Aktuelle Seite:

Aufbau und Betrieb einer Isolierstation in Monrovia, Liberia

  • Slide 1
    Mit Unterstützung lokaler Helfer werden die Isolierzelte aufgebaut.
  • Slide 2
    Mit der Station wurden 44 neue Behandlungsplätze geschaffen.
  • Slide 3
    Die beiden neuen Zelte stehen auf dem Gelände der Klinik "Elwa II" in Monrovia.
  • Slide 4
    Das Personal hilft sich gegenseitig beim Anlegen der Schutzausrüstung...
  • Slide 5
    ... denn nur eine perfekt sitzende Schutzkleidung bietet Sicherheit.
  • Slide 6
    Margret Gieraths-Nieme leitet die Station.
  • Slide 7
    Diese Patienten haben die Krankheit überstanden.

Mit über 4.800 Toten hatte Liberia die meisten Ebola-Opfer der Epidemie 2014/2015 zu beklagen.

Durch den Kontakt zu Margret Gieraths-Nimene, der Leiterin der Gerlib Klinik in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, war action medeor frühzeitig über die Situation im Land informiert. Sie berichtete von einem dramatischen Mangel an Behandlungsplätzen in Isolierstationen, der zur Folge hatte, dass Patienten von den wenigen Krankenhäusern abgewiesen werden mussten und zu Hause oder auf der Straße ausharrten, was eine weitere Verbreitung der Krankheit zur Folge hatte.

Gemeinsam mit der Organisation ISAR Germany wurde auf dem Gelände des Krankenhauses ELWA II in Monrovia eine Isoliereinheit mit 44 Behandlungsplätzen in zwei modernen Spezialzelten errichtet. Betrieben wurde die Station von der GerLib Clinic und dem liberianischen Gesundheitsministerium. Die deutsche Unterstützung umfasste die beiden Spezialzelte, die Übernahme der Betriebskosten für die ganze Station, Gehaltsbeiträge für das gesamte Personal sowie die permanente Versorgung der Station mit Schutzkleidung und Medikamenten. Alle genesenen Patienten erhalten bei der Entlassung eine Paket mit neuer Kleidung und Desinfektionsmitteln sowie eine Erstattung ihrer Haushaltsgegenstände, die zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung von Ebola vernichtet worden waren.

In der Isolier- und Behandlungseinheit von action medeor, der Gerlib Clinic, dem ELWA-Krankenhaus und dem Gesundheitsministerium sind zwischen dem 1. November 2014 und dem 30. April 2015 insgesamt 252 Patienten aufgenommen, getestet, isoliert und behandelt worden. Damit hat action medeor gemeinsam mit seinen Partnern einen wichtigen Betrag zur Eindämmung der Ebola-Epidemie geleistet. Zudem wurden 129 als Ebola frei entlassene Personen im Nachsorge-Programm der Gerlib Clinic unterstützt. 68 dieser Personen sind in der Isolierstation am ELWA II – Krankenhaus behandelt worden. Sind haben über die Monate wiederholt Nahrungsmittel erhalten. Zudem wurden 61 weitere Ebola Überlebende im Lofa County mit Nahrungsmitteln, Matratzen, Bettlaken und andere Haushaltsgegenstände sowie zum Teil Mobiltelefone unterstützt. Bei Bedarf wurden außerdem Barmittel zur Begleichung kurzfristiger Kosten ausgezahlt, um beispielsweise Schulgebühren bezahlen zu können. Das Nachsorgeprogramm hat somit 129 Menschen und ihren Familien einen Neustart nach dem Überleben einer tödlichen Krankheit ermöglicht, in deren Verlauf sie nicht nur Familienangehörige und Hab und Gut, sondern meist auch die Quelle des Lebensunterhaltes sowie ihr soziales Netzwerk verloren hatten.

Dieses Programm bedeutete neben der materiellen Unterstützung eine enorm wichtige psycho-soziale Unterstützung, da sich viele Ebola Überlebende einer starken Diskriminierung und Stigmatisierung ausgesetzt sehen. Schon Weihnachten 2014 haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der GerLib Clinic mit 30 "Ebola-survivors“ der Isolierstation eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Im Rahmen der verschiedenen Verteilungsaktionen kamen die ehemaligen Patienten wiederholt in den Räumlichkeiten der GerLib Clinic zusammen und konnten sich austauschen. Die Menschen haben sich als Gruppe organisiert und eine Sprecherin benannt. Dies alles hat neben der materiellen Unterstützung enorm zu ihrer psycho-emotionalen Stärkung beigetragen und kommt auch den Familien zu Gute.

Als weitere Komponente des Projektes wurde die Gesundheitsversorgung im Stadtteil Paynesville durch die Gerlib Clinic deutlich verbessert: Viele Patienten der GerLib Clinic mussten in der Vergangenheit aufgrund der nicht vorhandenen Röntgen- und Ultraschallgeräte sowie des nicht vorhandenen Blutanalysegerätes zur Diagnose an andere Einrichtungen überwiesen werden. Dies hatte sich während des Ebola-Ausbruchs deutlich erschwert. Mit einem eigenen Röntgengerät kann die GerLib Clinic nun vielfältige Untersuchungen und Tests an Ort und Stelle selber durchführen und Diagnosen erstellen ohne die Patienten an andere Einrichtungen überweisen zu müssen. Zudem wurde die Gerlib Clinic mit verschiedenen Laborgeräten ausgestattet, die in einem eigens neu errichteten Laborraum zum Einsatz kommen. Somit werden längere Wartezeiten für die Patienten und damit einhergehend ein späterer Behandlungsbeginn sowie höhere Kosten für die Patienten vermieden. Zudem kann die GerLib Clinic die neuen Diagnostikleistungen nun auch Patienten anderer Gesundheitseinrichtungen in Monrovia anbieten.

Projektinformationen

Projektinhalt
Vermeidung einer weiteren Verbreitung von Ebola, Verbesserung der Behandlungssituation für Patienten, Stärkung der Basisgesundheitsversorgung
Zielgruppe
Gesamtbevölkerung im erweiterten Einzugsbereich Monrovia
Projektgebiet
Monrovia, Liberia
Projektvolumen
1.400.000 Euro
Projektförderer
Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stern-Stiftung, Lions
Projektnummer
6100095 / 6100098
Projektverantwortlicher
Susanne Schmitz