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Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte von Jugendlichen in Bolivien

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    Der durchschnittliche Einwohner El Altos, der Stadt mit dem höchsten Bevölkerungswachstum Boliviens, ist nur 19 Jahre alt.
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    Der Distrikt 8 ist einer der ärmsten Bezirke der Millionenstadt El Alto, hier leben über 90 Prozent der Einwohner in Behausungen ohne Abwasserleitungen.
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    Unzureichende Kenntnisse über Empfängnisverhütung und sexuell übertragbare Krankheiten und sexuelle Gewalt stellen große Probleme dar.
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    Es fehlt an einer umfassenden Aufklärung, obwohl diese sehr wichtig ist. Das Projekt zielt deshalb darauf an, junge Menschen zu informieren.
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    Klassenlehrer und auch Klassensprecher werden aufgeklärt und zu Botschaftern, die ihr Wissen weitertragen. So werden viele Jugendliche von den wichtigen Informationen erreicht.
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    Im Projekt gegründete Selbsthilfegruppen bieten Jugendlichen zudem eine weitere Austausch- und Informationsmöglichkeit. Darüber hinaus werden auch Informationsveranstaltungen für Eltern angeboten.
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    Die verschiedenen Maßnahmen können die sexuelle und reproduktive Gesundheit der Jugendlichen in der Projektregion so dauerhaft verbessern und die Teilnehmer über ihre Rechte aufklären.

El Alto ist die Stadt mit dem höchsten Bevölkerungswachstum in Bolivien und einer sehr jungen Bevölkerung. Der durchschnittliche Einwohner ist nur 19 Jahre alt, da sehr viele Arbeitssuchende indigener Herkunft aus den Hochlandgebieten in die Stadt kommen. Die Menschen in El Alto arbeiten überwiegend im informellen Sektor und haben dadurch nur schlechte Zukunftsperspektiven.

Insbesondere die vielen jungen Migranten und Migrantinnen sind anfällig für Alkohol- und Drogenkonsum. Der Distrikt 8 ist einer der ärmsten Bezirke der Millionenstadt El Alto, hier leben über 90 Prozent der Einwohner in Behausungen ohne Abwasserleitungen. Es sind nur sechs Gesundheitszentren vorhanden, die mehr als 100.000 Einwohner versorgen.

Die Lebensbedingungen für Jugendliche sind schwierig, auch in Bezug auf ihre sexuelle Gesundheit und Rechte. Viele Heranwachsende erlangen völlig unvorbereitet das reproduktive Alter und sind dann vielfältigen Risiken ausgesetzt: der Beginn sexueller Aktivitäten in frühem Alter, unzureichende Kenntnisse über Empfängnisverhütung und sexuell übertragbare Krankheiten inklusive HIV/Aids und sexuelle Gewalt. Verhütungsmittel sind für die Jugendlichen nur schwer erhältlich und finanziell nicht erschwinglich, deswegen wendet die Mehrheit der Jugendlichen nur  traditionelle Verhütungsmethoden an. Eine Folge ist ein extrem hoher Grad an ungewollten Jugendschwangerschaften. Die körperlichen und sozialen Folgen für die Mädchen und jungen Frauen sind fatal, viele werden krank oder sterben sogar bei oder in Folge der Geburt. Zudem haben die frühen Schwangerschaften neben den gesundheitlichen Risiken auch eine Reihe psychosozialer Konsequenzen: Die jungen Frauen heiraten früher und viele brechen die Schule ab. Dadurch wird der Einstieg in die Arbeitswelt extrem erschwert, und in vielen Fällen rutschen die jungen Frauen in eine Armutsspirale hinein, aus der sie in den seltensten Fällen wieder aus eigener Kraft herauskommen.

An den Schulen werden sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte wenn überhaupt überwiegend aus einem biologischen Ansatz kommuniziert und sehr auf HIV/Aids fokussiert. Um die Jugendlichen besser zu informieren und aufzuklären, werden in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner an zehn Schulen in Al Alto Workshops durchgeführt, in denen sowohl die Lehrer als auch Klassensprecher über sexuelle Gesundheit und Rechte aufgeklärt werden. Somit können die wichtigen Informationen an viele Jugendliche weitergegeben werden. Das Projekt umfasst zudem auch Informationsveranstaltungen für die Eltern der Jugendlichen, sowie die Gründung von Selbsthilfegruppen für Jugendliche. Um so viele Schüler wie möglich mit den Aufklärungsveranstaltungen zu erreichen, werden außerdem Hospitationen organisiert, so dass weitere Schüler der Region an Veranstaltungen in den Projektschulen teilnehmen können.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte von Jugendlichen im Distrikt 8
Zielgruppe
5.100 Schüler von zehn weiterführenden Schulen sowie deren Eltern, 300 Lehrer/innen, 100 Mitarbeiter/innen in Gesundheitseinrichtungen und Rechtsberatungsstellen sowie 250 Vertreter/innen von lokalen Institutionen, Organisationen und Behörden im Gesundheits- und Bildungsbereich
Projektgebiet
Distrikt 8, El Alto, Bolivien
Projektbeschreibung
Workshops für 60 Lehrern zu sexueller und reproduktiver Gesundheit
Workshops für 100 Klassensprecher , die als Multiplikatoren in Projektschulen dienen sollen
Teilnahme von Eltern an Elternschulen
Gründung von Selbsthilfegruppen für Jugendliche
Ausstattung des Zentrums für Jugendliche (Centro AIDA), Fortbildungen für Personal
Einrichtung eines Hilfsfonds für Jugendliche
Vernetzung der Schlüsselakteure aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Justiz
Durchführung von Hospitanzen anderer Schulen im Distrikt 8
Projektlaufzeit
Juli 2013 – April 2017
Projektvolumen
447.591 €
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projektnummer
6000150
Projektverantwortlicher
Christina Padilla

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