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Dürre in Guatemala

Dürren, Überschwemmungen sowie eine Kaffeeplage führten 2014 in Mittelamerika zu Ernteausfällen, Mangelernährung und Armut.

Die Länder kämpfen bis heute mit den Auswirkungen. Die Bevölkerung Guatemalas ist besonders stark betroffen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Guatemalas lebt von der Landwirtschaft – ein großer Teil von ihnen sind Kleinbauern, die Anbau für den Eigenbedarf betreiben und unterhalb des Existenzminimums leben. Die Klimaerwärmung und insbesondere das Phänomen el Niño, eine unregelmäßig auftauchende warme Meeresströmung im Pazifik, sowie anhaltende Regen und Tropenstürme, haben in den letzten Jahren vermehrt zu Überschwemmungen und langen Dürreperioden geführt, die Ausfälle der dringend benötigten Ernten zur Folge hatten. Die meisten Familien sind zusätzlich indirekt von der Kaffeeplage betroffen, da viele Familienmitglieder haben, die als Tagelöhner auf den Kaffeeplantagen arbeiten um zusätzliche Einkünfte zu erzielen.

Während der Dürreperiode und Kaffeeplage 2014 rief die guatemaltekische Regierung den Notstand aus. Der ausbleibende Niederschlag führte landesweit zu einem Ernteausfall von 70 - 85%. Etwa 236.000 Familien - ca. 1,1 Millionen Menschen - waren direkt betroffen. Die nationalen Behörden verzeichneten 12.200 Fälle von akuter Mangelernährung, 216 Kinder starben an den Folgen und die Gesundheit von 500.000 Kindern unter 5 Jahren wurde als stark gefährdet eingestuft.

Die Nachwirkungen der Katastrophe von 2014 sind immer noch zu spüren. Viele Familien verloren ihre Existenzgrundlage. Nicht nur die Ernten von 2014 sondern auch das Saatgut für das kommende Jahr wurde zerstört oder diente in der Notsituation als Nahrungsmittel. Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Menschen hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Besonders der ländlichen Bevölkerung fehlt der Zugang zu medizinischer Versorgung.

Mittelamerika zählt zu den von Naturereignissen am stärksten betroffenen Regionen der Welt. Klimaforscher rechnen mit weiteren Dürreperioden in den kommenden Jahren.

action medeor ist unter anderen in den Departments Huahuatenango, Jacaltenango und Chiquimula aktiv, die durch ihre Lage im „Trockengürtel“ zu den von der Dürre 2014 am stärksten betroffenen Regionen zählen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen Menachor und UCIIS wurden im ersten Halbjahr 2015 Verteilungen von Grundnahrungsmitteln und Saatgut organisiert, sowie die medizinische Versorgung garantiert.