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Spenden bewegt Kulturelle Praxis im Umbruch

  • Slide 1Hannah Yambasu bei einem Schulworkshop
    Hannah Yambasu in einem Workshop: Aufklärung ist der Schlüssel für Veränderung.
  • Slide 2Frauen in Nengbema
    action medeor-Mitarbeiterin Pelumi Olusanya (2.v.r.) besuchte das Projektdorf Nengbema.
  • Slide 3Frauen und Babys in Nengbema
    Viele Frauen haben das erste Mal die Chance, offen über ihre Fragen und Ängste zu sprechen.

Weltweit sind mehr als 200 Millionen Frauen beschnitten. Für die Gesundheit der Frauen hat das weitreichende Folgen.

Vielen ist das Thema „Beschneidung“ vor allem durch die Beschneidung der Vorhaut bei Jungen und Männern, die meist aus religiösen Beweggründen durchgeführt wird, bekannt. Dass es weltweit mehr als 200 Millionen Fälle von Genitalbeschneidung bei Frauen gibt, ist vielen Menschen vor allem in Europa nicht bewusst. „In Sierra Leone sind 86% der Mädchen und Frauen beschnitten. Mit Religion hat das nichts zu tun. Es hat kulturelle Hintergründe.“ Das erklärt mir Hannah Yambasu bei meiner letzten Projektreise in Bo in Sierra Leone. Hannah ist die Leiterin der Organisation WAVES*, mit der action medeor eng zusammenarbeitet.

Gefährliches Ritual

Bei dem Beschneidungsritual werden Teile der äußeren und manchmal auch inneren Genitalien der Mädchen entfernt oder verletzt. In vielen afrikanischen Ländern ist das eine kulturell tief verankerte Tradition, die häufig gar nicht hinterfragt wird. Für die Mädchen kennzeichnet es den Start ins Erwachsenenleben. Ab diesem Zeitpunkt werden sie offiziell als Frauen anerkannt und in die sogenannte Bondo-Gesellschaft aufgenommen. Das geht häufig auch mit Pflichten wie Heirat und Geschlechtsverkehr einher.

Anders als in einigen anderen afrikanischen Ländern gibt es in Sierra Leone kein Gesetz, das das Ritual explizit verbietet. Dabei sind die Folgen beängstigend: Es können Jahre voller Schmerzen beim Toilettengang, beim Sex und bei der Entbindung folgen – ganz abgesehen von den psychischen Belastungen, mit denen die Frauen leben müssen.

Es geht nur gemeinsam

Gemeinsam mit der Partnerorganisation WAVES setzt sich action medeor gegen dieses Ritual ein. Das bedeutet einerseits, dass die betroffenen Mädchen und Frauen selbst über den Eingriff aufgeklärt werden. Häufig wissen sie nicht, welche Gefahr die Beschneidung für ihren Körper darstellt und dass es nicht unbedingt einer Beschneidung bedarf, um den Beginn des Erwachsenenlebens einzuläuten. Voraussetzung dafür, dass sich tatsächlich etwas verändert, ist ein Umdenken in der ganzen Gemeinde. Hierfür ist es wichtig Eltern, Schulen und einflussreiche Entscheidungsträger in den Prozess einzubinden.

So können Sie helfen:

Schon mit 27 Euro können Sie beispielsweise einem Mädchen die Teilnahme an einem Workshop-Tag zum Thema Menschenrechte ermöglichen.
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Nengbema: das Vorzeigedorf

Im Dorf Nengbema ist WAVES bereits seit einiger Zeit aktiv – mit ersten Erfolgen: Der Vorsteher des Dorfes hat sich öffentlich gegen Genitalbeschneidung ausgesprochen. Bei meinem Besuch in Nengbema lerne ich ein paar Frauen und Männer aus dem Dorf kennen. Es ist toll zu sehen, mit welcher Entschlossenheit sie sich für die Mädchen in ihrem Dorf und den Nachbargemeinden stark machen. Dank ihrem Einsatz konnten auch die Menschen im benachbarten Dorf Sahn für die Zusammenarbeit mit WAVES und action medeor begeistert werden.

Veränderung braucht Zeit

In Sahn ist noch viel zu tun – das merke ich bei meinem Besuch. Die Frauen und Mädchen sind zurückhaltend, unsicher, was sie erwartet, misstrauisch. Doch so war es am Anfang auch in Nengbema, versichert mir Hannah. Ein so tief verinnerlichtes kulturelles Ritual aus einer Gesellschaft zu lösen, dazu gehört mehr als nur Gespräche. Gemeinsam mit WAVES unterstützt action medeor die Gemeinden bei der Aufklärungsarbeit.

Schutz bieten & Lösungen aufzeigen

Jedes Mädchen kann für sich einen eigenen sogenannten Schutzraum bestimmen – einen Ort, an dem es sich wohl- und sicher fühlt. Zum Beispiel an ihrem Lieblingsort im Dorf kann sie sich mit einer Mentorin ihres Vertrauens offen austauschen – über ihre Erfahrungen, Ängste und Fragen. Die Mentorinnen sind extra ausgebildete Frauen, meist unter 30 – etwas älter als die Mädchen und dennoch nicht so alt wie ihre Eltern. Auch in den Schulen werden Schülerinnen und Schüler über den Eingriff, die Folgen und ihre Rechte aufgeklärt. Denn oftmals ist das Beschneidungsritual auch dafür verantwortlich, dass Mädchen die Schule vorzeitig verlassen. Nach der Beschneidung heiraten sie häufig schnell und bekommen Kinder.

Die Mädchen selbst wollen das meist nicht. Die Eltern kennen die Alternativen nicht. Für sie gehört das Beschneidungsritual einfach dazu. Sie fürchten, dass ihre Töchter sonst aus der Gesellschaft verstoßen werden, und sorgen sich um ihre Zukunft. Die Armut in Sierra Leone ist groß. Viele Frauen sind wirtschaftlich auf einen Ehemann angewiesen und haben Angst, als nicht beschnittene Frau niemanden zu finden, der sie heiraten will.

Radio: viele Menschen direkt erreichen

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, arbeiten action medeor und WAVES* an Radiokampagnen, in denen über Beschneidung diskutiert und aufgeklärt wird. Vor allem in ländlichen Gebieten erreicht man mit dem Radio viele unterschiedliche Menschen gleichzeitig. Offen über Beschneidung zu reden, ist für viele Menschen sehr ungewohnt – mit den Radiokampagnen soll dieses Tabu langsam aufgebrochen werden. So sollen nicht nur Frauen und Mädchen, sondern auch Männer, Ehemänner, Väter und Großväter überzeugt werden, dass kein gefährliches Ritual notwendig ist, damit aus einem Mädchen eine Frau wird. Die Stärke und der Optimismus der Frauen in Sierra Leone hat mich beeindruckt. Mit der Hilfe von Spenderinnen und Spendern wie Ihnen können wir sie dabei unterstützen, ein selbstbestimmtes und gesundes Leben zu führen.

Ihre Spende hilft!

Mit 27 Euro finanzieren Sie z.B. einem Mädchen die Teilnahme an einem Workshop-Tag zum Thema Menschenrechte.
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*Women Against Violence And Exploitation



Kein Mensch soll leiden

„Ich wünsche mir, dass kein Mensch auf dieser Welt leiden muss. Bei action medeor kann ich dazu einen Teil beitragen.”

Florian Rinsch, Auszubildender bei action medeor

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