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Welt-Aids-Tag: Aids ist noch lange nicht besiegt

action medeor unterstützt im Kongo ein Aids-Projekt. Bei Geburten wird dafür gesorgt, dass das Virus nicht von der Mutter auf das Kind übertragen wird.

action medeor unterstützt im Kongo ein Aids-Projekt. Bei Geburten wird dafür gesorgt, dass das Virus nicht von der Mutter auf das Kind übertragen wird. © action medeor

In der Behandlung von HIV/Aids wurden Fortschritte erreicht - aber noch immer erhalten zu wenig Infizierte eine Behandlung.

Die Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAids) hat ermutigende Zahlen veröffentlicht: 53 Prozent aller HIV-Infizierten werden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. „Wir haben uns als Medikamentenhilfswerk von Anfang an dafür eingesetzt, dass alle Infizierten auch behandelt werden. Allerdings hielten wir Anfang 2000 die Behandlung aller Infizierter angesichts der dramatisch hohen Infektionsraten, vor allem im südlichen Afrika, und der damals noch sehr teuren Medikamente, für kaum erreichbar“, erinnert Christoph Bonsmann, Vorstandsmitglied bei action medeor, anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. „Zugang zu der lebenserhaltenden Therapie hatten damals nur Patienten in den reichen Ländern.“

Heute sterben auch in Afrika deutlich weniger Menschen an Aids, und es infizieren sich auch deutlich weniger. „Trotz der erreichten Fortschritte müssen wir uns vor Augen halten, dass immer noch 47 Prozent der Infizierten nicht adäquat behandelt werden“ so Bonsmann. UNAids will mit seinem Programm 90 - 90 – 90 bis 2020 erreichen, dass 90 Prozent der Infizierten ihren Status kennen, 90 Prozent der Diagnostizierten antiretroviral behandelt werden und 90 Prozent der Behandelten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben. Von ihrer Infektion wissen weltweit zurzeit etwa 70 Prozent der Infizierten, in manchen Ländern wie z.B. in West- und Zentralafrika sind es jedoch weniger als 30 Prozent.

action medeor fördert im Osten der Demokratischen Republik Kongo, eine der ärmsten Regionen der Welt mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung in Aidsprojekt. Dort kommt es aufgrund immer wieder aufflammender Kämpfe zu Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen. Im Bezirk Uvira in Süd-Kivu hat action medeor zusammen mit seinem lokalen Partner HIV-Beratungs- und Testzentren sowie mobile Testeinheiten eingerichtet, um Menschen in weit abgelegenen Regionen HIV-Tests zu ermöglichen. Bei der Schwangerschaftsvorsorge werden Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass das HI-Virus von der Mutter auf das Kind übertragen wird.

„Ziel ist es, dass sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet und die Menschen dauerhaft behandelt werden, so wie es in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bis 2030 angestrebt wird“, sagt Christoph Bonsmann. „Die Ziele sind ehrgeizig“, so Bonsmann, „der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt aber, dass die Ausbreitung von Aids überwunden und HIV-Infizierte auch in Armutsregionen erfolgreich behandelt werden können, wenn wir alle uns weiterhin für diese Ziele einsetzen.“

Welt-Aids-Tag

Der Welt-Aids-Tag wird von UNAids organisiert und findet am 1. Dezember 2017 statt. Weltweit leben etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV. 25,5 Millionen Menschen wissen, dass sie infiziert sind. Zurzeit werden 19,5 Millionen Infizierte mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. 47 Prozent, haben keinen Zugang zu HIV-Therapien. 2016 gab es 1,8 Millionen Neuinfektionen, 64 Prozent fanden in Subsahara-Afrika statt. Die Gesamtzahl der Neuinfektionen konnte seit 2010 um 16 Prozent gesenkt werden.