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Nutzung lokaler Heilpflanzen in Guatemala

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    Gesundheitspromotoren geben ihr Wissen an die Bevölkerung weiter.
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    Der Anbau von Heilpflanzen trägt ebenfalls dazu bei, die Versorgung der Menschen zu verbessern.
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    Die so gewonnenen Medikamente sind eine willkommene Ergänzug zur teuren konventionellen Medizin.

Während der trockenen Sommermonate herrscht immer wieder Nahrungsmangel im Departamento Chiquimula im Süden Guatemalas. Die Ernte in der Region ist oft sehr gering und reicht kaum für den Lebensunterhalt. Aufgrund der schlechten Straßenanbindung kam medizinisches Personal bislang nur einmal im Monat in die entlegenen Dörfer, um die mangel- und unterernährten Menschen zu behandeln.

Die Einwohner aus Chiquimula haben meist keine finanziellen Mittel, um in das nächstgelegene Gesundheitszentrum zu gelangen. Besonders Kinder leiden unter der Situation, denn der Nährstoffmangel kann Wachstumsschäden hervorrufen. Außerdem tragen chronische Unterernährung und das dadurch geschwächte Immunsystem dazu bei, dass Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen, Parasiten, Anämie sowie Malaria und Dengue gehäuft auftreten.

In der Region ist es daher besonders wichtig, die lokal vorhandenen Kenntnisse und Rohstoffe optimal zu nutzen und Gesundheitspromotoren sowie traditionelle Heilmittel als Ergänzung zur teureren konventionellen Medizin zu fördern. action medeor engagiert sich seit 2009 gemeinsam mit Medicina Natural Chortí (MENACHOR) dafür, die Gesundheits- und Ernährungssituation in 13 Dörfern nachhaltig zu verbessern. In einem ersten Projekt (2009-2011) wurden Gesundheitspromotoren ausgebildet und kleine Mini-Gesundheitsposten für Naturmedizin aufgebaut und ausgestattet, welche nicht nur die 13 Gemeinden, sondern auch die angrenzenden Nachbardörfer basismedizinisch versorgen. Lokale Bauern wurden im Anbau von medizinisch nutzbaren Heilpflanzen geschult, die im Naturmedizin-Labor von MENACHOR weiter verarbeitet und über die Mini-Gesundheitsposten der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Dadurch konnte die Gesundheitsversorgung für die etwa 13.000 EinwohnerInnen des Projektgebietes entscheidend verbessert werden.

Auf den erreichten Erfolgen aufbauend startete im Januar 2013 dieses Anschluss-Projekt, in dem die Gesundheitspromotoren fortgebildet werden und weitere lokale Produzenten im Anbau von Heilpflanzen ausgebildet werden. Das Projekt umfasst zudem auch die Schaffung eines Fonds, um auch extrem armen Patienten eine Behandlung zu ermöglichen.

Projektinformationen

Projektinhalt
Verbesserung der primären Gesundheitsversorgung durch Fortbildungen an Gesundheitspromotoren und Produzenten von Heilpflanzen
Zielgruppe
13 indigene Gemeinden aus Camotán, Jocotán, San Juan Ermita der Region Chortí
Projektgebiet
Jocotán, Chiquimula (Guatemala)
Projektbeschreibung
Fortbildung von Gesundheitspromotoren
Schulung von lokalen Produzenten im Anbau von medizinisch nutzbaren Heilpflanzen
Aufbau und Ausstattung von kleinen Mini-Gesundheitsposten für Naturmedizin
Schaffung eines Fonds, um eine finanzielle Beihilfe von extrem armen Patienten zu gewährleisten
Projektlaufzeit
Januar 2013 - Dezember 2014
Projektvolumen
40.000 €
Projektnummer
6000146
Projektverantwortlicher
Charlotte Nelles