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Verbesserung der Gesundheit und Ernährung von Kindern in Lamardelle, Haiti

  • Slide 1Neues Gesundheitszentrum in Lamardelle.
    Das neue Zentrum bietet eine Gesundheitsversorgung für die Menschen in Lamardelle.
  • Slide 2Mütter und Kinder im Wartezimmer.
    Besonders Mütter mit Kindern nutzen das Angebot.
  • Slide 3Ein kleiner Junge wird untersucht.
    Das Zentrum verfügt über Behandlungsplätze...
  • Slide 4Labormitarbeiterin in Lamardelle.
    ...sowie auch über ein eigenes Labor.
  • Slide 5Eine Mutter trägt ihr Kind auf dem Arm.
    Viele kleine Kinder in der Region benötigen dringend eine Behandlung.
  • Slide 6Kinder im Speisesaal.
    Auch Schulspeisungen sind Teil des Projektes, um der Mangelernährung bei Kindern entgegen zu wirken.

Um der Bevölkerung einen Zugang zu präventiver und kurativer Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und für eine ausgewogene Ernährung der Kinder zu sorgen, wurde in der Region um Lamardelle ein Gesundheitszentrum eingerichtet.

Die gesundheitliche Situation der ländlichen Bevölkerung Haitis ist in vielerlei Hinsicht problematisch: In der sehr armen, ländlichen Region sind vermeidbare und behandelbare Krankheiten wie z.B. Durchfallerkrankungen, Malaria, Tuberkulose und Atemwegsinfektionen stark verbreitet und Haupttodesursache. Unter den Ländern der westlichen Hemisphäre hat Haiti mit 73 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeborenen eine extrem hohe Rate an Kindersterblichkeit, auch die Müttersterblichkeit ist sehr hoch. Ein großer Anteil der Kinder unter fünf Jahren in Lamardelle und Umgebung weist einen hohen Grad an chronischer Mangelernährung in Form von Blutarmut, Iod-, Eisen und Vitamin A-Mangel auf.

action medeor ist seit dem verheerenden Erdbeben von 2010 in Haiti aktiv. Aus dem Wiederaufbau heraus in die klassische Phase der Entwicklungszusammenarbeit hinein, startete action medeor im Dezember 2015 ein neues Projekt mit dem langjährigen lokalen Partner Fondation Enfant Jesus (FEJ). Bereits 2011 hatte action medeor gemeinsam mit FEJ eine Klinik in Lamardelle eingerichtet, um den Menschen in der Region Zugang zu Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und für eine ausgewogene Ernährung der Kinder an den FEJ-eigenen Bildungseinrichtungen zu sorgen.

Das neue Projekt umfasst neben Maßnahmen zur Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung und der Mutter-Kind-Gesundheit auch Gesundheitsaufklärung und -vorsorge für breite Bevölkerungsgruppen sowie ein umfassendes Ernährungsprogramm. Mit weiteren Maßnahmen soll außerdem auf die langfristig unabhängige Finanzierung der Klinik nach Ende des Projektes erreicht werden.

Für die 20.000 Bewohner aus Lamardelle und Umgebung ist diese medizinische Einrichtung die einzige Möglichkeit einer Basis-Gesundheitsversorgung. Das Gesundheitszentrum sorgt an sechs Tagen in der Woche acht Stunden täglich für eine Basisgesundheitsversorgung von etwa 500 Patienten im Monat. Gleichzeitig führen Gesundheitshelfer in den Gemeinden Informationsveranstaltungen mit Schwerpunkt Hygiene, reproduktive Gesundheit, Säuglingspflege und Stillen, Familienplanung sowie Ernährung durch. Entfernt lebende Patienten werden durch den ambulanten Service auch nach der Behandlung im Gesundheitszentrum noch bis zu einem gewissen Grad nachbetreut.

Außerdem beinhaltet das Projekt eine Ernährungskomponente: In der Schule sowie in zwei Waisenhäusern der Partnerorganisation unterstützt action medeor die Schulspeisung für etwa 580 Kinder. Für viele Schüler ist die Schulspeisung die einzige nährstoffreiche Mahlzeit am Tag, weshalb eine ausgewogene Ernährung dabei im Vordergrund steht. Da im Gesundheitszentrum immer wieder Mangelernährung bei Kindern festgestellt wird, wird ein Ernährungsprogramm etabliert, das auf schwere Fälle von jährlich bis zu 600 mangelernährten Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere Frauen abzielt.

In möglichst kurzer Zeit sollen die fehlenden Nährstoffe zugeführt werden, um das Immunsystem der Kinder zu stärken, ihre Anfälligkeit für Infektionen zu senken und somit Folgeschäden von Mangelernährung zu verhindern oder abzuschwächen. Für etwa 1.000 Familien finden außerdem Aufklärungskurse zu gesunder Ernährung statt, in denen die Bedeutung einer gesunden Ernährung und Möglichkeiten einer ausgewogenen Ernährung für Kinder vermittelt werden.

Seit 2015 unterstützt der Generikahersteller Zentiva Pharma GmbH durch Spenden drei Projektschwerpunkte: das Ernährungsprogramm für Kinder, Schulungen und Ausbildung einer Hebamme sowie die wichtige Aufklärungsarbeit über Gesundheitsthemen. Zentiva möchte damit einen Beitrag für eine Hilfe zur Selbsthilfe und zu langfristigen Verbesserungen der Situation in Lamardelle leisten.

Zu diesem Projekt ist Durchführung einer finalen Evaluierung (im Jahr 2018) vorgesehen. Bei Interesse an den Ergebnissen steht die Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.

Projektinformationen

Projektinhalt
Basisgesundheitsversorgung und Ernährungssicherung für Kinder
Zielgruppe
Schüler, mangelernährte Kinder, schwangere Frauen
Projektgebiet
Lamardelle, Haiti
Projektbeschreibung
Basisgesundheitsversorgung
Informationsveranstaltungen zu Hygiene, reproduktiver Gesundheit, Säuglingspflege und Ernährung
Schulspeisung
Behandlung von mangelernährten Kindern
Projektlaufzeit
Dezember 2015 – November 2018
Partner
Fondation Enfant Jesus (FEJ)
Projektförderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Zentiva Pharma GmbH
Projektnummer
6000171
Projektverantwortlicher
Charlotte Nelles