innen, der Anstieg von Resistenzen gegen Antibiotika sowie die erhöhte Auslastung/Überlastung von Gesundheitseinrichtungen.

Strategien zur Prävention und Bekämpfung von Infektionen beinhalten insbesondere Maßnahmen der Krankenhaus- und Handhygiene und der sachgemäßen Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung. Sie führen zu einem verbesserten Schutz von Patient*innen und Gesundheitspersonal sowie zur einer höheren Behandlungsqualität. Alle genannten Maßnahmen gelten in besonderem Maße für den Umgang mit Patient*innen, bei denen der Verdacht auf eine gefährliche Infektion wie Covid-19  besteht.

Das Gesundheitssystem in Sierra Leone

Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas und war im Jahr 2014 besonders stark von dem Ausbruch der Ebola-Epidemie betroffen. Im Zuge der Epidemie traten die Schwächen des Gesundheitssystems besonders deutlich hervor. Seitdem hat die Regierung viele Schritte zur Verbesserung der Hygiene in Krankenhäusern und Gesundheitszentren unternommen und eine nationale Stelle für Infektionsprävention aufgebaut. Doch eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt weiterhin eine problematische Umsetzung und Einhaltung der Maßnahmen zur Infektionsprävention in Gesundheitseinrichtungen.

Infektionsprävention: Schulung von Hygienefachkräften

Gemeinsam mit den Partnern EPN und CHASL hat action medeor nun ein Projekt zur Stärkung der Infektionsprävention mit den Schwerpunkten Krankenhaushygiene und Umgang mit Covid-19 (Verdachts-)Fällen gestartet. In sechs Krankenhäusern werden Hygienefachkräfte zu Trainern für ihre Kolleg*innen ausgebildet. Hygiene-Kommitees sind für die Schulung des gesamten Krankenhauspersonals in den Bereichen Krankenhaushygiene, Handhygiene, Injektionssicherheit und den Umgang mit infektiösen Patient*innen bzw. Verdachtsfällen verantwortlich. Neben den fachlichen Kompetenzen erhält jedes Krankenhaus ein Budget für die Anschaffung von dafür notwendigem Materialien (z.B. Schutzausrüstung, Handwaschstationen, Seife, Desinfektionsmittel, etc.). Die Projektpartner begleiten und unterstützen die IPC Komitees bei der Durchführung der Aufklärungs- und Schulungsveranstaltungen in ihren Krankenhäusern. 

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der Infektionsprävention zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und Eindämmung von Covid-19 in sechs kirchlichen Krankenhäusern in Sierra Leone
Zielgruppe
330 Gesundheitsfachkräfte (direkt) 450.000 Menschen, die im Einzugsgebiet der sechs ausgewählten Krankenhäuser wohnen (indirekt)
Projektgebiet
Sierra Leone
Projektbeschreibung
• Fortbildung von Hygienefachkräften und Komitees zur Stärkung der Krankenhaushygiene in sechs Krankenhäusern • Interne Schulungen und Aufklärung des Krankenhauspersonal • Lobbyarbeit zur Verbesserung der IPC Strukturen in den Krankenhäusern • Beschaffung von Handwascheinrichtungen für Patient*innen und Besucher zur Corona-Prävention
Projektlaufzeit
April 2020 – Oktober 2021
Projektvolumen
94.113 Euro
Partner
Ecumenical Pharmaceutical Network (EPN) Christian Health Association Sierra Leone (CHASL)
Projektförderer
Eigenmittel action medeor
Projektnummer
7000147
Verantwortlich für
das Projekt
Dr. Irmgard Buchkremer, Katharina Wilkin



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