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Pressemitteilungen action medeor zieht Bilanz

Tönisvorst, 25. Juni 2013. „Nach dem großen Erdbeben in Haiti, den schweren Überschwemmungen in Pakistan und der Hungerkatastrophe in Ostafrika kümmerte sich medeor im vergangenen Jahr vor allem um Projekte zum Wiederaufbau und zur Verhinderung künftiger Katastrophen“, berichtete gestern Heinz Gommans, Präsident von action medeor, auf der Mitgliederversammlung.

„Doch auch diese Hilfe fand unter erschwerten Bedingungen statt: Hurrikan Sandy verwüstete in Haiti ganze Landstriche, zerstörte mehr als 70 Prozent der Ernte und macht 20.000 Menschen obdachlos.“ medeor schickte deshalb Medikamente gegen die wiederkehrende Cholera und stellte Saatgut und Nahrungsmittel zur Verfügung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Kampf gegen Malaria. „Die weltweiten Anstrengungen zeigen Erfolge“, berichtete Gommans. „Dank Aufklärungskampagnen, Moskitonetzen und dem Zugang zu wirksamen Medikamenten im letzten Jahrzehnt sank die Zahl der Todesfälle um ein Viertel. Doch noch immer sterben jedes Jahr 660.000 Menschen an Malaria, 90 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara.“

Die Zukunft der weltweiten Medikamentenhilfe

Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor, beschrieb die Entwicklung des Hilfswerks detailliert: Insgesamt wurden im Jahr 2012 Medikamente mit einem Wert von 6,4 Millionen Euro und einem Gewicht von 235 Tonnen verschickt. Die Medikamentenabgabe ist rückläufig, weil sich viele Partner in den Entwicklungsländern direkt vor Ort mit den notwendigen Medikamenten versorgen können. „Wir selbst haben den Aufbau und die Entwicklung von lokalen Strukturen zur Produktion und Verteilung von Medikamenten gefördert“, erklärte Pastors, „ein großer Teil der Medikamentenhilfe für Ostafrika wird direkt über unser Lager in Dar es Salaam in Tansania abgewickelt, und nicht mehr über Tönisvorst. Diese Entwicklung macht die Hilfe nachhaltiger.“

Da das Medikamentenlager in Tönisvorst bei akuter Nothilfe weiterhin wichtig bleibt, hat medeor Mitte letzten Jahres ein Zolllager eingerichtet, um Medikamente preiswerter in Asien einkaufen zu können. „Für viele Pharmahersteller ist die Produktion in Europa zu teuer, und Unternehmen in Asien produzieren bei vergleichbar hoher Qualität deutlich günstiger. Deshalb stellen wir unsere Beschaffung um“, so Pastors. „Voraussetzung dafür ist die Einrichtung eines Zolllagers hier in Tönisvorst.“ Das klingt einfach, ist aber für medeor eine aufwendige Umstellung aufgrund der vielen Vorschriften. Dass die strategische Umorientierung richtig ist, zeigen schon jetzt die Zahlen. „Zum 30. Juni diesen Jahres haben wir wieder das Niveau von 2011 erreicht“, so Pastors.

Die Spendeneinnahmen für das Jahr 2012 betrugen insgesamt 7,85 Millionen Euro und konnten damit auf relativ hohem Niveau gehalten werden. Die pharmazeutische Industrie hat medeor mit Sachspenden, also Medikamenten, medizinischem Equipment und Verbrauchsmaterialien, in einem Warenwert von 2,1 Millionen Euro unterstützt. Dank dieser wertvollen Spenden konnte medeor bedürftige Patienten u.a. in Simbabwe, Gabun, Chile und auf den Philippinen versorgen.

Ausblick auf die Entwicklungszusammenarbeit

Einen immer größeren Umfang der Arbeit nimmt die Projektarbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Insgesamt förderte medeor 53 Projekte in den Bereichen Humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und pharmazeutische Fachberatung mit einem Umfang von rund vier Millionen Euro. „Damit haben wir erstmalig mehr Projekte durchgeführt als über Spenden finanzierte Medikamentenhilfe geleistet“, so Pastors. „Das entspricht auch der erforderlichen Arbeit vor Ort: Im Fokus unserer Arbeit stand weniger die akute Nothilfe, sondern vor allem die Gesundheitsprojekte, die Wiederaufbauhilfe und Vorsorgemaßnahmen.“

Im Präsidium fand eine Neuwahl statt: Vize-Präsident Heinrich Lauf stand aufgrund einer laut medeor-Satzung bedingten Altersbeschränkung nach Vollendung des 70. Lebensjahres nicht zur Wiederwahl an. Der ehemalige Kreispharmaziedirektor arbeitete seit 1995 im Vorstand, später im Präsidium, von action medeor mit. Auf Vorschlag des Präsidiums wurde Dr. Thomas Menn, bisher Beisitzer, als Nachfolger von Heinrich Lauf gewählt. Neuer Beisitzer wird Dr. Stefan Derix, Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein.

2012 auf einen Blick

Auf dem 4000 qm großen Lager bevorratet medeor 160 verschiedene Medikamente, die laut WHO elementar für die Gesundheit sind, und 450 medizinische Bedarfsartikel.

Einrichtung eines Zolllagers im Mai: medeor kann nun auch preiswertere Medikamente aus Nicht-EU-Ländern ohne Zwischenhändler beziehen.

action medeor versendete 10.785 Pakete in 109 Länder mit einem Gesamtgewicht von 235 Tonnen.

Medizinische Hilfe im Wert von über 1,2 Millionen Euro wurde über das Medikamentenlager in Dar es Salaam in Tansania abgewickelt.

Über 77 Prozent der Gesamtaufwendungen flossen in die Medikamentenhilfe und in 53 Hilfsprojekte.

medeor ist ein geschätzter Partner von Drittmittelgebern wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, das Auswärtige Amt, die WHO und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Der Anteil des Aufwands für Marketing-, Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen betrug knapp 17 Prozent. Lediglich sechs Prozent wurden für die Verwaltung aufgewendet.

Für das Hilfswerk arbeiten 65 hauptamtliche Mitarbeiter und 20 ehrenamtliche Kräfte.

Das Hilfswerk wird von 22.945 Spendern unterstützt.

Anke Engelke ist seit zehn Jahren Botschafterin von action medeor.

Spendenkonto bei der Volksbank Krefeld 555 555 555, BLZ 320 603 62, Stichwort „Medikamente retten Leben“

Heinrich Lauf

Der ehemalige Kreispharmaziedirektor im Kreis Viersen begleitete die Arbeit von action medeor 18 Jahre lang und wurde von der Mitgliederversammlung am 20. Juni 1995 als Beisitzer gewählt. Seit 2001 war Lauf stellvertretender Vorsitzender und seit 2008 Vize-präsident des Präsidiums. Mit Vollendung seines 70. Lebensjahres am 3. Mai kann sich Lauf nicht mehr zur Wiederwahl stellen. So sieht es die Satzung von action medeor vor. „Seine Weitsicht und sein Mut haben bewirkt, dass aus dem Pillensammler ein internationales Hilfswerk geworden ist“, sagte Heinz Gommans.

Zum Dank für die geleistete Arbeit überreichte er Heinrich Lauf eine von dem Künstler Will Brüll entworfene Ehrenplakette. „Für mich stand die Qualität der medeor-Medikamente immer an erster Stelle“, sagte Heinrich Lauf rückblickend. „Es freut mich sehr, wenn ich dazu beitragen konnte, das professionelle Arbeiten bei action medeor weiterzuentwickeln. Es war mit immer ein Anliegen, dass auch in den armen Ländern Menschen Zugang zu vernünftigen und preisgünstigen Medikamenten haben.“ Heinrich Lauf wird medeor auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Medien

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  • Bildunterschrift: action medeor setzt sich dafür ein, dass Menschen in armen Ländern schnelle medizinische Hilfe bekommen. 
  • Quelle: action medeor / Boris Breuer

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