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Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in abgelegenen Gemeinden Nord-Kenias

Das Leben der Menschen im Norden Kenias ist geprägt durch einen unzureichenden Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitseinrichtungen, speziell auch für schwangere Frauen und Kleinkinder.Dies führt unter anderem zu einer hohen Mütter- und Kindersterblichkeit sowie einer hohen Zahl von Teenagerschwangerschaften.

Mangelnde Verfügbarkeit von Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten, eine Tabuisierung des Themas sowie auch eine hohe Analphabetenrate sind Gründe für eine unzureichende Aufklärung und Unkenntnis der Bevölkerung.

In der Projektregion haben fehlende Aufklärung und damit auch fehlende Familienplanung verschiedene Gründe: Angebote und Aufklärung zur Familienplanung sind kaum vorhanden, große Familien genießen in den ländlichen Gebieten traditionell hohe Anerkennung und Männer sind meist alleinige Entscheidungsträger in der Familie. Alle diese Faktoren zeigen, dass eine Verbesserung der Dienstleistungen und Aufklärung hinsichtlich Familienplanung und Mutter-Kind-Gesundheit dringend notwendig sind.

action medeor arbeitet mit dem Partner Africa Inland Church Health Ministries (AICHM) seit Mai 2012 zusammen. Infolge der Dürrekatastrophe am Horn von Afrika, von der auch Nordkenia immens betroffen war, führte action medeor ein Projekt im Bereich Basisgesundheitsversorgung und Stärkung lokaler Gesundheitssysteme in Turkana, Marasabit und West Pokot County durch. Im aktuellen Projekt soll durch Fortbildung des Gesundheitspersonals und eine verbesserte medizinische Ausstattung in 11 Gesundheitseinrichtungen eine nachhaltige Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit erreicht werden. Gleichzeitig wird ein Mitarbeiter-Mentoring-Programm implementiert und Jugendzentren in den Gesundheitseinrichtungen zur Aufklärung zur Verfügung gestellt.

Mittels Bildung und Ausbildung von Gemeindegesundheitskomitees wird sichergestellt, dass die lokalen Gemeinden aktiv an der Qualitätskontrolle und Steuerung der Gesundheitseinrichtungen beteiligt sind. Außerdem soll mit Hilfe von Aufklärungskampagnen in Schulen und entlegenen Gemeinden sowie über Radiosendungen das Bewusstsein zu Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gesteigert werden. Die  Selbsthilfekräfte der Bevölkerung sollen gestärkt werden, so dass sie ihre Rechte und Interessen gegenüber politischen Entscheidungsträgern selbst vertreten können. Mithilfe von Kampagnen und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und staatlichen Einrichtungen wird der Einfluss auf Entscheidungsträger verstärkt damit einerseits Qualitätsstandards eingehalten werden und andererseits mittelfristig mehr Unterstützung seitens des Staates erbracht wird. 

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung von Zugang und Kenntnissen über moderne Familienplanung, Reduzierung von ungewollten Schwangerschaften sowie Schwangerschaftsabbrüchen, Verbesserung der Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen
Zielgruppe
71.500 junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren, darunter ca. 35.000 Frauen im gebärfähigen Alter
Projektgebiet
Nord-West Kenia, Turkana County
Projektbeschreibung
Informations- und Aufklärungsveranstaltungen in Schulen und in Gemeinden
Sensibilisierung über Radiosendungen in ganz Turkana County
Renovierung und Ausstattung von 11 Gesundheitszentren
Anschaffung von medizinischem Equipment, Verbrauchsmaterialien und Medikamenten, Placenta Pit und Verbrennungsanlagen zur fachgerechten Entsorgung septischer Verbrauchsmaterialien und organischem Klinikabfall
Trainings für Gesundheitsfachkräfte
On-the-job Training des Gesundheitspersonals und Managements
Training von Gesundheitskomitees und Gesundheitspromotoren
Einrichtung und Betrieb neuer verbesserter SRGR Dienstleistungen in den Gesundheitszentren und Outreach-Kampagnen in entlegenen Gebieten
Einrichtung der Jugendzentren und Personalschulungen zu jugendfreundlichen Dienstleistungen
Organisation von regelmäßigen Koordinierungstreffen mit lokalen Akteuren zur Verbesserung der Abstimmung und Zusammenarbeit vor Ort
Projektlaufzeit
April 2015 – März 2018
Projektvolumen
666.667 €
Partner
African Inland Church Health Ministries (AICHM)
Projektförderer
BMZ / Private Träger
Projektnummer
6000166
Projektverantwortlicher
Antje Leyian