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Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in Totonicapán, Guatemala

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    Durch fehlende Aufklärung werden in Guatemala viele Mädchen schon in jungem Alter schwanger - ein Risiko für ihre Gesundheit und ein Hindernis für spätere Ausbildung und Entwicklung.
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    Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, führt action medeor Aufklärungskampagnen an Schulen durch.
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    Auch Eltern werden in diese Projekte mit einbezogen...
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    ... genauso wie Lehrer, die die neuen Inhalte in ihren Unterricht einbinden sollen.

Die Müttersterblichkeit in Guatemala ist eine der höchsten in Lateinamerika. Die Hauptursachen, beispielsweise Blutungen oder Infektionen, könnten durch eine ausreichende Begleitung der Schwangeren und regelmäßige Untersuchungen leicht vermieden werden. Ein schlechter Zugang zu Basisgesundheitsdienstleistungen, unzureichend ausgebildete und ausgestattete Geburtshelferinnen und die Unwissenheit vieler werdender Mütter über sexuelle und reproduktive Gesundheit haben in Vergangenheit häufig zu Komplikationen in Schwangerschaften und bei Geburten geführt.

Die im ländlichen Raum des Departments Totonicapán liegenden Gemeinden haben kaum Zugang zu öffentlichen Gesundheitsdienstleistungen. Zudem haben insbesondere indigene Frauen und Jugendliche wenig Wissen über Themen der reproduktiven Gesundheit und Rechte, wie Familienplanung, Anwendung von Verhütungsmethoden und Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten und HIV/Aids – Faktoren, die entscheidend zur hohen Krankheits- und Sterberaten bei Müttern beitragen. Traditionelle Wertvorstellungen führen häufig dazu, dass sowohl der Zugang zu Verhütungsmitteln als auch die Aufklärung von Jugendlichen unzureichend sind. Viele Mädchen werden unfreiwillig schon in jungem Alter schwanger. Die frühen Schwangerschaften bergen zahlreiche gesundheitliche Risiken und tragen zur hohen Müttersterblichkeit in der Region bei, haben aber auch wirtschaftliche und soziale Konsequenzen. Besonders junge Schwangere sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Darüber hinaus reduzieren frühe Schwangerschaften für viele junge Frauen die Chancen auf Ausbildung, Entwicklung und Lebensqualität.

Durch ein in den Jahren 2009 - 2013 durchgeführtes Projekt zur Verbesserung der Gesundheit und Rechte der Frauen konnten schon große Fortschritte erzielt werden. Jedoch bedarf es insbesondere für die traditionellen Geburtshelferinnen, die meist Analphabetinnen sind, einer weiteren, intensiveren und kontinuierlicheren Fortbildung. Auch Frauen müssen weiter und besser über Gefahrensignale in der Schwangerschaft sowie unter der Geburt und im Wochenbett sowie über Methoden zur Familienplanung informiert werden. Um die Situation der Frauen nachhaltig zu verbessern, müssen auch Männer in die Aufklärungsveranstaltungen einbezogen werden.

Um das Wissen zu Themen der reproduktiven Gesundheit in der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern, werden sowohl Geburtshelferinnen fortgebildet als auch Trainerinnen ausgebildet, die später die Ausbildung von Geburtshelferinnen übernehmen. Zudem werden Aufklärungsveranstaltungen für Schüler und Eltern durchgeführt und Lehrer fortgebildet, die die Themen der reproduktiven Gesundheit und Rechte in ihren Lehrstoff aufnehmen.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit
Zielgruppe
Fortbildungen für 12 Geburtshelfer-Trainerinnen, 15 Jugend-Trainer sowie 365 traditionelle Geburtshelferinnen, 35 Gesundheitspromotoren und 200 Mitglieder von Notfallkomitees sowie je 50 Angestellte aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Justizsektor
Projektgebiet
Gemeindebezirke San Andrés Xecul, San Francisco El Alto und Momostenango, Departament Totonicapán, Guatemala
Projektbeschreibung
Fortbildung eines Teams von Geburtshelfer-Trainerinnen zu SRGR-Themen
Fortbildung von Geburtshelferinnen und Gesundheitspromotoren
Einrichtung und Fortbildung von Gesundheits- und Notfallkomitees
Begleitung von Lehrern bei der Umsetzung von Lehrinhalten
Ausbildung von Jugend-Trainern
Workshops für Teenager, die nicht die Schule besuchen
Workshops für Eltern und Männern
Informations- und Aufklärungsveranstaltungen für Schüler
Durchführung von Freizeitveranstaltungen, zweisprachigen Radioprogrammen und eine auf Jugendliche ausgerichtete Internet-Seite
Entwicklung eines Aufklärungs- und Fortbildungsprogramms für Angestellte aus den Sektoren Gesundheit, Bildung und Justiz
Projektlaufzeit
Februar 2014 – April 2017
Projektvolumen
513.877 €
Partner
Pies de Occidente
Projektförderer
BMZ
Lappe-Stiftung
Projektnummer
6000156
Projektverantwortlicher
Christina Padilla