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Unterstützung von Schulkindern und Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung an Schulen in Nepal

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    Die Erdbeben im Jahr 2015 richteten schwere Schäden an vielen Schulgebäuden in Nepal an...
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    ... und führten zu tiefgreifenden Veränderungen in den Leben der Kinder.
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    Um den Kindern einen Neustart zu ermöglichen, erhielten sie im Projekt unter anderem neue Schulmaterialien.
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    Auch warme Kleidung, Sitzkissen und Teppiche für den Winter wurden verteilt, ...
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    ... da besonders Grundschulkinder beim Lernen meist auf dem kalten Boden sitzen müssen.
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    In Form von Spielen werden Themen zu Gesundheit und Hygiene für die Kinder aufbereitet.
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    Das Projekt hat zum Ziel, eine nachhaltige Verbesserung der Hygiene- und Sanitärsituation der Schulen zu erreichen.
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    In alle Maßnahmen werden die Kinder sowie verantwortliche Personen mit einbezogen, wie auch in die Gestaltung der Sanitäranlagen.

Die Erdbeben im April und Mai 2015 erschütterte die Lebensgrundlagen von 5,6 Millionen Menschen in Nepal und richteten weitreichende Zerstörungen an der Infrastruktur und Gebäuden an. Unter anderem wurden auch zahlreiche Schulen zerstört. Zehn dieser Schulen in der Region Kavre unterstützt action medeor gemeinsam mit dem nepalesischen Partner ECCA im Wiederaufbau und auf dem Weg zu einer neuen Normalität nach den traumatischen Erlebnissen.

Phase I Kavre (Juli 2015 – Januar 2016)

In der ersten Projektphase wurden Schülerinnen und Schüler mit Schulmaterialien versorgt, sanitäre Anlagen der Schulen wiederaufgebaut, Wasserfilteranlagen bereitgestellt und deren Bedeutung und Benutzung vermittelt. Dazu werden regelmäßige Freizeit-Gruppen organisiert, in denen die Schüler spielerisch die Traumata des Erdbebens angehen können. Sie lernen, wie sie ihre Umgebung vor Landrutschen schützen und im Notfall erste Hilfe leisten können.

Dem harten nepalesischen Winter drohten viele Kinder schutzlos ausgesetzt zu sein. In temporären Unterkünften und ohne warme Kleidung drohten sie, krank zu werden. Besonders Grundschulkinder sitzen beim Lernen meist auf kaltem Steinboden. Um die Situation der Kinder zu verbessern und auch im Winter das Lernen zu ermöglichen, verteilten action medeor und ECCA wärmende Kleidung (Jacken, Hosen, Socken, Schuhe), Bettdecken und Unterlagen. Außerdem wurden die Klassenräume mit Isoliermatten, Teppichen und Sitzkissen ausgestattet. Ein Schüler, Milan, sagte uns: „Ich bin sehr dankbar für dieses Geschenk. Noch mehr freue ich mich für meine kleinen Geschwister, die ohne Zweifel noch mehr unter dieser Kälte leiden.“

Phase II Jhule, Dolakha (Februar 2017 bis Juli 2017)

In der zweiten Projektphase ab Anfang 2017 konzentriert sich die Hilfe auf Schulen in Dolakha. In der entlegenen Bergregion Jhule werden Schulverantwortliche in der Bedeutung von Wasser-und Sanitärversorgung sowie Hygiene (WASH) für die Gesundheit geschult. Gemeinsam mit ihnen wird ein Plan für die nachhaltige Verbesserung der Hygiene- und Sanitärsituation der Schulen erarbeitet. Bei diesem partizipativen Ansatz verantworten die Schulen selber den Aufbau beziehungsweise Wiederaufbau der Toiletten und der Wasserversorgung. Sie werden dabei von ECCA zu jeder Zeit fachmännisch unterstützt. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die errichteten sanitären Anlagen für Kinder und auf höheren Schulen besonders für Mädchen richtig angelegt werden, damit die Mädchen während der Menstruation nicht mehr von der Schule fernbleiben müssen.

Gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen wurden die Toiletten kindgerecht bemalt und simple Hygiene-Nachrichten aufgeschrieben. Zudem werden Nature Clubs an den Schulen gegründet und langfristig unterstützt, die wie Pfadfinder funktionieren. Diese Nature Clubs organisieren selbständig und von ECCA unterstützt regelmäßige Treffen zu Hygiene, Erster Hilfe, Putztage für das Schulgelände, Quiz- und Spiele-Nachmittage. Es werden Wettbewerbe zwischen den Nature Clubs organisiert. Die Nature Clubs schreiben Straßentheaterstücke und Lieder über Hygiene, übernehmen Verantwortung für die Schulsauberkeit und lernen so, eine positive und tragende Rolle zur Verbesserung ihrer Umgebung zu übernehmen.

Neben der Schule werden auch lokale Frauengruppen in die Aktivitäten involviert und für Hygiene sensibilisiert. Gemeinsam soll die Wasserversorgung der jeweiligen Dörfer verbessert werden. Auch soll die Müllverschmutzung gemeinsam mit den Frauengruppen angepackt werden. Zudem werden die Frauen darin geschult, Küchengärten anzulegen.

Der besondere partizipative Ansatz dieses Projektes, bei dem die Schulverantwortlichen, Eltern und Schüler selber den Wiederaufbau und die Veränderungen verantworten und dabei von ECCA durch Trainings, Begleitung und betreute finanzielle Unterstützung befähigt werden, erweist sich als sehr erfolgversprechend. Zuvor waren die Beteiligten daran gewöhnt, dass Projektaktivitäten durch Organisationen durchgeführt werden. Der eigenverantwortliche Aufbau von Toiletten und Wasserversorgung führt dazu, dass die Bevölkerung langsam die Bedeutung von WASH erkennt und versteht und die Menschen sehr stolz auf das Erreichte sind. Gleichzeitig empfinden Schüler und Schulverantwortliche sehr viel Verantwortung für ihre sanitären Anlagen.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der WASH-Situation und Unterstützung von Schulen in Nepal
Zielgruppe
Schulen in Nepal
Projektgebiet
Kavrepalanchowk und Dolakha, Nepal
Projektbeschreibung
Partizipativer Aufbau von Sanitäranlagen an Schulen
Wasserversorgung an Schulen
Hygieneschulung von LehrerInnen und SchülerInnen
Menstrualhygiene für SchülerInnen
Unterstützung von Nature Clubs
Unterstützung mit Winterkleidung, Decken, Bildungsmaterial
Projektlaufzeit
seit Juli 2015; aktuelle Projektlaufzeit September 2015 – Juli 2017
Projektvolumen
280.000 Euro
Projektförderer
Aktion Deutschland Hilft (ADH)
Projektnummer
6100115
Projektverantwortlicher
Dr. Margret Müller