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Nothilfe durch Gesundheits- und Trinkwasserversorgung und Verteilung von Hilfsgütern für burundische Flüchtlinge und Gastfamilien in der DR Kongo

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    Um den Zugang zu sauberem Wasser zu gewährleisten, wird die Trinkwasserversorgung in drei Dörfern wieder aufgebaut und erweitert.
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    Außerdem beinhaltet das Projekt die Verteilung von mehr als 3.000 Hygiene-Kits...
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    ...unter anderem gefüllt mit Zahnpasta, Wasserkanistern und Seife.
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    action medeor Mitarbeiter Emmanuel Limi machte sich ein Bild von den Lebensumständen der Menschen im Flüchtlingslager Lusenda.

Die landesweiten Unruhen, die aufgrund der verfassungswidrigen Wiederwahl des burundischen Präsidenten Pierre Nkurunziza im Juli 2015 ausgebrochen sind, haben sich in Burundi zu einem andauernden politischen Konflikt mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsarmee und bewaffneten Gruppen entwickelt. Seit April 2015 sind ca. 36.000 Menschen in die DR Kongo geflüchtet - bis Ende 2017 wird diese Zahl laut Prognosen des UNHCR sogar auf ca. 50.000 ansteigen. Die DR Kongo – selbst durch langjährige und anhaltende Konflikte und fragile Staatlichkeit geschwächt – ist nicht in der Lage, die geflüchteten Menschen aufzunehmen und zu versorgen.

Der Zulauf an Flüchtlingen und Rückkehrern stellt auch für die Bevölkerung im Aufnahmegebiet eine hohe Belastung dar, fehlt es auch hier an ausreichenden Mitteln zum Bestreiten des Lebensunterhalts. Die lokale Bevölkerung besitzt kaum Kapazitäten ihre eigenen Lebensbedingungen zu verbessern) und ist durch Flucht, Vertreibung und gesellschaftliche Exilbelastungen traumatisiert.

Der Großteil der burundischen Flüchtlinge im Kongo Flüchtlinge befindet sich im UNHCR-Camp Lusenda (ca. 50 km südlich von Uvira). Zunächst nur für 12.000 Menschen ausgelegt, beherbergt das Camp derzeit etwa 26.000 Menschen, darunter ca. 60% Kinder.

Im Camp gibt es nur eine kleine medizinische Einheit, die mit dem hohen Patientenaufkommen überlastet ist. Und auch die Kapazitäten der staatlichen Gesundheitszentren in direkter Nachbarschaft zum Camp sind dem erhöhten Patientenaufkommen nicht gewachsen. Equipment, Medikamente und personelle Kapazitäten sind in allen Zentren nicht ausreichend verfügbar, zudem sind die Gebäude oft in einem schlechten Zustand.

Ein weiteres Problem in dieser Region stellt eine unzureichende und unregelmäßige Trinkwasserversorgung dar – sowohl für die Flüchtlinge als auch die lokale Bevölkerung. Trinkwasser aus sicheren Quellen gibt es aufgrund von schlecht funktionierenden Verteilungssystemen oft nur jeden dritten Tag.

Als Folge der mangelnden medizinischen Versorgung und nicht ausreichender Verfügbarkeit von sauberem und sicheren Trinkwasser ist die Zahl der Krankheitsfälle (insbesondere Malaria, Durchfall- und Atemwegserkrankungen) rasant angestiegen.

action medeor und die lokale Partnerorganisation AFPDE sind seit Beginn der Flüchtlingskrise im April 2015 vor Ort. Dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes konnten die ersten Projektaktivitäten ab Oktober 2016 in einem Folgeprojekt fortgesetzt und ausgeweitet werden. Das Ziel des Projektes besteht darin, den Zugang zur Basisgesundheits- und Trinkwasserversorgung, für burundische Flüchtlinge und deren Gastfamilien zu verbessern.

Außerdem werden zur Erhöhung der Kapazitäten von vier Gesundheitseirichtungen nahe dem Flüchtlingscamp einige kleinere Bauarbeiten durchgeführt, die Einrichtungen mit Medikamenten und medizinischem Equipment ausgestattet sowie Behandlungs- und Entbindungsräumen wieder aufgebaut. Das Gesundheitspersonal wird zahlenmäßig erhöht und im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit, Familienplanung und Prävention der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind weitergebildet. So kann in vier Gesundheitseinrichtungen eine kostenlose oder kostenreduzierte Behandlung angeboten werden.

Parallel dazu werden Aktivitäten zur Verbesserung der Hygiene - und Trinkwasserbedingungen für burundische Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung durchgeführt: Es werden unter anderem vier Wasserquellen erschlossen oder rehabilitiert, 2 Wassertanks gebaut und über 30 Wasserhähne in den Dörfern wieder in Stand gesetzt. So wird nicht nur die Qualität des Trinkwassers verbessert, sondern auch dessen Verfügbarkeit deutlich erhöht. Neben verschiedenen Aufklärungsveranstaltungen zu Hygiene und Gesundheit werden 3.125 Hygiene-Kits (u.a. Seife, Zahnpasta und Wasserkanister) an Flüchtlinge außerhalb des Lagers und deren Gastfamilien verteilt.

Projektinformationen

Projektinhalt
Zugang zu Basisgesundheits- und Trinkwasserversorgung für burundische Flüchtlinge und deren Gastfamilien
Zielgruppe
Burundische Flüchtlinge im Osten der DR Kongo
Projektgebiet
DR Kongo (Fizi – Süd Kivu)
Projektbeschreibung
Bau- und Rehabilitierungsmaßnahmen in den Gesundheitszentren Lusenda und Kaboke
Ausstattung von vier Gesundheitsstrukturen mit Medikamenten und medizinischem Equipment
Der Betrieb einer mobilen Klinik in Lusenda und Umgebung
Training von GesundheitsmitarbeiterInnen zur Mutter-Kind-Gesundheit und Betreuung von Menschen mit HIV/AIDS
Freiwilliges HIV/Aids Testen und Beraten
Rehabilitierung der Trinkwasserversorgung in 3 Dörfern
Die Verteilung von Hygiene-Kits an 3.000 Familien
Aufklärungsveranstaltungen zu Hygiene und Gesundheit
Projektlaufzeit
Oktober 2016 – Februar 2017
Projektvolumen
288.740 €
Partner
Association des Femmes pour la Promotion et le Développement Endogène (AFPDE) asbl
Projektförderer
Auswärtiges Amt (AA)
Projektnummer
6100131
Projektverantwortlicher
Emmanuel Limi