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Sicherung von Existenzgrundlagen und Nahrungsmittelsicherheit in Somalia

Wetterextreme und der anhaltende Konflikt führen zur prekären Lebenssituation der ländlichen Bevölkerung in der Region Hiraan in Zentral-Somalia.

Der Staat ist nicht in der Lage, seinen grundlegenden Funktionen – unter anderem in den Bereichen Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung – nachzukommen. 73% der somalischen Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Besonders für die Bevölkerung der ländlichen Regionen sind die Lebensbedingungen dramatisch.

Die ländliche Bevölkerung im Beledweyne Distrikt in Hiraan lebt hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht und Fischerei, allerdings hat sich die Ernährungssituation der Menschen in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert: der Anbau und Handel von Lebensmitteln sind aufgrund von gewaltsamen Anschlägen und Überfällen oft unterbrochen. Weiterhin mangelt es der Bevölkerung oftmals an der notwendigen Ausstattung wie Saatgut, Düngemittel und modernen Geräten, sowie an Wissen über effektivere Anbaumethoden, sodass es vor allem in den Trockenzeiten (Januar bis März und Juli bis September) immer wieder zu Nahrungsmittelknappheit und Hungerperioden der Familien kommt. Hinzu kommen extreme Wetterlagen wie Starkregen und auch extreme Dürreperioden, die zu Ernteausfällen und Verringerung der Viehbestände führen.

Der Konflikt und die Fragilität des Staates haben zu einer fast nicht existenten oder mangelhaften Verfügbarkeit von öffentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Sanitärversorgung geführt. Besonders ländliche Gemeinden haben keinen Zugang zu öffentlicher Infrastruktur. Die Wasserversorgung in der Region Hiraan ist eingeschränkt, da Brunnen nicht ausreichend gewartet und Bewässerungssysteme marode sind. Der resultierende Mangel an sicherem Wasser führt häufig zu Durchfallerkrankungen wie Cholera.

Das gemeinsame Projekt von action medeor und der lokalen Partnerorganisation WARDI hat das Ziel, den Hunger der Familien zu reduzieren und deren Widerstandsfähigkeit in Notlagen zu verbessern. Das Projekt umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, die die Nahrungssicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner der zwölf ausgewählten Dörfer nachhaltig verbessern und somit die Unterernährung besonders von Frauen und Kindern reduzieren soll.

Ein besonderer Fokus des Projektes liegt auf der Stärkung von Frauen und Mädchen, da diese häufig benachteiligt werden und somit einen schlechteren Zugang zu Bildung und Arbeit haben. Da Frauen traditionell für die Erziehung der Kinder zuständig sind, wirkt sich ihre Situation zudem unmittelbar auf den Gesundheits- und Ernährungszustand ihrer Kinder aus.

Das Anlegen von Demonstrationsfeldern in den Projektgemeinden und Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden ermöglichen den Kleinbauern ihre Erträge zu steigern. Frauen erhalten Gemüsesaatgut für den Anbau und Kochunterricht, um die Nahrungssituation ihre Familien zu verbessern. Bewässerungssysteme werden rehabilitiert, um die Bewässerung der Felder in allen Dörfern zu ermöglichen. Alphabetisierungskurse werden angeboten, um die Menschen zu befähigen, erfolgreicher an lokalen Märkten agieren zu können und ihre Kleinbetrieben besser führen zu können. Durch das umfassende Konzept werden Kompetenzen und Kapazitäten für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer ermöglicht, um deren Lebenssituation zu verbessern.

Projektinformationen

Projektinhalt
Reduzierung von Hunger und Steigerung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung in der Region Hiraan in Somalia
Zielgruppe
1.586 Haushalte mit rund 9.520 Personen aus zwölf Dorfgemeinden im Distrikt Beledweyne. Darunter 55% Frauen (5.240), 25% Männer (2.380) und 20% Kinder (1.900) unter 18 Jahren. Die BewohnerInnen leben vornehmlich von Landwirtschaft und Viehzucht als Subsistenzwirtschaft.
Projektgebiet
Somalia, Region Hiraan, Beledweyne Distrikt
Projektbeschreibung
Gründung und Ausbildung von Projektmanagement-Komitees
Wiederherstellung der Dorf-Bewässerungssysteme und Fortbildung zur Instandhaltung der Kanäle
Landwirtschaftliche Unterstützung für 1.072 Haushalte und landwirtschaftliche Schulungen Erweiterung der Lagerkapazitäten zur besseren Haltbarkeit von Nahrungsmitteln
Unterstützung der Viehzucht (Esel und Hühner) und Schulungen zur verbesserten Viehzucht
Rehabilitation von Zugangsstraßen und Fortbildung von Komitees zur Instandhaltung der Straßen
Alphabetisierungskurse
Bildung und Schulung von Frauengruppen und Kochunterricht
Sensitivierungsmaßnahmen in den Gemeinden
Zugang zu Trinkwasser durch Brunnenbau
Projektlaufzeit
Dezember 2018 – Dezember 2023
Projektvolumen
1.577.757 Euro
Partner
WARDI Relief and Development Initiatives
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger
Projektnummer
6000193
Projektverantwortlicher
Charlotte Sielicki



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