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Nothilfe für burundische Flüchtlinge im Kongo und in Tansania

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Seit April 2015 herrschen in Burundi starke Unruhen und Ausschreitungen aufgrund des Protestes gegen den amtierenden Präsidenten, Pierre Nkurunziza. Dieser wurde von der Regierungspartei für eine dritte Amtszeit vorgeschlagen, was gegen die nationale Verfassung verstößt. Trotz internationaler Kritik und landesweiter Unruhen fand die Präsidentenwahl am 21. Juli 2015 statt. Auch wenn diese von der Opposition boykottiert wurde, erhielt Nkurunziza fast 70 Prozent der Stimmen. Die Lage im gesamten Land ist unübersichtlich und angespannt.

Gewalttätige Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung, die Zahl der Raubüberfälle stark angestiegen. Eine hohe Arbeitslosigkeit und viele Waffen im Land tragen zu einer gefährlichen Lage bei. Tausende Menschen flüchten in die Nachbarländer Demokratische Republik Kongo, Tansania, Ruanda und Uganda. Laut Berichten der UNHCR und OCHA leben zurzeit ca. 25.000 Flüchtlinge im Osten der DR Kongo; 120.000 in Tansania, 70.000 in Ruanda und 17.000 in Uganda. Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge ist vermutlich viel höher, da die Grenzregion sehr undicht ist und die Region als unübersichtlich gilt. Außerdem haben viele Flüchtlinge Angst vor einer Abschiebung nach Burundi und lassen sich daher nicht offiziell registrieren.

kongoIn Demokratischen Kongo leben viele burundische Flüchtlinge unter den schwierigsten Bedingungen. Während einer Projektreise in den Osten der DR Kongo in Juni 2015 hat Emmanuel Limi, Referent für Zentral- und Westafrika bei action medeor, verschiedene Flüchtlingslager besucht und konnte sich von der katastrophalen Verhältnisse vor Ort selbst überzeugen. In den provisorischen Lagern herrschen sehr schlechte Hygienebedingungen, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen ist unzureichend. Familien mit schwangeren Frauen und Kleinkindern sowie alte Menschen leben unter den schwierigsten Bedingungen bei Gastfamilien. Diese Situation sorgt für eine weitere Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes der burundischen Flüchtlinge. Besonders bei Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen sind Durchfallerkrankungen und Malaria weit verbreitet.

Durch das Flüchtlingshilfswerk UNHCR wurde ein Flüchtlingslager für die Menschen aus Burundi eingerichtet. Hier werden den Menschen etwas bessere Lebensbedingungen geboten als in den Gastfamilien, aber das Lager ist bereits überfüllt und auch hier ist dringend medizinische Hilfe notwendig.

Seit Juni 2015 organisiert action medeor eine mobile Klinik zur medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Außerdem werden Gesundheitszentren mit Medikamenten ausgestattet sowie 40 Tonnen Nahrungsmittel und 4.500 Moskitonetze an die Flüchtlinge verteilt. Um die Verbreitung von HIV/Aids einzudämmen, werden freiwillige Sozialarbeiter im Bereich der HIV/Aids- sowie auch der Hygieneaufklärung ausgebildet und freiwillige Aids-Tests angeboten.

Die mobile Klinik, die seit Juni 2015 zum Einsatz kommt, trägt bereits erheblich zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands der Flüchtlinge bei. Eine zweite mobile Klinik zur Verstärkung des medizinischen Teams im UNHCR-Camp in Lusenda wird seit Januar 2016 eingesetzt. Die Krankheitsfälle, die nicht vor Ort von dem mobilen Team behandelt werden können, werden direkt an die Gesundheitseinrichtungen weitergeleitet, die mit Medikamenten von action medeor ausgestattet sind, und dort kostenlos behandelt.

Auch in Tansania wurden nach einer Bedarfsanalyse sechs Gesundheitseinrichtungen identifiziert, die von der Niederlassung von action medeor in Tansania mit Medikamenten für die Versorgung der Flüchtlinge ausgestattet werden.

Projektinformationen

Projektinhalt
Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung und Verbesserung der Lebensbedingungen von burundischen Flüchtlingen mit besonderem Fokus auf Frauen und Kinder
Zielgruppe
Burundische Flüchtlinge im Osten der DR Kongo und im Nordwesten von Tansania
Projektgebiet
DR Kongo (Ruzizi Ebene, Fizi – Süd Kivu); Tansania (Kigoma)
Projektbeschreibung
Medizinische Versorgung durch zwei mobile Kliniken
Lieferung von Medikamenten und medizinischen Materialien an Gesundheitseinrichtungen
Aufklärung über Hygiene und HIV/AIDS sowie Beratung und freiwillige Tests
Nahrungsmittelverteilung
Verteilung von Moskitonetzen
Projektlaufzeit
Juni 2015 – Juni 2016
Projektvolumen
335.000 Euro
Partner
Association des Femmes pour la Promotion et le Développement Endogène (AFPDE) asbl
Projektförderer
action medeor
ADH
Kindermissionswerk (Die Sternsinger)
Fürsorge und Bildungsstiftung
Projektnummer
6100109
Projektverantwortlicher
Emmanuel Limi