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Überschwemmungen in Pakistan

Pakistan ist immer wieder von Naturkatastrophen betroffen. Der Monsun bringt am Fluss Indus fast jährlich schwere Überflutungen.

Für die Menschen führen solche Überschwemmungen nicht nur zum Verlust ihrer Unterkünfte, sondern zerstören langfristige Entwicklungsprozesse und ihre Lebensgrundlagen. Insbesondere in ländlichen Gebieten haben die Menschen vielfach ihre gesamten Lebensgrundlagen wie Ernten und Viehbestände durch das Hochwasser verloren. Die wenigsten Schäden sind versichert, einen flächendeckenden Katastrophenschutz gibt es nicht. Die Menschen fliehen in höher gelegene Standorte und verharren dort in notdürftigen Unterkünften oftmals ohne Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung oder Sanitäranlagen. Frauen und Kinder leiden besonders unter diesen widrigen Umständen und ihre Gesundheitssituation verschlechtert sich rapide.

2010 kam es zur schlimmsten Hochwasserkatastrophe seit über 80 Jahren. Ein Fünftel des Landes stand wochenlang unter Wasser, über 1.700 Menschen verloren ihr Leben und mehr als 1,5 Millionen Häuser wurden zerstört. Grund für die Überschwemmungen waren tagelange, starke Monsunregenfälle, die innerhalb kürzester Zeit den Fluss Indus und seine Nebenarme zum Überlaufen brachten. Seither waren jedes Jahr erneut weite Teile des Landes und besonders in der Provinz Sindh von starken Regenfällen mit langanhaltenden Überschwemmungen betroffen. Die Bevölkerung hatte kaum Zeit sich von den negativen Folgen zu erholen und ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen, als sie erneut aus ihren Dörfern fliehen mussten. 

action medeor reagierte unverzüglich auf die Flutkatastrophe in 2010 und schickte 50 Tonnen an Medikamenten im Wert von 2,34 Millionen Euro. Gemeinsam mit lokalen Hilfsorganisationen wurden Projekte zur medizinischen Versorgung, Impfkampagnen und Aufklärungsmaßnahmen durchgeführt. Somit konnte die Gesundheitsversorgung für mehr als 21.000 Menschen in den ersten Monaten nach der Katastrophe sichergestellt werden. Auch in 2011 und 2013 unterstützte action medeor verschiedene Projekte und konnte ca. 40.000 medizinisch behandeln und wichtige Hilfsgüter an über 6.500 Familien verteilen.  

Der starke Trend immer wiederkehrender Überschwemmungen zeigt die Notwendigkeit langfristiger Vorsorgestrategien sehr deutlich. Seit 2012 arbeitet action medeor daher verstärkt mit den lokalen Partnerorganisationen an Projekten zur Katastrophenvorsorge. Mit dem Ziel potenzielle Verluste und Schäden zu minimieren werden gemeinsam mit der Bevölkerung Strategien zur besseren Vorsorge und Vorbereitung auf zukünftige Überschwemmungen identifiziert und umgesetzt.