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Sanitär- und Hygieneversorgung für Schulkinder in Pakistan

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Im pakistanischen Distrikt Mirpurkhas können nur etwa 42% der Bevölkerung durch die verfügbaren Gesundheitseinrichtungen versorgt werden. Wasserbasierte und vermeidbare Krankheiten wie Durchfallerkrankungen, Hepatitis A und C sind stark verbreitet, laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben 2012 in Pakistan etwa 36.000 Menschen an vermeidbaren, wasserbasierten Krankheiten. Ein Großteil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu notwendiger Sanitärversorgung und sauberem Trinkwasser.

Dies betrifft vorwiegend ländliche Regionen, zu denen auch das Projektgebiet Roshanabad zählt. Besonders im ländlichen Raum gibt es einen enormen Mangel an Sanitäreinrichtungen, sowohl in den Haushalten als auch in öffentliche Einrichtungen. Fast die Hälfte der staatlichen Schulen in der Provinz Sindh haben keine Toiletten und Trinkwasserversorgung. Für die Schulkinder stellt dies ein großes Gesundheitsrisiko dar und führt häufig zum vorzeitigen Abbruch der Schulbildung – insbesondere bei Mädchen.

Das Projekt, das action medeor gemeinsam mit der lokalen Organisation PVDP durchführt, richtet sich an die Bevölkerung aus 29 Dörfern und insbesondere an die ca. 550 Jungen und Mädchen, die die elf staatlichen Grundschulen im Projektgebiet besuchen. Anhand einer im Rahmen des Projekts durchgeführte Befragung wurde besonders bei Mädchen und Jungen im Grundschulalter (5-11 Jahre) ein wesentliches Problem in der Verfügbarkeit von Trinkwasser und Sanitäranlagen festgestellt. Nur an zwei von zwölf Schulen haben die Schüler Zugang zu sicherem Trinkwasser und Sanitäranlagen (und die Möglichkeit geschlechtergetrennte Schultoiletten zu nutzen). Auch im Bereich Hygieneaufklärung gibt es großen Nachholbedarf: 324 der befragten 519 Grundschüler benutzen keine Seife zum Händewaschen, nur 113 von ihnen putzen sich täglich die Zähne und weniger als die Hälfte der Kinder sind sich des Zusammenhangs von Hygiene und der Vermeidung von Krankheiten wie Malaria, Cholera und Durchfallerkrankungen bewusst. Darüber hinaus stellen fehlende Sanitäreinrichtungen insbesondere für Mädchen und junge Frauen während ihrer Menstruation ein großes Problem dar.

Um das Hygieneverhalten der Kinder und Dorfbewohner längerfristig zu fördern und damit eine Reduzierung von wasserbasierten Krankheiten in der Region zu erreichen, werden alle Familienmitglieder durch Aufklärungsveranstaltungen einbezogen. Denn nur durch die kontinuierliche Erinnerung und Einübung der entsprechenden Verhaltensregeln können diese mittelfristig zur automatisierten Routine werden. „Nach der Toilette und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen!“ soll für alle Kinder und Erwachsenen im Projektgebiet zur Selbstverständlichkeit werden. Um die Versorgung der Kinder mit Sanitär- und Hygieneeinrichtungen zu verbessern, werden an elf Grundschulen geschlechtergetrennte Schultoiletten gebaut und Aufklärung zum Thema Hygiene in den Schulunterricht integriert. Um dieses Wissen weiter in den Gemeinden zu vertiefen, finden außerdem Aufklärungsveranstaltungen, unter anderem in Form von interaktiven Theaterstücken, in den Dörfern statt.

In Absprache mit der lokalen Bildungsbehörde und den Lehrern unternahm das Projektteam eine Besichtigung der zwölf Schulen, nahm alle Schäden auf und notierte fehlende Ausstattung. An allen Schulen fehlten Schulbänke, die Tafeln waren unbrauchbar oder nicht vorhanden und die Bildungsmaterialien veraltet. Außerdem gab es keine Möglichkeit zur Aufbewahrung von Trinkwasser für die Schülerinnen und Schüler. Um das Lernumfeld für die Kinder zu verbesser,n wurden die Materialien entsprechend des ermittelten Bedarfs angeschafft. Außerdem erhielten alle Schulkinder Schultaschen.

Projektinformationen

Zielgruppe
Bevölkerung aus 29 Dörfern, insbesondere ca. 550 Jungen und Mädchen in den elf staatlichen Grundschulen
Projektgebiet
Taluka Roshanabad, Distrikt Mirpurkhas, Sindh, Pakistan
Projektbeschreibung
Bau von geschlechtergetrennten Schultoiletten und Wascheinrichtungen an elf Grundschulen
Sensibilisierungsveranstaltungen zu Hygieneaufklärung an Schulen und in den Dorfgemeinden
Interaktive Theateraufführungen zum Thema Hygieneaufklärung
Aufbau von Schulkomitees und deren Ausbildung in Wartung der Wasser- und Sanitäranlagen
Einbindung von Hygieneverhaltensweisen in den Schulunterricht
Projektlaufzeit
Dezember 2015 - Juli 2016
Partner
Participatory Village Development Programme (PVDP)
Projektförderer
RTL – Wir helfen Kindern e.V., Ecovis Stiftung
Projektnummer
6100079
Projektverantwortlicher
Katharina Wilkin