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    Bei Informationsveranstaltungen wird die Bevölkerung über Themen der Hygiene und Gesundheit aufgeklärt.
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    Im Anschluss werden die Menschen im Bau von Latrinen geschult.
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    Die ganze Familie wird in die Veranstaltungen mit einbezogen.

Sanitärversorgung und Hygieneaufklärung im Südsudan

Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. Rund 1,1 Milliarden Menschen haben gar keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und sind gezwungen, ihre Notdurft im Freien zu verrichten.

Die Folge sind Krankheiten und Seuchen aufgrund mangelnder hygienischer Versorgung. Jedes Jahr sterben 7,5 Millionen Menschen – vor allem Kinder unter fünf Jahren – an den Folgen von Durchfallerkrankungen. Im Südsudan ist die Lage besonders verheerend. Dort haben nur 30 Prozent der ländlichen Bevölkerung Zugang zu sanitärer Versorgung. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist extrem schlecht. Daher hat der Südsudan weltweit die höchste Müttersterblichkeitsrate und auch die Kindersterblichkeit ist extrem hoch.

Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Forum for Community Change and Development (FOFCOD) setzt medeor ein Projekt um, welches das Ziel, hat allen Haushalten im Projektgebiet Zugang zu Toiletten und Handwaschmöglichkeiten zu bieten. Dies soll zum einen durch den sogenannten CLTS-Ansatz erfolgen (Community-led total sanitation). Dieser Ansatz verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Verhaltensänderung bei den Menschen zu erreichen, indem sie verstehen, welche Folgen das Verrichten der Notdurft im Freien hat. Das erreichte Wissen und der entstandene Ekel der Menschen führen zu einer steigenden Nachfrage nach Toiletten und  das Ende der öffentlichen Defäkation. Im Anschluss werden die Gemeindemitglieder in Latrinenbau und Instandhaltung geschult. Gebaut werden Komposttoiletten, die den Vorteil haben, dass man den entstandenen Kompost nach 9-12 Monaten als Dünger verkaufen und somit ein zusätzliches Einkommen generieren kann.

Zusätzlich führt action medeor ein Schul-Sanitation-Programm durch. An zwei Grundschulen werden Lehrer in Hygiene geschult, die ihr Wissen an die Kinder weitergeben. Die Schulen führen zudem einen Wettbewerb zur Verschönerung des Schulgeländes durch. Auf dem Gelände werden einfache Latrinen errichtet. Sind diese voll, wird ein Baum darauf gepflanzt und die Latrine versetzt, bis der von den Schülern entwickelte Verschönerungsplan umgesetzt wurde. Im Anschluss werden dauerhafte Toiletten gebaut, das gewonnene Wissen geben die Kinder an ihre Eltern weiter. Beim Bau der Toiletten wird darauf geachtet, dass diese sicher sind, Frauen und Mädchen also vor Übergriffen schützen und ihnen Möglichkeiten für Monatshygiene geben.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der Sanitärversorgung und Reduzierung der öffentlichen Defäkation um 100 Prozent
Zielgruppe
300 Haushalte; 1500 Grundschüler; 500 Kleinkinder
Projektgebiet
Kuda Payam, Yei River County, Südsudan
Projektbeschreibung
Training von Gemeindemitgliedern im Latrinenbau
Community-Led-Total Sanitation Programm
Schulprogramm (Bau von Latrinen und Handwaschgelegenheiten; Schulwettbewerb)
Bau von Komposttoiletten für 300 Haushalte
Durchführung von Sanitation Days um Erfolge zu messen
Projektlaufzeit
März 2014 – Februar 2015
Projektvolumen
28.750 Euro
Projektförderer
Aktion Deutschland Hilft (ADH)
Projektnummer
6100090
Projektverantwortlicher
Jutta Herzenstiel