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Stärkung vom Erdbeben betroffener Frauen und Mädchen in Nepal

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    In Gruppen- und Einzelsitzungen erhalten Frauen psychologische und legale Beratung (© action medeor/S. Shrestha)
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    Senioren und Seniorinnen leiden besonders unter den Folgen der Erdbeben im Jahr 2015 (© action medeor)
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    In einem selbst geschriebenen Theaterstück werden die Themen des Projektes aufgegriffen (© action medeor/S. Shrestha)
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    Die Arbeit mit Jugendlichen ist eine zentrale Komponente des Projektes (© action medeor/S. Shrestha)

Die Zerstörungen den Erdbeben im April und Mai 2015 trafen auch die Bevölkerung Chandragiris im Distrikt Kathmandu. Auch über ein Jahr nach den Erdbeben lebten in dieser Region weiterhin viele Menschen in Wellblechhütten und Zelten.

Während und nach Katastrophen und insbesondere in beengten Wohnsituationen sind Frauen und Mädchen besonders gefährdet, Opfer geschlechtsbasierter Gewalt zu werden. Bereits vor den Erdbeben war Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Nepal sehr stark verbreitet, vor allem in Form von häuslicher Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe, Kinderehe, Polygamie, erzwungene Prostitution und Menschenhandel.

Ein weiteres Problem in dieser Region ist die Vernachlässigung von Senioren, insbesondere Witwen. Da die Bevölkerung sehr stark unter Armut und den Folgen der Erdbeben leidet, ist das Bewusstsein um die Notwendigkeit der Fürsorge für Senioren oft unzulänglich. Die lokale Partnerorganisation Phect Nepal hat jahrelange Erfahrung in der Sensibilisierung von Gemeinschaften für die Rechte von Frauen und Senioren durch die kontinuierliche Arbeit mit staatlich angestellten „Social Mobilizers“ und Gesundheitsvolontärinnen, die in ihren Dorfgemeinschaften als Multiplikatorinnen fungieren. Im Projektgebiet – acht Dörfer der bergigen Region Chandragiri außerhalb Kathmandus – ist diese Arbeit jedoch noch neu.

Phect Nepal arbeitet mit ausgewählten Jugendlichen, Social Mobiliziers und Gesundheitsvolontärinnen als Multiplikatorinnen. Alle drei Gruppen werden zunächst in mehrtägigen Seminaren sensibilisiert und mit ausgebildet, um ihr Wissen weiter zu geben. Außerdem werden sie in zentralen Techniken der Selbstverteidigung geschult und lernen, diese an ihre Frauengruppen oder Schulklassen weiterzugeben.

Neben der Arbeit mit Multiplikatorinnen veranstaltet Phect in den Dörfern regelmäßige Treffen mit Frauengruppen und einer Psychologin und Anwältin. In diesen Treffen verstehen viele Frauen erstmals, dass es weder normal noch rechtens ist, von Männern physisch und psychisch missbraucht zu werden und welche Rechte und Möglichkeiten sie haben. Durch diese Arbeit werden die Frauen für die Rechte und die ebenso tabuisierte Diskriminierung von Senioren und Seniorinnen sensibilisiert. Zudem werden Männergruppen für eben diese Themen in regelmäßigen Treffen sensibilisiert und begleitet.

Bei Bedarf haben alle Dorfmitglieder die Möglichkeit, neben den Gruppensitzungen auch einzelne Treffen mit der Psychologin oder dem Anwalt in Anspruch zu nehmen.

Eine weitere zentrale Komponente des Projektes besteht in der Arbeit mit den Jugendlichen, die gemeinsam ein teils spannendes, teils lustiges Straßen-Theaterstück erarbeitet haben, das die Themen des Projektes aufgreift. Dieses Stück führen die Jugendlichen in Dörfern und Schulen auf. Gleichzeitig gehen sie in Schulklassen und diskutieren gemeinsam mit ihren Altersgenossen Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und Senioren.

Projektinformationen

Projektinhalt
Stärkung von Frauen- und Seniorenrechten
Zielgruppe
Frauen und Senioren in Nepal
Projektgebiet
Chandragiri, Kathmandu District, Nepal
Projektbeschreibung
Sensibilisierung von Jugendlichen, Social Mobilizers und Gesundheitsvolontärinnen für Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung von Senioren
Selbstverteidigungskurse für Frauen
Psychologische und legale Beratung in Gruppen- und Einzelsitzungen
Straßentheater zu Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung von Senioren von Jugendlichen erarbeitet
Entwicklung und Verteilung von Informationsmaterial
Projektlaufzeit
seit Juni 2015; aktuelle Projektlaufzeit August 2016 – Juli 2017
Projektvolumen
63.000 €
Partner
Public Health Concern Trust (PHECT)
Projektförderer
Aktion Deutschland Hilft (ADH)
Projektnummer
6100112
Projektverantwortlicher
Dr. Margret Müller