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Pressemitteilungen Ein Jahr humanitäre Hilfe in Ostafrika

Tönisvorst, 26. Juli 2012. Interview mit Alexandra Geiser, Leiterin der Humanitären Hilfe bei action medeor

Vor einem Jahr litt Ostafrika unter einer der schlimmsten Dürren der vergangenen Jahrzehnte. Die Region leidet immer wieder unter langen Dürreperioden. Auch in diesem Jahr ist die Regenzeit in einigen Regionen in Ostafrika ausgefallen.

In der Notsituation vor einem Jahr ging es erst einmal darum, Leben zu retten. medeor versorgte verschiedene Partner in Kenia, in Äthiopien, in Somalia und im Norden Tansanias mit therapeutischer Nahrung, Vitaminen, Infusionslösungen, Antibiotika, Mitteln gegen Durchfallerkrankungen, Schmerzmitteln und Wasserentkeimungstabletten. Wir haben auch Medikamente in die großen Flüchtlingslager wie in Dadaab in Kenia verschickt. Unser Hauptanliegen war es aber, kleine und abgelegene Gesundheitszentren zu erreichen, wie zum Beispiel in den Dürreregionen der Turkana im Nordwesten Kenias. Zusammen mit unseren Partnern konnten wir dort tausende kranke Menschen medizinisch versorgen und damit dem Sog in die großen Flüchtlingscamps an den Grenzen Kenias etwas entgegenwirken. Insgesamt verschickte medeor Medikamente mit einem Gewicht von fast 25 Tonnen und einem Warenwert von 400.000 Euro allein im Spätsommer letzten Jahres.

Alexandra Geiser, Leiterin der Humanitären Hilfe bei action medeor

Die Dürrekatastrophe in Ostafrika im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die Menschen in dieser Region langfristig Unterstützung benötigen. Was tut action medeor, damit es erst gar nicht so weit kommt?

Die Lebensbedingungen der Menschen sind auch unabhängig von der Dürre sehr schwer und die Gesundheitsversorgung ebenfalls schlecht. Viele Menschen sind aufgrund der Mangelernährung und der schlechten Hygienebedingungen so geschwächt, dass eigentlich leichte Erkrankungen einen schweren Verlauf nehmen können. Für die Menschen ist es deshalb wichtig, dass sie frühzeitig behandelt werden und die richtigen Medikamente bekommen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Menschen in den Gesundheitsstationen in ihrer Nähe auch tatsächlich Hilfe finden.

medeor arbeitet mit den Experten des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) gemeinsam an der Frage, welche Maßnahmen in den ländlichen Gesundheitsstationen in Nordkenia die gesundheitliche Situation der Menschen konkret und langfristig verbessern können. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen?

action medeor und sein deutscher Partner arbeiten mit der kenianischen Organisation African Inland Church (AIC) in den Regionen Turkana, Pokot und Marsabit zusammen. Dort werden wir sieben Basisgesundheitsstationen mit einem Einzugsgebiet von 198.000 Menschen zwei Jahre lang gezielt unterstützen. Die Maßnahmen für jede einzelne Station sehen ganz unterschiedlich aus.

In Namarei, einem kleinen Ort mitten in der Halbwüste, ist eine unabhängige Wasserversorgung durch einen neuen mindestens 150 m tiefen Brunnen nötig, um den Betrieb der Station überhaupt erst zu ermöglichen. Bisher gibt es dort lediglich eine Viehtränke und eine Lebensmittelverteilstation des Welternährungs­programmes – obwohl es ein wichtiger Knotenpunkt mitten in der Halbwüste ist.

Durch das enge Zusammenleben von Mensch und Tier und den durchaus üblichen Verzehr von nicht abgekochter Milch, Blut und rohem Fleisch kommt es häufig zu Übertragung von Tierkrankheiten wie Brucellose, was zu Fieber, chronischen Entzündungen und Schmerzen führt. In der Projektregion sind daher abgestimmte Impfkampagnen mit der Organisation Tierärzte ohne Grenzen sowohl für die Herden als auch die Menschen vorgesehen. Gleichzeitig werden die Menschen über Gesundheitsrisiken aufgeklärt und können selbst untersucht werden.

Krankenschwestern aus den Gesundheitsstationen fahren zur Behandlung auch in Schulen und weit abgelegene Orte, um die Menschen direkt zu behandeln und über Gesundheitsrisiken aufzuklären.

Auch die Weiterbildung des Gesundheitspersonals selbst wird von zentraler Bedeutung sein. Hier soll die Diagnostik zum Beispiel im Bereich Malaria kontinuierlich verbessert werden. Die Zusammenarbeit mit der kenianischen Mission of Essential Drugs and Supply (MEDS) wird außerdem die Belieferung mit den benötigten Medikamenten und medizinischem Material sicherstellen.

Welches sind für Sie die größten Herausforderungen um die Hilfe umzusetzen?

Der Norden Kenias ist ein riesiges Gebiet und eine unwirtliche Gegend. Zehn Monate lang gibt es keinen Regen, die Böden sind völlig ausgedorrt, es wächst fast nichts. Für uns sind die großen Entfernungen über fast nicht vorhandene Wegenetze und der damit erschwerte Transport von Menschen und Material eine der größten Herausforderungen.



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