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Weltaidstag 2013: In Südafrika wird eine neue Aidsklinik eröffnet

Tönisvorst, 27. November 2013. action medeor wird zusammen mit seinen Partnern eine neue HIV/Aids-Klinik in dem Township Tumahole, 100 Kilometer südlich von Johannesburg, eröffnen. „Die Situation in Tumahole ist besonders dramatisch: ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung trägt das Virus in sich“, sagt Christoph Bonsmann, Vorstand von action medeor. Er ist zum Weltaidstag bei der Eröffnung der Klinik dabei. „Für die 148.000 Einwohner gab es bisher nur drei öffentliche Gesundheitszentren, die vollkommen überlastet waren“, so Bonsmann. 

Obwohl die südafrikanische Regierung das größte Therapie-Programm für HIV-Infizierte weltweit aufgebaut hat, ist der Zugang zu medizinischer Versorgung in den Townships immer noch vollkommen unzureichend. 2009 erhielten in Südafrika 971.500 Menschen die antiretroviralen Medikamente, laut Unaids benötigen aber von 5,55 Millionen HIV-positiven Menschen in Südafrika 2,6 Millionen die Therapie. Ein überlastetes öffentliches Gesundheitssystem und ein zu geringes Budget führten in Tumahole im Jahr 2008 zu einem Ausgabestopp von antiretroviralen Medikamenten. Dabei darf gerade die HIV-Therapie nicht unterbrochen werden. Als Antwort auf die Notsituation richtete 2008 die Thabang Society, ein südafrikanischer Partner, ein HIV/Aids-Therapiezentrum in Tumahole ein, ausgelegt auf 1.000 Patienten. „Das war leider immer noch nicht ausreichend“, so Bonsmann, „viele Patienten konnten nicht behandelt werden, besonders schlimm für die infizierten Säuglinge, die möglichst frühzeitig Medikamente erhalten sollten. Durch eine schnelle Diagnose und Behandlung können dreiviertel der Babys gerettet werden.“ Die neue Klinik wird für Tumahole ein Segen sein. Sie ist auf 6.000 bis 8.000 Patienten ausgelegt. Neben einem Therapie- und Beratungszentrum gibt es eine eigene Kinderbetreuungsstation. 

Ein anderes Projekt bereitet ihm große Sorgen. „Die Diagnose ‚HIV‘ ist heute kein Todesurteil mehr“, sagt Christoph Bonsmann. „Wir sehen die Erfolge bei den Menschen, die behandelt werden. Umso schlimmer ist es, wenn man aufgrund mangelnder Mittel nicht helfen kann.“ Seit 2006 kümmert sich medeor in der Stefan-Engelhorn-Klinik in Bukavu im Kongo um die medizinische Versorgung von 130 Aidspatienten. „In jedem Jahr haben wir dort einen Finanzierungsbedarf von 25.000 Euro. Dafür brauchen wir dringend Spenden.“

Medien

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  • Bildunterschrift: Diese junge Frau hat Aids. Mit den antiretroviralen Medikamenten geht es ihr gut. 
  • Quelle: action medeor/Birgit Betzelt (das Foto ist nur im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung zum Abdruck freigegeben)

Hintergrund

Medikamente

Der gezielte Kampf gegen Aids zeigt Erfolge. Immer mehr Menschen erhalten Zugang zu einer Behandlung mit den lebenswichtigen antiretroviralen Medikamenten. Im vergangenen Jahr wurden laut Unaids 9,7 Millionen HIV-Patienten in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Aidsmedikamenten therapiert. Zum Vergleich: 2003 waren es 400.000. Gründe sind für diese positive Entwicklung die gesunkenen Kosten für Aidsmedikamente und für Labordiagnostik und der Ausbau von Behandlungszentren. Nach den neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation, die einen früheren Zeitpunkt der Therapie empfehlen, sollten rund 28 Millionen Menschen HIV-Medikamente bekommen. Je früher die Menschen mit dem HI-Virus behandelt werden, desto eher lässt sich das Ansteckungsrisiko senken und die Lebenserwartung steigt an. 

Verbreitung

2012 lebten weltweit 35,3 Millionen Menschen mit HI-Virus und 2,3 Millionen Menschen infizierten sich neu, ein Drittel weniger als 2001. Schwerpunkt der Aids-Epidemie sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara mit 25 Millionen HIV-Infizierten, darunter 2,9 Millionen Kinder – 90 Prozent aller Kinder, die weltweit infiziert sind. Obwohl die Zahl der Todesfälle durch Aids um über 30 Prozent im Vergleich zu 2005 zurückgegangen ist, sterben immer noch jedes Jahr 1,6 Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. 

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