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Katastrophenvorsorge an Schulen

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    Aufklärung über die Gefahren verschiedener Naturereignisse - von Kindern für Kinder.
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    Auch die Lehrer werden in Theorie und Praxis zum richtigen Verhalten im Ernstfall geschult.
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    In praktischen Übungen lernen die Kinder das richtige Verhalten bei Erdbeben: drop (Ducken) ...
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    ... cover (in Deckung gehen) ...
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    ... hold on (Abwarten)!
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    Warten bis die Feuerwehr Entwarnung gibt!
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    Auch auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen wird in den Schulungen eingegangen.
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    Schülervertretungen unterstützen die Lehrer bei der Durchführung von Übungen.

Wie verhalte ich mich im Fall von Erdbeben, Taifunen oder Überschwemmungen? Wie schaffe ich es die Schüler meiner Klasse rechtzeitig in Sicherheit zu bringen? Was ist bei einer Evakuierung besonders zu beachten? Wer benötigt welche Unterstützung?

Diese und andere Fragen werden in einem Kooperationsprojekt von action medeor mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. und dem philippinischen Netzwerk für Katastrophenvorsorge „Citizens‘ Disaster Response Center“ (CDRC) beantwortet und richtiges Verhalten für den Katastrophenfall eingeübt.

Ziel des gemeinsamen Projekts ist es die Vorsorgekapazitäten von Grundschulen in der Region Metro Manila auf den Philippinen sowie die Bevölkerung in Java, Indonesien zu stärken. Dies ist notwendig, da die Region auf Grund ihrer geographischen Lage besonders gefährdet ist für Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Taifune.

Das Projekt besteht aus drei Komponenten:

Das Netzwerk CDRC und die Mitgliedsorganisation CREST erweitern ihre Katastrophenvorsorgekapazitäten im Rahmen einer Ausbildung für Ausbilder des ASB Teams aus Indonesien um die Bereiche „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ und „Vorsorge an Schulen“. CDRC wird dieses Wissen an ihre 17 Mitgliedsorganisationen weitergeben und somit langfristig in vielen Teilen der Philippinen verankern. Menschen mit Behinderung sind aufgrund fehlenden Zugangs zu Informationen, eingeschränkter Mobilität oder ihrer marginalisierten Stellung besonders verwundbar. Ihre besonderen Bedürfnisse sind bisher nur unzureichend in Projekten zur Katastrophenvorsorge eingebunden. Diese zu verstehen und frühzeitig in die Planung von Vorsorgemaßnahmen einzubeziehen ist wichtigster Grundsatz und nur gemeinsam mit den betroffenen Menschen möglich.

Mit den Schulungs- und Beratungsaktivitäten konnten zu Projektbeginn 289 Lehrer und Lehrerinnen von 222 Schulen als Trainer für schulbasierte, inklusive Katastrophenvorsorge ausgebildet werden. Gemeinsam mit der Partnerorganisation CREST schulten die neu ausgebildeten Trainer insgesamt 3.268 Lehrerkollegen und -kolleginnen in der Durchführung von kindgerechte Unterrichtseinheiten und Verhaltensmaßnahmen im Katastrophenfall.

Dabei standen Verhaltensregeln, Aufklärung und praktische Evakuierungsübungen im Mittelpunkt. Mit der Ausbildung der Lehrer und der Einbindung von Schulleitern und staatlichen Akteuren wird sichergestellt, dass das Wissen und die Durchführung von regelmäßigen inklusiven Katastrophenübungen auch über den Projektzeitraum und die teilnehmenden Schulen hinaus im Schulalltag verankert bleiben. Weit mehr als 6.000 Schulkinder haben an Evakuierungsübungen und den neuen, interaktiven Unterrichtseinheiten teilgenommen. Neue Schülervertretungen haben sich gegründet und führen selbstständig Aufklärungsveranstaltungen für die jüngeren Kinder durch und unterstützen die Lehrer bei der Durchführung von Evakuierungsübungen (z.B. Zählen der Kinder an den Sammelplätzen, Meldung von Vermissten).

Gleichzeitig hat der ASB in Indonesien eine Medienkampagne zum „Drop-Cover-Hold on!“ Ansatz bei Erdbeben, also „Ducken, in Deckung gehen, Abwarten!“, durchgeführt. Über verschiedene Kommunikationskanäle wurde diese einfache, aber lebensrettende Verhaltensweise in der Bevölkerung verbreitet. Mit Radiospots, Fernsehbeiträgen und Publikationen wurden große Bevölkerungsteile in dieser besonders erdbebengefährdeten Region erreicht, aufgeklärt und auf das nächste Ereignis vorbereitet. Besonders erfolgreich war der Einsatz eines Erdbebensimulators, der den Besuchern erlaubte, verschiedene Alternativen (Rennen, Schutz suchen) bei einem Erdbeben auszuprobieren. Der "Drop-Cover-Hold on" Ansatz wurde von den Testpersonen als die beste Alternative bewertet.

Finanziert wurde dieses länderübergreifende Kooperationsprojekt mit Spendenmitteln der Deutschen Telekom und Aktion Deutschland Hilft.

Projektinformationen

Projektinhalt
Stärkung der Katastrophenvorsorgekapazitäten auf den Philippinen sowie in Indonesien durch praktische Kenntnisse zu richtigem Verhalten im Katastrophenfall
Zielgruppe
Philippinen: 515 Grundschulen in Metro Manila, Indonesien: Bevölkerung der Insel Java
Projektgebiet
Insel Java (Indonesien) und Metro Manila (Philippinen)
Projektbeschreibung
Ausbildung von Ausbildern von CDRC und CREST durch den Partner ASB in Manila, Philippinen
Begleitung und Unterstützung von CDRC/CREST bei der praktischen Umsetzung durch den ASB Indonesien
Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen durch CDRC/CREST für mehr als 220 Grundschulen in Metro Manila
Umsetzung der schulbasierten, inklusiven Katastrophenvorsorge durch die ausgebildeten Lehrer in ihrem Kollegium und ihren Klassen
Verbreitung von öffentlichen Schutz- und Sicherheitsinformationen zur Prävention von und Vorbereitung auf Erdbeben auf der Insel Java, Indonesien
Projektlaufzeit
November 2014 – Oktober 2015
Projektvolumen
152.500 €
Partner
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB), Citizens Disaster Response Center (CRDC), Community Response for Enlightenment, Service and Transformation (CREST)
Projektförderer
Deutsche Telekom, Aktion Deutschland Hilft
Projektnummer
6100096
Projektverantwortlicher
Katharina Wilkin